Schweizer Jugendliche machen zu viel Schulden

Ein Drittel aller Schweizer Schuldner ist unter 25 Jahre alt. Nun verbietet ein Gesetz Werbung für Klein-Kredite. So soll einer bedenklichen Tendenz Einhalt geboten werden.

In der Schweiz darf künftig nicht mehr für Klein-Kredite geworben werden. Das Parlament verabschiedete nun ein entsprechendes Gesetz. Der Nationalrat hatte sich bereits im September für das Werbeverbot für Klein-Kredite entschieden. (Im Gegensatz zu Großbritannien, wo die Bürger von der Regierung ermuntert werden, Schulden zu machen – mehr hier; und davon massiv Gebrauch machen – etwa für die Weihnachtsgeschenke – mehr hier).

Géraldine Savary von der Sozialdemokratischen Partei sagte der Nachrichtenseite The Local, die Verschuldung Jugendlicher sei ein ernstes Problem in der Schweiz. Kleine Kredite zu hohen Zinsen hätten dazu erheblich beigetragen. Ihrer Einschätzung nach, waren diese Kredite zu leicht verfügbar und die Werbung dafür sei mitverantwortlich für die hohe Verschuldung der Jugendlichen.

Die Hälfte verschuldeter Erwachsener hätte ihren ersten Kredit im Alter zwischen 18 und 25 Jahren aufgenommen, sagt Savary. Ein Drittel der Schweizer Schuldner ist unter 25 Jahren alt.

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Kommentare

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  1. Lehrer sagt:

    Im Kanton Aargau gibt es von der Hilfsschule (das sind besonders schwache Schüler) über die Real-, Sekundar- bis hin zur Bezirksschule dasselbe Mathematiklehrmittel, das einfach nicht zu gebrauchen ist. Das kann nicht gut gehen, die Schüler insgesamt werden mathematisch nicht mehr geschult, Dreisatz ade. Der Kanton Zürich soll sich inzwischen bereits wieder davon verabschiedet haben, die Bildungstheoretiker in Aarau bleiben beim Lehrmittel. Man muss die Kids nur noch mehr verblöden und entwurzeln, dann kaufen sie. Denn sie wissen nicht, was sie tun. Das Erwachen kommt nachher.

  2. lost sagt:

    Mein erstes Girokonto sah nach 3 Jahren aus wie Deutschland nach dem Bombenangriff.
    Diese Niederlage läutete das Ende meiner feudalen Gewohnheiten ein und führte zur Restauration der Kontoführung durch energische Sparmaßnahmen. Die unterstützt wurden von Mahnschreiben.

    Das Konto hatte ich geschenkt bekommen von der Sparkasse zum Eintritt in die Lehre, ausgestattet mit einem übermächtigen Dispo-Kreditrahmen, einem dicken Scheckheft und 50 Mark Guthaben.

    • Ichthyan sagt:

      @ lost

      In die selbe Falle bin ich als junger Mensch auch getappt (für ein Motorrad).
      Hat Jahre gekostet um mich daraus zu befreien.
      Doch solches Lehrgeld zahlt sich irgendwann aus, wenn man es nicht mehr erwartet.

      Bad experience comes from bad judgement; good judgement comes from bad experience.

  3. Kein Eurofan sagt:

    Ich glaube nicht, dass diese hochgescheite sozialistische Glanzidee einer in die Jahre gekommenen Jungfer irgendwelche Erfolge zeitigen wird. Der weitaus grösste Teil dieser Verschuldungen geht auf das Konto von Autokäufen. Der Interessent schaut sich die Karren an, der Autoverkäufer kommt und schwups wird ein Leasinggeschäft mit noch guter Provision für den Verkäufer eingefädelt. Reklame Kleinkredite hin oder her, die spielen doch gar keine Rolle von Bedeutung mehr. Ob Auto, Fernseher, praktisch alles kann auf Pump bei den Verkaufsstellen erworben werden, die Verträge sind dort schon parat auch ohne spezielle Reklame.

  4. C-M-C sagt:

    @redaktion:
    Oben in der Headline steht: „Die Hälfte aller Schweizer Schuldner ist unter 25 Jahre alt…“
    Unten beim letzten Satz: „Ein Drittel der Schweizer Schuldner ist unter 25 Jahren alt…“ Wat’n nu?

    @Forumsteilnehmer: Nicht hauen, aber manchmal bricht eben der Teutonen-Korinthen-Kacker heraus (Ich konnt‘ Ihn nicht mehr bremsen)….sogar 2 Tag vor Heiligabend…sorry… 😉

    • redakteur sagt:

      @Patrick und C-M-C

      Ja, da ist uns ein Fehler passiert. Wir haben das behoben.

      Richtig ist, dass ein Drittel der Schuldner in der Schweiz unter 25 Jahren alt ist. Die Hälfte aller verschuldeten Erwachsenen hat sich aber im Alter zwischen 18 und 25 Jahren das erste mal verschuldet.

      Danke für den Hinweis.

      Die Redaktion

  5. hunsrückbäuerlein sagt:

    na davon lebt doch das system…

  6. Patrick sagt:

    Die Headline passt irgendwie nicht so ganz mit dem letzten Satz zusammen.