Spanische Kommune führt Peseta wieder ein

Aus Angst vor dem Untergang des Euro hat eine spanische Gemeinde seine alte Währung, die Peseta, wieder eingeführt. Bis zum Ende des Jahres können die Bewohner mit der alten Währung bezahlen. In den ersten Wochen gab es immerhin einen kleinen Aufschwung.

In der Gemeinde Salvaterra de Miño nahe der portugiesischen Grenze wurde in einem Experiment die Zeit zurückgedreht und die Peseta wiederbelebt, berichtet Agence France Press. Geplant war das Projekt, das Anfang Oktober startete, ursprünglich für einen Monat. Doch die über die Stadtmauern reichende positive Resonanz hat die Stadt dazu veranlasst, das alte Zahlungsmittel noch bis zum 31. Dezember zuzulassen.

Nicht nur bei den Stadtbewohnern wurde die Wiedereinführung der Peseta begrüßt. Wie Ladenbesitzer aus Salvaterra de Miño berichten, Spanier kommen aus dem ganzen Land, um mit ihren letzten Peseten Einkäufe zu tätigen. Für die Stadt ein willkommener Impuls. Wie viele andere Städte, von der Schuldenkrise und der zerplatzen Immobilienblase getroffen, lag die Wirtschaft auch in Salvaterra de Miño so gut wie brach. Zahlreiche angefangene, aber nie beendete Bauprojekte zeichnen das Bild der Stadt. Die kurzzeitige Auferstehung der Peseta hat die lokale Wirtschaft nun wieder angekurbelt. So rechnen die Einzelhändler mit einem Umsatz von rund einer Million Peseten – also 6.010 Euro.

Wie eine aktuelle Umfrage im Land ergab, ist der Euro bei 70 Prozent der Spanier eher unbeliebt, da sie mit der Einführung nur Preiserhöhungen verbinden und persönlich keinen Nutzen aus der einheitlichen Währung ziehen konnten. Die spanische Zentralbank schätzt, dass umgerechnet noch rund 1,7 Milliarden Euro in Peseten in spanischen Haushalten schlummern. Doch auch wenn die Peseta für viele einen hohen nostalgischen Stellenwert besitzt – ein Zurück wollen sie noch nicht, da dies das Ende der Mitgliedschaft im Euro-Raum bedeuten würde.

Mehr zum Thema

US-Kommune kürzt Renten, um Gläubiger zu bezahlen
Notenbanken suchen nach Kapazitäten von Druckmaschinen
Studie: Euro-Krise wird Schweiz 2012 voll treffen

Kommentare

Dieser Artikel hat 14 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Party Bäär sagt:

    Wir,Ihr und Sie
    waren dämhhhhlich 1989 auf die Stra0e zu gehen um die Ost Mark abzugeben.
    Schönen Abend noch.

  2. Kritiker sagt:

    Lastwägen ist falsches DEUTSCH, Mehzahl ist auch Lastwagen.
    Wer wollte denn den EORO???
    Wir freuen uns auf die DM

  3. khaproperty sagt:

    Beispielgebend!
    Bei wem ist der Euro schon beliebt, der nicht eine einzige Funktion einer Währung ernst- und dauerhaft zu gewähren vermag.
    Kaum zehn Jahre alt, mußte er schon Gegenstand seiner Abschaffung werden. Wie peinlich.
    Er diente in seinem kurzen Leben allein vielfältigen Betrügereien, geradezu kriminellen Machenschaften und hat Schäden angerichtet, die in Hundertschaften von Milliarden schon jetzt kaum mehr zu erfassen sind.
    Da muß sich jeder fragen, was das alles denn noch soll – außer ein paar windigen Politikern Gehälter und Pensionen zu sichern für noch ein paar Monate.

  4. Rico Coracao sagt:

    Wo muß ich hinfahren?
    Ich habe noch viele Peseten und
    Escudo Scheine aus der guten alten Zeit..90er 🙂

    1989: 400DM für 4 Wochen Züge (kein ICE,TGV) fahren in ganz Europa:
    Das war das echte & freundschaftliche EUROPA, danach wurden nur noch
    Gesetze verabschiedet, die der korrupten Globalindustiebande dienten.

    Wie weit kommt man heute mit 200€ im Zug ?
    Die Umstellung auf Euro war ein riesiger Vermögensbetrug, eine Vergewaltigung
    der Nationen! Sehr mutig von den Personen, die mit ihrem echten Namen aufgetreten
    sind und diese Entwicklung verursacht haben.
    Ich glaube diese Erde ist zu klein und die Wut zu groß um sich nach dem
    Totalcrash irgendwo verstecken zu können 🙂

  5. Günter sagt:

    Solange die Bundesbanken die alte Währung noch umtauschen, ist dies überall möglich, außer in Frankreich. In Deutschland hat es auch immer wieder Einzelhandelsgeschäfte gegeben, die für einen Tag DM akzeptierten.Eine gute Idee wie ich finde, denn es gibt viele Bürger,die noch ein paar Münzen in alten Sachen finden und damit nicht zur LZB laufen wollen(können).

  6. General-Investigation sagt:

    „Wie eine aktuelle Umfrage im Land ergab, ist der Euro bei 70 Prozent der Spanier eher unbeliebt, da sie mit der Einführung nur Preiserhöhungen verbinden und persönlich keinen Nutzen aus der einheitlichen Währung ziehen konnten.“

    Anders sieht es bei uns doch auch nicht aus, denn mit dem Euro haben sich viele Priese schlicht verdoppelt und von Vorteilen für den Normalverbraucher ist wohl nichts zu entdecken. Ich befürchte, wenn man in allen Euro-Ländern nachfragt die mit € zahlen, wird es ähnlich aussehen.

  7. Ypsilon sagt:

    I wish you ‚ merry crisis and a happy new fear‘

  8. Sven sagt:

    Ein (T)Euro ist 166,386 Pesetas, dementsprechend ist 1 Million Pesetas natürlich Euro 6010 und nicht 10.000,-. Ein wenig Recherche, tut auch einer ansonsten guten Zeitung wie Ihrer, ein wenig gut !
    Frohe Weihnachten.

    • redakteur sagt:

      Ja, Sie haben Recht. Vielen Dank für den Hinweis – wir haben das korrigiert.

      Die Redaktion

  9. kneipier sagt:

    Warum in die Ferne schweifen…:

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/alternative-waehrungen-wer-will-schon-euro-wenn-er-chiemgauer-haben-kann-1.1193649

    Daneben gibt es auch die „Initiative Neue WirtschaftsOrdnung“ (INWO).

    Das sind durchaus Ansätze, sich von den Schwindelwährungen $ + € regional zu entkoppeln.
    Dabei gibt es keine Zinsen, das Geld muss umlaufen und verliert durch „Hortung“ an Wert.

  10. FDominicus sagt:

    Schön gebt den Spaniern Ihre Währung wieder und wir nehmen eine Goldmarkt. Dann hat jeder was er möchte.

    • Karl Heinz sagt:

      Zitat:“…..und wir nehmen eine Goldmark(t)……“

      Bitte überdenken Sie diesen Wunsch noch einmal.
      Wer kontrolliert die Goldmenge und den Goldpreis?

      Bei der Umstellung der Gelddeckung auf Gold würde nur ein Glaubensbekenntnis durch ein noch viel älteres ersetzt.

      Wir brauchen aber kein neues Glaubenssystem, sondern einen natürlichen, transparenten Geldkreislauf, in dem das Geld den gleichen Gesetzmäßigkeiten folgt, wie die damit getauschten Waren.
      Und ganz wichtig – es darf kein automatischer Abschöpfmechanismus enthalten sein.