Freiwilliger Schuldenschnitt für Griechenland in Gefahr

Ein spanischer Hedgefonds droht, gegen den „freiwilligen“ Schuldenschnitt zu klagen. Hauptstreitpunkt: Die privaten Gläubiger wollen, dass auch die EZB und der IWF Federn lassen. Die Verhandlungen sind an einem kritischen Punkt.

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Der spanische Hedgefonds Vega Asset Management hat einem Bericht der FT zufolge gedroht, gegen jede Verschlechterung des geplanten 50%-Haircuts zur Griechenland-Rettung zu klagen. Jesús Sáa Requejo schrieb Anfang Dezember in einem Brief, dass er nicht damit rechne, dass es zu einem 50% Haicut kommen werde. Demnach müsse der Fonds alle rechtlichen Möglichkeiten prüfen.

Die Drohung zeigt, in welch schwierigem Stadium der von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy vor einigen Monaten als Teil der Griechenland-Rettung angepriesenen Poker mit den Banken steckt. Christine Lagrade, Chefin des IWF, sprach von sehr schwierigen Verhandlungen, die sich mit Sicherheit noch ins kommende Jahr ziehen werden. Ursprünglich war ein Abschluss für dieses Jahr geplant (damit rechnet nun keiner – mehr hier).

Für die Banken ist die Lage klar: Sie dürfen sich einfach in einem freiwilligen Schuldenschnitt zustimmen, sonst ziehen die Kreditausfallversicherungen (CDS) nicht (hat Ackermann vo allem Anfang an so gespielt – mehr hier).

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos hatte vor einigen Tagen bereits stolz verkündet, dass eine Einigung nunmehr bereits so gut wie geschossen sei.

Die Drohung ist natürlich auch als Teil des Pokerns zu sehen: Es geht um den Zinssatz, für den die Banken neue Anleihen bekommen, wenn sie auf die Hälfte der alten Forderungen verzichten. Vega soll in diesem Zusammenhang vor allem verägert sein, weil weder die EZB noch der IWF bereit sind, ihrerseits Abschreibungen vorzunehmen. Jedenfalls liegen die Vorstellungen beider Seiten nach Aussage eines Verhandlungsteilnehmers noch weit auseinander.

Der griechische Premierminister Lucas Papademos hat unterdessen angekündigt, dass Griechenland noch mit jahrelangen harten Sparmaßnahmen rechnen müsse. Dafür bestehe die Chance, den Staat und die Wirtschaft neu aufzubauen.

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Kommentare

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  1. Gast sagt:

    Unsere Sparprediger. Von Cents predigen und Millionen verschwenden. Wer bezahlt eigentlich diese korrupten EU-Clowns und wer hat diese legitimiert oder demokratische gewählt um überhaupt etwas zu tun, was irgendwie eine Verbindlichkeit für ein nationales Land darstellt.

    Nur mal wieder zur Erinnerung. Hier ein paar ältere Informationen ( 7/2011 ) zum Thema:

    „Die EU-Kommission soll in den vergangenen fünf Jahren mehr als 7,5 Millionen Euro für Reisen mit Privatjets ausgegeben haben. Allein für den Besuch des UN-Klimagipfels in Kopenhagen im Jahr 2009 habe Kommissionspräsident Manuel Barroso rund 250.000 Euro für das Mieten eines Jets der Firma Abelag ausgegeben, berichtete die britische Zeitung „Guardian“ am Donnerstag unter Berufung auf Antworten Barrosos auf Anfragen aus dem EU-Parlament.

    Neben den Flugkosten schildert das Blatt auch anderen Sonderausgaben. So soll die Kommission für eine Cocktailparty im Rahmen einer Forscherkonferenz in Amsterdam 75.000 Euro ausgegeben haben.

    Im „Guardian“-Bericht ist darüber hinaus auch von Geschenken der Kommission an Gastsprecher bei einer internationalen Konferenz die Rede, unter denen sich auch Manschettenknöpfe, Füllhalter und Tiffany-Schmuck befunden habe. Laut Antwort der Kommission kosteten solche „protokollarischen Geschenke“ in den vergangenen drei Jahren mehr als 20.000 Euro.“

    So wird in Brüssel gefeiert. Von Krise ist dort NOCH keine Spur.

  2. hunsrückbäuerlein sagt:

    wie blöd muß man sein, um daran zu glauben, dass banker freiwillig auf die bezahlung von schulden verzichten, nicht mal dann, wenn man ihnen statt 40% des Nominalwertes sogar 100% bietet. Banker wollen Alles! und das Recht (eigendlich müßte es heißen das Rechts=Braun) machts möglich.

    Übrigens, wir Bürger finanzieren nicht nur die Banken, nein, wir fiannzieren auch die Ruhestandsaufwändungen der Banken für ihre ehemaligen Vorstände, die betrieblichen Altersrückstellungen für leitende Angestellt. und so ein leitender angestellter, der gibt sich nicht mit der gesetzlichen rente und ein bisschen was obendrauf zufrieden, nein, das dürfen schon gerne mal 5-stellige beträge extra sein. das finanzieren wir in der aktuellen krise alles mit. dafür kürzt man uns dann die gesetzliche rente (bei dem bänker ist das eh nur peanuts) die pensionen, die löhne, erhöht uns den beitrag für die gesetzliche krankenverischerung, die zuzahlungen, etc. und das alles, damit die gangsterbosse auch nach ihrer kündigung mit tausenden im monat versorgt werden können.

  3. murksel sagt:

    Na, jetzt wird es richtig pervers.
    Da werden die Gläubiger Griechenlands von den europäischen Steuerzahlern via Rettungspaketen für Griechenland und EZB (Staatsanleihenaufkauf) und über neue Rettungspakete für Bankster „gepampert“.
    Und nun sollen diese armen Schweine (Steuerzahler) auch noch zusätzlich beim Haircut Federn lassen. Wann hört dieser Wahnsinn endlich auf ? Wo ist jemand der diesem korrupten,gierigen, menschenverachtenden und existenzvernichtenden Treiben endlich ein Ende setzt?
    Dann sollen diese korrupten Politker und Eurorkraten Griechenland doch pleite gehen lassen. Dann ist der Haircut für den Hedgefond 100 % !!
    Und wenn dann die CDS fällig werden, so what !! Die Banken werden nicht mehr gerettet!! Und die Geldschöpfung übermnimmt der Staat selbst. Wer hoch pokert wie die Bankster muss auch endlich pleite gehen !!

    • EURO sagt:

      @ murksel

      Ihr Zorn ist berechtigt. Die Euromanen brauchen die Banken aber noch. Ohne sie wäre das jetzt praktizierte Verfahren (EZB gibt Banken Geld, Banken kaufen Staatsanleihen und liefern diese bei der EZB ab, um weiterhin zocken zu können), welches nichts anderes ist, als die Einführung von Eurobonds durch die Hintertür, nicht möglich. Noch muss über Bande gespielt werden. Mit dem ESM kann dann darauf verzichtet werden. Bis dahin werden aber ohnehin alle Risiken restlos beim Steuerzahler abgekippt worden sein.

      Jene Kameraden werden alles in ihrer Macht stehende tun, um Banken nicht in die Pleite zu entlassen. Koste es uns, was sie wollen!

  4. Karl Heinz sagt:

    Wer jetzt noch glaubt, dass es private Eigentumsrechte, für Anleger und Sparer, überhaupt gibt, dem ist nicht mehr zu helfen.

    Das Eigentumsrecht gilt nur für die Herrschaft.

    Der Glaubenssatz vom -privaten Eigentumsrecht- ist nur konditioniert worden um unwidersprochen die Ansprüche der Herrschenden zu zementieren.

    Die westliche Wertelehre ist eine Lüge.

    Dem Volk kann und konnte, schon immer, alles genommen werden. Die Instrumente der Abschöpfung sind direkte Steuern, Zinseszins, Verbrauchssteuern, Inflation, Haircuts und Privatisierungen von Staatseigentum, aber auch Krieg.

    Westliche Wertegemeinschaft? – Da sollte man mal drüber nachdenken!

    • mandelkern sagt:

      Zeitreisen sind offenbar möglich.
      Ich fühle mich wie zurückgebeamt in Zeiten, als die Rechtlosen und Leibeigenen in ihren ärmlichen Katen hockten und nichts als beten konnten, auf dass die nächsten Herren im Land es nicht noch räuberischer treiben würden, als die eben abgesetzten.

      • Die Mondfee sagt:

        @ Mandelkern

        Der Maya-Kalender wird sich auf null stellen, und die Schuldenuhren und Zählwerke auf der ganzen Welt rasen wie wild, als wollten sie alle gleichzeitig das selbe Ziel erreichen: 0

  5. EURO sagt:

    Der spanische Hedgefonds Vega Asset Management

    ist ja ein richtiger Spielverderber. Wie kann man denn auf die Idee kommen, sich auf sein Recht zu berufen und mit Klage drohen? Recht und Gesetz glt den Euromanen nichts. Wussten die Fond-Manager das nicht?

  6. Jürgen Kunz sagt:

    Die Forderungen des Hedgefonds halte ich deshalb für unbegründet, weil diese und andere Privatanleger nach den jetzt eintretenden Verlusten (Schuldenschnitt) den Kopf einziehen und keine weiteren Kredite an Griechenland geben.
    Bei der EZB ist das anders!
    Deshalb kann dieses nicht vergleichbar sein.
    Wer vor Jahren so dämlich war, den „erstklassigen“ Ratings zu glauben und griechische Anleihen kaufte, sollte jetzt auch die Folgen tragen.
    Und aktuell: Alle Staatsanleihen sollte man als Kapitalanleger meiden.
    Wer das jetzt missachtet, muss in ein paar Jahren auch die Folgen tragen.

  7. PITderAdler sagt:

    Die Bilderberger und Oligarchen sind am Ende. Merkel, Sarko und Co haben mit ihren Lügen alles nur schlimmer gemacht. Nur ein Schuldenschnitt mit erlassen aller Schulden und weg vom Zinses Zinsensystem kann uns noch retten. Es muss eine neue Ethik geben. Aber – wer will das schon – wenn 80% auch den grossen Knall verschlafen werden. Menschen, AUFWACHEN – es ist 30Sekunden vor Zwölf.

  8. Landshark sagt:

    Lasst die Banken Pleite geh’n…
    Sie sind „too big to save“.
    Und wenn dann erst mal deren Wetten (CDS) fällig werden
    ist der Drops eh‘ gelutscht…