Zu hohes Defizit: Spanien muss noch radikaler sparen

Der Plan der neuen spanischen Regierung, das Defizit des Landes abzubauen, erhält durch neue schlechte Zahlen einen Dämpfer. Wirtschaftsforscher erwarten, dass die von der EU geforderten Defizit-Ziele nicht erreicht werden.

Mariano Rajoy hat sich zum Ende des Jahres das Ziel gesteckt, das Haushaltsdefizit auf sechs Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) zu drücken. Dafür verfolgt er konsequent eine massive Sparpolitik. Doch die derzeitigen Bemühungen genügen nicht, um das Ziel zu erreichen, wie El País berichtet. Der Direktor des Think Tank Funcas, Ángel Laborda, gab am Mittwoch bekannt, dass die Regierung das Ziel deutlich verfehlen werde. So liege nach Angaben des Think-Tanks der Fehlbetrag bei acht Prozent des BIP – also zwei Prozentpunkte über dem Ziel. Da das derzeitige Sparmaßprogramm das gewünschte Ziel nicht erreicht konnte, geht Laborda davon aus, 2012 müssten härtere Maßnahmen getroffen werden.

Rajoy verkündete erst zu Beginn der Woche bei seiner Amtseinführung, dass er fest davon ausgehe, den Defizit-Abbau auf sechs Prozent des BIP erreicht zu haben. Aufgrund dieser Annahme plane er für 2012 ein Sparprogramm, das sich auf 16,5 Milliarden Euro beläuft. So könne auch der nächste Vorsatz – ein Defizit von 4,4 Prozent des BIP Ende 2012 – problemlos erreicht werden, meint Rajoy.

Berechnungen des Think-Tank Funcas zufolge müssen die Einsparungen jedoch mehr als doppelt so hoch sein. Da ein Prozentpunkt des BIP 10 Milliarden Euro beträgt, das Defizit-Ziel um zwei Prozentpunkte verfehlt werden wird, müssten im nächsten Jahr also weitere 20 Milliarden Euro zusätzlich eingespart werden.

Da rücken die guten Absichten Rajoys, die Maßnahmen auf die Senkung der Ausgaben – und nicht auf Steuererhöhungen – zu konzentrieren, in weite Ferne. Zusätzlich erschwert werden die Bemühungen der spanischen Regierung durch den Abschwung der Wirtschaft, da die Steuereinnahmen dadurch hinter den Berechnungen bleiben dürften. Zudem prognostizieren Wirtschaftsforscher eine schrumpfende Wirtschaft für das letzte Quartal des Jahres sowie für die erste Hälfte des Jahres.

Mehr zum Thema:
Großbritannien offenbar schon in der Rezession
Größter Konkurs eines Bezirks in der Geschichte der USA
Italien sagt Steuersündern den Kampf an

Kommentare

Dieser Artikel hat 10 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Melik Hanceroglu sagt:

    Ich bin mal gespannt was das alles wird 🙂
    http://www.imhaushaltsparen.de

  2. kneipier sagt:

    Wann begreifen die Leute, daß es ALLEN STAATEN unmöglich ist, von ihren Schulden „herunter zu kommen“ oder gar zu tilgen! Nichts ausser Zinsen geht…wenn es geht…! „Sparen,Steuern etc.“ sind Absichtserklärungen, die NIE einzuhalten sind.

    Alle Aussagen, wie hier im Artikel, sind Augenwischerei, Volksverdummung und haben nur das Ziel, ungeschoren so wie jetzt auf unbestimmte Zeit weiterwursteln zu können. Diese Typen wollen nur ihre Privilegien erhalten.

    Nichts geht mehr. Nur zugeben möchte es Keiner.

  3. Maria del Mar sagt:

    Hallo Leute,

    solange der Euro bleibt, so lange gehen die PIIGS Richtung Abgrund. Die Geschwindigkeit wird sich noch erhöhen bis Spanien im Eurokorsett ersticken wird. Wenn Spanien dann nach verlorenen Jahren endlich wieder die Peseta eingeführt hat, wird es Spanien schlagartig besser gehen und einen neuen Boom erleben. Mit dem EURO unmöglich. So einfach ist die Sache. Aber für Ruckradlose dumme Deutsche Politiker natürlich zu schwer zu verstehen. Die lassen lieber ihr eigenes Volk dafür bluten.

    • Atreides sagt:

      Für Spanien wäre die Rückkehr zur nationalen Währung bestimmt besser. Ich selbst würde sagen, daß ich zwei Drittel meiner Kaufkraft durch den Euro verloren jabe, und so geht es den meisten Leuten, deren Einkommen die Teuerung nicht haben auffangen können. Die Tarife für eigene Dienstleistungen lassen sich nicht so leicht anpassen, ohne damit die Auftragseingänge in gefahr zu bringen, man arbeitet also heute doppelt so viel wie 2002, wenn nicht noch mehr. Man bedenke einmal die gestiegenen Stromkosten, die höheren Sozialversicherungsbeiträge, die von den Einwanderern, die keine Beiträge zahlen, aufgefressen werden; die schlechteren Leistungen des Staates, die nachlassende Wartung der Infrastrukturen u.v.a.m. Banken und Sparkassen nehmen für immer weniger Dienstleistungen immer mehr Geld.

    • Munnie sagt:

      Das Problem in D ist, dass die deutschen Politiker alles andere im Sinn haben, als das Einkommen des Volkes zu sichern. Dass wir bluten müssen, geht denen vollkommen am A…… vorbei. Das haben sie in den letzten 10 Jahren mit der Agenda 2010 schon hinreichend bewiesen.
      Entscheidend sind „höhere Ziele“, wie z. B. die Vereinigten Staaten von Europa, die NWO, ausreichender Schulterschluss mit Amerika, Exportquoten usw.
      Dazu brauchen sie eine ausreichend große Krise, um all die verdeckten Ziele zu erreichen.

  4. Klaus Sieger sagt:

    Ich bin wirklich gespannt wann auch der letzte „Gläubige des Schuldsystems“ endlich bemerkt, das das Rettungsgeschwätz, Spargeschwätz Teil des Crashsystems ist und alles aber auch ALLES was nichts mit der Abschaffung des herrschenden Geldsystems zu tun hat, nur „Perlen vor die Säue“ ist und nur Vernichtung von Wohlstand der Bürger bedeutet. … es wird wohl immer noch dauern und dauern … „Brot und Spiele“ funktioniert! Auch wenn ein Land nach dem anderen in sehr kurzen Abständen das GLEICHE Schicksal ereilt … die Menschen erkennen immer noch nicht die Zusammenhänge und das da System dahintersteckt …. Schlafen ist eben doch angenehmer als Aufwachen

  5. Atreides sagt:

    Die großen Überraschungen kommen ja erst noch, wenn die neue Regierung, die gerade einmal 2 Tage im Amt ist, die wahren Zahlen der sozialistischen Mißwirtschaft der PSOE unter Rodríguez Zapatero findet und auswertet. Das sah man ja schon im Juni nach den Landtagswahlen in Kastilien-La Mancha, wo man unbezahlte Rechnungen der Landesregierung von über 2 Mrd. Euro vorfand, oder in den verschiedenen ehemals sozialistisch geführten Städten und Gemeinden, die weit über ihre Möglichkeiten verschuldet sind, weil man dort das Geld nur so aus dem fenster warf. Allerdings ist auch das Land (die Autonome Gemeinschaft) Valencia pleite, und dort regiert die Volkspartei schon seit etwa 4 Legislaturperioden.
    EIn Land ohne Industrie von Gewicht (die Produktion wurde vor allem nach Asien verlagert) und mit hoher Arbeitslosigkeit und Millionen von EInwanderen vor allem aus Südamerika, die teilweise massiv eingebürgert wurden und jetzt Europäer sind, wird es schwer haben, die fehlenden Einnahmen auszugleichen.

    • Rumpelstilz sagt:

      @ Atreides

      So ist es!

      Trotz massivem Drängen der linken Medien, liess sich Rajoy nicht hinreissen, im voraus Sparpläne bekanntzugeben. Wie Sie bereits erwähnten, machte die PP nach den Kommunalwahlen die Erfahrung, dass es Schränke voll mit unbezahlten Rechnungen gab.

      Rajoy sagte, zuerst muss Kassensturz gemacht werden, und danach sehen wir weiter.

      Rajoys Regierungsstart war gut, vor allem der Paukenschlag mit dem CNI
      (Geheimdienst). Der CNI wurde dem Militär ohne Vorwarnung entzogen und steht jetzt unter der Leitung der neuen starken Frau in Rajoys Kabinett: Soraya Saenz de Santamaria. Diese Frau sollte man im Auge behalten. Sie ist die Jüngste und Kleinste im Kabinett, aber extrem klug, clever und loyal.

      • Atreides sagt:

        Soraya hat bestimmt mehr zu sagen, als der schlappe Rajoy. Und die Merkel wird sie bestimmt nicht unter ihre Fuchtel bringen können, die beißt nämlich zurück.
        Leider fangen die Abgeordneten selbst gar nicht erst mit dem Sparen an. Wenn man bedenkt, daß die neuen Parlamentarier gleich mit iPhone, iPad, DSL-Leitung zu Hause auf Kosten des Parlaments usw. ausgestattet werden, gehnt man im Parlament schon einmal mit schlechtem Beispiel voran. Diese Einzelheiten wurden eigentlich nur dadurch bekannt, daß der UPyD-Abgeordnete Tony Cantó auf diese Gaben verzichtet hat.
        Wir werden sehen, was die neue Regierung ab dem 7. Januar, wenn das Weihnachtsfeiern in Spanien zu Ende ist, machen wird und ob es dann den Euro noch gibt oder nicht.

        • david sagt:

          hier wird durch nur ein theaterstück aufgeführt – und zwar weltweit!

          der inhalt steht auf den georgia guidestones, welche es seit 1980(!) in die welt posaunen und wirklich niemand es für nötig hält diesen wahnsinn abzureißen!

          und wer sonst als satan, die alte schlange, der drache der von gott aus dem himmel verband wurde um auf erden sein unwesen zu treiben – könnte da besser regie führen?

          es gibt nur eine rettung aus dem dilemma dieser matrix! aufwachen und seinen frieden mit jesus christus finden, denn die zeichen der zeit stehen auf 5 vor 12! Jesus wird bald wiederkommen, seine gemeinde abholen und dann wird sich der antichrist und satan der welt ganz ungeniert „öffentlich“ zeigen. vorher darf er es nämlich nicht – er hat nämlich nicht die erlaubnis gottes 🙂

          aber wer augen hat der sehe, wer ohren hat der höre! die moral wird immer mehr abfallen …