Griechische Banken heben bei der EZB 25 Milliarden Euro ab

Die Liquidität der griechischen Lokalbanken ist in den vergangenen Monaten um 80 Milliarden Euro geschrumpft. Kein Wunder, dass die Griechen beim weihnachtlichen Geldsegen der EZB in der ersten Reihe standen.

Die Nachfrage der europäischen Banken nach den 3-jährigen Krediten der EZB übertraf am Mittwoch alle Erwartungen. 489 Milliarden Euro wurden in Krediten zu einem sehr niedrigen Zinssatz von einem Prozent geliehen (den Notenbanken sei Dank – mehr hier). Insgesamt nutzten 523 Banken das Angebot der EZB, das einmalig in der Geschichte der Bank ist. Die griechische Zeitung Kathimerini berichtet, dass einem Bankbeamten zufolge allein in Griechenland die lokalen Kreditgeber am Mittwoch zwischen 20 und 25 Milliarden Euro von der EZB geliehen haben.

Die dreijährigen Kredite der EZB sollen zusätzliche Liquidität am europäischen Finanzmarkt schaffen. Dadurch glaubt man einerseits, die Kreditklemme abzumildern, der sich viele Unternehmen gegenübersehen, und andererseits die Banken dazu zu bewegen, vermehrt Staatsanleihen zu kaufen (mehr hier). In Griechenland beispielsweise schrumpfte die Liquidität an den lokalen Märkten von Januar bis Oktober um 80 Milliarden Euro. Die neuesten Daten der griechischen Zentralbank verdeutlichten für den Zeitraum von Ende 2010 bis Ende Oktober einen Kreditrückgang von 6,7 Milliarden Euro. Die Einlagen bei den Banken gingen in derselben Zeit sogar um 33,2 Milliarden Euro nach unten (und werden außer Landes gebracht – mehr hier).

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Kommentare

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  1. Milton sagt:

    Ist damit der Tatbestand der Veruntreuung erfüllt?

    Immerhin sitzt die EZB in Frankfurt und sollte doch mal vom deutschen Gesetz abgeklopft werden.

  2. umL06 sagt:

    Die werden auch nicht mehr sparen, die Regierung in Griechenland holt sich Geld nun einfach und unkompliziert bei seinen eigenen Banken. 😀
    Also gibt es auch keine Gründe zum sparen, Geld ist doch genug da…

  3. M.Gatzke sagt:

    Unglaublich!
    Griechische Banken heben bei der EZB 25 Milliarden Euro ab

    Da verschlägt es mir die Worte- aber sie wären ohnehin vergebens.
    Das Rad dreht sich immer schneller, die Kassen füllen sich wieder- was vorne rein geht – geht hinten raus.
    Wieviele Gesetze noch gebrochen werden- wieviele Zentralbanken noch ihrer eigentlichen Aufgabe nicht mehr gerecht werden – zweckentfremdet werden, wir werden sehen.
    Das Jahr 2012 bringt eines sicher: ÜBERRASCHUNGEN- und nicht nur angenehme!

    In diesem Sinne
    allen frohe Weihnachten

  4. Chris sagt:

    ….(und werden außer Landes gebracht – mehr hier)… und sind in der Bilanz der EZB als TARGET 2 Forderung aufgetaucht!

  5. kroetenstein sagt:

    Auf gut Deutsch bezahlt der deutsche Steuerzahler die Rettung der griechischen Privatvermögen.

  6. lowabras sagt:

    Tja, dann ist wohl jetzt Schluss mit Reformen, Sparen, etc.!
    Die Party kann nun lustig weiteregehen und es gibt noch permanente Milliardengeschenke aus dem ESFS obendrauf!

    Das ist Politik vom Feinsten! Bravo „Stasi Tussi“!

  7. Toni-Ketzer sagt:

    😉 Tierqäulerei 😉

    Die griechische Wirtschaft wurde nicht nur auf drängen und Geheiß von Fr.Merkel ruiniert und eingespart. Nach Weisung von Fr.Merkel ist den Griechen nicht einmal die notwendige Demokratie gelassen. Dort in Griechenland herrschen Zustände bereits so offenkundig, fast wie in Deutschland Anno2011/12 immer noch im Verborgenen. Die Griechen stehen vor dem Trümmerhaufen was einst ihr Leben war welcher jener Elefant „Merkel“ im griechischen Porzellanladen hinterließ.
    Wie konnte es dazu kommen?
    Antwort:
    Die „Brussel-EG“ wurde über Jahrzehnte hinweg nicht einmal Ansatzweise ihre eigentliche Aufgabe gerecht. Die Kommissare sahen und wußten von den Unregelmäßigkeiten und deren Folgen für Griechenland und der europäischen Gemeinschaft. Jetzt wo die unschuldigen griechischen Bürger nicht nur mit Recht zornig sein dürfen, nun bekommen sie die Chance für ein Neubeginn mit absolut „heißen Geld“. Es ist das Szenario wie ein fast verdursteter Esel dem Salzwasser gereicht wird. So etwas nennt man sehenden Auges „Tierquälerei“!
    Ich denke abermals, das Kommissariat „Brussel-EG“ sollte wegen Unfähigkeit aufgelöst werden. Es macht einfach keinen Sinn aufgrund Löschwassermangel nun Benzin in die Flammen zu sprühen.

  8. Kein Eurofan sagt:

    Eine wirklich segensreiche Einrichtung diese EZB. Diese wohltätige Institution gibt allen Armen und Notleidenden beinahe zum Nulltarif Geld gegen Sicherheiten in Form fauler Eier. Ich würde meinen, man sollte diese EZB endlich für den Wohltätigkeits-Nobelpreis vorschlagen.

  9. Gast sagt:

    Ein Wunder ist geschehen:
    Kurz vor Weihnachten hat Gott wieder seinen Sohn zur Erde geschickt diesmal in Gestalt von
    Mario Draghi und schon wiederholt sich das Wunder von Kanaan: Brot und Fisch wachsen,
    Wasser wird zu Wein. In der Neuzeit lässt Gott durch seinen Stellvertreter auf Erden diesmal
    auf wundersame Weise das Geld wachsen. Es wächst nicht auf Bäumen, sondern vermehrt sich auf wundersame Weise in den Händen seines Sohnes Mario auf Erden. Große
    Zeiten brechen an, Wohlstand und Reichtum für alle, Luxus im Überfluss, Hunder, Armut und Leid auf der Welt verschwinden, ewiger Frieden herrscht.
    Hosianna