China will Unternehmen in Europa statt Staatsanleihen kaufen

China will seine Devisenreserven nicht mehr in erster Linie in Staatsanleihen stecken. Peking hat ein neues Investment-Vehikel ins Leben gerufen. 300 Milliarden Dollar wollen die Chinesen in europäische und amerikanische Unternehmen investieren.

China verfügt über Währungsreserven im Wert von über drei Billionen Dollar (September 2011) und investierte bisher sehr viel Geld vor allem in amerikanische Staatsanleihen – aber auch europäische Staatsanleihen waren von Interesse. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sowohl in den USA als auch in Europa veranlassen die Chinesen nun, ein neues, schon seit längerem geplantes Investitionsinstrument mit einem Gesamtvolumen von 300 Milliarden Dollar umzusetzen.

Dieses Instrument soll aus zwei Fonds bestehen und der staatlichen Devisenverwaltung angehören. Ein Fonds wird sich auf die Investitionen in den USA konzentrieren und der zweite auf Europa. Ziel ist es, mit aggressiveren Investitionen in Übersee die Gewinne zu steigern und so die Währungsreserven profitabler zu machen. Die Manager des Instrumentes sind einer Quelle von Reuters zufolge bereits ausgewählt, Details hinsichtlich der Ausgestaltung des neuen Investitionsinstrumentes liegen allerdings noch nicht vor.

„Das Unternehmen wird in Yuan gezeichnete Staatsanleihen ausgeben“, sagte der Informant. Ähnlich wie beim chinesischen Staatsfonds kann sie die dadurch erworbenen Yuan nutzen, um „bei der Zentralbank oder privaten Banken fremde Währungen für Investitionen in Übersee zu kaufen“. China betont seit langem, die Investitionen in amerikanische und europäische Unternehmen auszuweiten. Diese sind derzeit weniger risikoreich als der Kauf von Staatsanleihen und das Wissen über neuste Technologien in etlichen Firmen ist für China von großem Interesse.

Damit könnte China seine internationale Politik fundamental ändern: Offenbar erkennen die Chinesen, dass der größere Wert für Investments in der Realwirtschaft liegt. Es erscheint Peking nicht mehr besonders attraktiv, der größte Gläubiger der USA zu sein. Die Amerikaner zeigen wenig Anstalten, ihre Volkswirtschaft wettbewerbsfähig zu machen. Kreativ bleiben sie einzig bei neue Finanzprodukten als globalen Zeitbomben Exportschlagern. Und selbst die nicht besonders umweltbewußten Turbo-Kapitalisten in Peking schrecken vor dem Wort toxic zurück, wenn es im Zusammenhang mit Finanzprodukten fällt.

Kommentare

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  1. B-Schmitt sagt:

    China will Unternehmen in Europa statt Staatsanleihen kaufen : und deren Patente und Know How. Ein listiger Plan -oder so etwas Ähnliches-….

  2. malocher: sagt:

    Schnell noch gute westliche Technologie kaufen mit wertlosen Dollars.

  3. tomorrow sagt:

    An Chinas Stelle würde ich auch besser im Ausland investieren, wenn ich gewahr werde, dass die Immobilienblase in meinem Land, bald explodiert.
    An derer Stelle hätte ich mittlerweile Panik vor 2012, wenn sich zeigt, dass sich der chinesische Kapitalkommunismus dem vorläufigen Ende zuneigt und die Gewinne und Investitionen für viele Jahre rückläufig gehen.
    Es ist leider Fakt, dass die Exporte und Überschüsse Chinas, weit geringer ausfallen als erhofft. Hinzu kommen die vielen finanzierten Immobilien, deren Bauträger mittlerweile pleite sind und deren Verantwortliche sich reihenweise dem Suizid hingeben und wer das nicht tut, verschämt sich mit seinem Geld in ausländische Gefilde. Nichts ahnend, dass sie auch dort von ihrem Geheimdienst aufgespürt werden und ihrer wohlverdienten Altersruhe zugeführt werden.

    Nun hat Europa gewisse Probleme mit der Solvenz. Für China bedeutet das entweder einen Wirtschaftseinbruch um ca. 15% hin zu nehmen oder in Europa und USA zu investieren und auf Einkaufstour zu gehen. Der asiatische Markt ist zu hart umkämpft, als dass China dort seine Verluste kompensieren könnte.

    Eine andere Option ist, seine Macht aus zu spielen und zusammen mit Russland den mittleren Osten gegen die Interessen der NATO zu verteidigen. Dann würden die Karten neu gemischt und jeglicher Ausgang wäre wieder offen. Sollte diese Option gezogen werden, ist freilich nichts mehr sicher. So eine Situation ist aber, wie immer, nicht der Wunsch der vernünftigen Menschen, sie würde wohl eher im Desaster enden.

  4. Josef Hirsepp sagt:

    die Chinesen sind schlau und lassen sich nicht fuer dumm verkaufen!
    Sie wollen echte Werte als Sicherheit fuer ihr Geld !
    Hier sitzen die Banken auf Papieren von Staaaten, die uns erzaehlen sie wuerden keine Schulden mehr machen wollen, einen ausgeglichenen Haushalt anstreben, was ja nix anderes bedeutet als dass die Aufnahme von Schulden konstant sind, sozusagen die Steigerung eine NULL NUMMER ist 😉 !
    Don’t bullshit a bullshitter, sage ich dazu nur.

    DIE STAATSAPPARATE sind alle zu teuer!

  5. Stasi sagt:

    Merkel hat die BRD wirtschaftlich ruiniert.
    Jetzt will China die restliche, noch einigermaßen gesunde Unternehmen kaufen.
    Die deutsche Kommunisten reiben sich die Hände vor Freude- der neue „Ostblock“ ist vollendet und der Grossbruder China wird helfen, falls hier jemand auf die Idee kommt dagegen zu protestieren.