USA durchbrechen 100%-Marke bei der Verschuldung

Die amerikanische Staatsverschuldung hat einen historischen Höchststand erreicht: Erstmals sind Bruttoinlandsprodukt und Staatsverschuldung gleich groß. Weil die US-Wirtschaft kaum noch wächst ist das ein Problem.

Aktuell:
Ex-Lehman Banker wird Finanzminister in Spanien!

Nun belegen auch die offiziellen Daten, dass die USA in einer mindestens so misslichen Lage sind wie die Europäer: Nach Angaben des US-Handelsministeriums betrug das Bruttoinlandsprodukt aufs Jahr gerechent zum Ende des dritten Quartals dieses Jahres 15,180.900.000.000,00 Dollar. Im selben Zeitraum weisen die Amerikaner 15,182.756.264.288,80 Dollar an Schulden auf. Diese Zahlen beziehen sich nur auf die offiziellen Schulden. Tatsächlich hat das Land unter der Führung von Präsident Barack Obama, wenn man alle nicht im Haushalt ausgewiesenen Schulden zusammennimmt – etwa jene von staatlichen Unternehmen – die magische Grenze schon vor einiger Zeit durchbrochen.

Bisher war es amerikanische Politik, diese Schulden als Petitesse zu betrachten: Wegen eines beständigen Wirtschaftswachstums konnten sich die USA stets bequem auf den Kapitalmärkten refinanzieren. Nun aber stehen die Zeichen auch in Amerika auf Rezession. Zwar wird jeder Strohhalm ergriffen, um sich die Lage schönzureden, doch Beobachter wie Nouriel Roubini glauben schon seit längerem, dass auch die USA in eine Rezession schlittern werden (mehr hier).

Es ist zu erwarten, dass sich vor diesem Hintergrund die Auseinandersetzung mit Europa verschärft (Max Otte spricht von einem Wirtschaftskrieg – mehr hier). Und es anzunehmen, dass die Amerikaner trotz aller Streitigkeiten zwischen Demokraten und Republikanern dieselbe Strategie verfolgen werden wie die Europäer: Rigider Sparkurs bei allen öffentlichen Haushalten (ein trauriges Beispiel – hier), bei gleichzeitiger weiterer Liberalität für die Finanzwirtschaft. Diese wird von der US-Notenbank Fed seit geraumer Zeit durch eifriges Gelddrucken unterstützt. Die Kunstprodukte der Finanzindustrie werden nämlich umso wichtiger, je mehr die Realwirtschaft schrumpft. Denn eine bereinigte Betrachtung der US-Wertschöpfung würde die einstige Supermacht als naher Verwandter Griechenlands, Portugals oder Simbabwes erscheinen lassen (und irgendwer muss ja auch Geld verdienen – mehr hier).

Mehr zum Thema:

US-Geldmarktfonds Kredite für europäische Banken gekürzt
Viele US-Städte kurz vor der Pleite
Max Otte: „Wirtschaftskrieg zwischen Europa und USA“

Kommentare

Dieser Artikel hat 51 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. Werner sagt:

    Die Amis können niemals Pleite gehen. Sie drucken einfach das Geld, das sie brauchen und der Rest der Welt überpurzelt sich, den Amis für das wertlose Papier Maschinen, Autos und Elektronik zu liefern. Natürlich wird das irgendwann aus sein, aber solange man für die Dollars noch Rohstoffe kaufen kann, bleibt das Papier am Ende bei irgendwem hängen. Bin gespant, was die blöden Japaner und Chinesen sagen werden, wenn sie feststellen, daß sie für ihre Dollars nichts mehr bekommen, weil die Welt keine Dollars mehr nimmt?
    Andererseits: Sollte es jemand wagen, den Dollar nicht mehr anzunehmen, wird er eben niedergebombt!
    So funktioniert der „American Way of Death“ seit eh und je! Das Spiel endet erst, wenn die Amis niemanden mehr haben, den ais ausplündern können.

  2. Interessant, ... sagt:

    … dass im Artikel die Schulden von Staatsbetrieben (US-Post z.B. ist pleite) erwähnt werden, die Schulden der Länder (ca. 2,7 Bio Dollar) und der Städte und Gemeinden komplett außen vor bleiben.

    Die USA sind höher verschuldet als Italien und neuverschulden sich wie Griechenland.

  3. tertiusgaudens sagt:

    Die Kiste ist verfahren.

    Nun lohnt es sich, Benjamin Fulford zu lesen.

    Vor einigen Tagen hat nämlich eine Gemeinschaft von etlichen asiatischen Staaten eine 1 Billionen Dollar Klage bei einem New Yorker Gericht eingereicht, unter anderem gegen die UN, Italien, und FED. Und das ist wirklich spannend.

    Der geneigte Leser möge selber nachforschen, es ist unglaublich. Falls das Furore macht, ist das bisherige Bankensystem wirklich am Ende, und es stehen Verhaftungen bevor, die auch vor Deutschland nicht Halt machen.

    Hier der link: http://www.politaia.org/wirtschaft/banken/fulford-das-gerichtsverfahren-welches-die-herrschaft-der-gangster-beenden-konnte/

    • Alexander Illi sagt:

      Ich kann nur sagen, dass Benjamin Fulford einen sehr engagierten und lieben Eindruck auf mich gemacht hat. Obwohl er damals schon sehr bekannt und beschäftigt war, hat er sich z.B. die Zeit genommen, mir auf seinem damaligen Youtube-Kanal auf einen Kommentar zu einem der Videos zu antworten. In diesem Video ging es um Polizeigewalt und Amtsmissbrauch bei einem US-Polizisten, womit er gezeigt hat, dass ihm auch kleine Einzelfälle nahe gehen.
      Benjamin hat eine schillernde Persönlichkeit, aber nicht abgehoben.
      Vielleicht hat ihm diese Einfachheit den Zugang zu D. Rockefeller und angeblich den japanischen Macht-Eliten ermöglicht.

    • Michel mit der Zipfelmütze sagt:

      @ tertiusgaudens

      Von wegen „Kiste verfahren“!
      Jetzt kommt erst richtig Schwung in die Bude!

      Kater Karlo wird gerade von mehreren Seiten in die Zange genommen.
      Gleich rutscht ihm beim Rennen die Hose, und er fällt hin …

      Die „Bösewichter-Dingfestmach-und-Sicherungsmaschine“ kommt auf Touren.
      Drei Lunten für himmlische Knalleffekte hier:
      http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/12/34090/#comment-5524

  4. hunsrückbäuerlein sagt:

    GEIL eih,
    da gibts bald richtig Haue, das X-Maß ist voll für rund 100 Mio Amis. Oh und wenn der mäckdreck demnächst für seinen doppelwopper in € bezahlt werden will, dann geht auch dem letzten Träumer des american dream, ein licht auf…….

    • Zeitzeuge sagt:

      Waffenhändler haben in den USA Hochkonjunktur, die Ehefrau eines Bekannten hat sich zum Hochzeitstag einen versilberten 45er gewünscht, sie ballert täglich damit rum, die Frauen haben einen neuen Sport entdeckt, sie treffen sich nicht mehr im Fitness-Studio oder im Café, sondern auf dem Schießstand… eine Gesellschaft im Umbruch.

  5. Auch wer sagt:

    Ken amerikanischer Präsident vor Obama hat jemals solch enorme Schulden gemacht. Obama hat mit Abstand jede bisherige Grenze durchbrochen.

    • General-Investigation sagt:

      Er hat aber auch die Schulden durch die Kriegsführung von Bush übernommen, so fair sollte man schon sein – oder hat er bei Null angefangen?!

      • Auch wer sagt:

        Ich schrieb ganz bewußt „gemacht“. Dabei bezog ich mich ausschließlich auf die unter seiner Administration neu hinzugekommenen Schulden. Da ist er trauriger Rekordhalter.