Russland: Historischer Aufstand gegen Putins Regime

In Moskau haben am Weihnachtswochenende hunderttausende gegen Vladimir Putin demonstriert. Das größte Problem in Russland ist der hemmungslose Raubtier-Kapitalismus. Immer mehr Investoren drohen mit dem Abzug ihrer Investments.

Zehntausende Menschen zogen auch heute wieder durch die Straßen von Moskau, um gegen das Ergebnis der Parlamentswahlen vom 4. Dezember und die mögliche Rückkehr von Vladimir Putin als Präsident zu protestieren. In den vergangenen Tagen war es wiederholt zu Protestmärschen gekommen (Investoren fürchten sich bereits vor einem Umsturz ähnlich dem Arabischen Frühling – mehr hier).

Angaben der Polizei zufolge nahmen mindestens 28.000 Menschen an den Kundgebungen teil. Die Veranstalter der Proteste sprachen hingegen erneut von bis zu 120.000 Teilnehmern. Neben der Forderung nach korrekter Demokratie werden auch wirtschaftliche Vorbehalte gegen Putins Politik lauter. Korruption und ungerechte Verteilung würden wirtschaftlichen Stillstand verursachen, befürchten viele.

An den gestrigen Protesten hatte sich auch der Oligarch Mikhail Prokhorov beteiligt. Er plant Putin bei der Präsidentenwahl im März herauszufordern. Der ehemalige Präsident der Sowjetunion Michail Gorbatschow und der frühere Finanzminister Russlands Alexei Kudrin hatten ihre Teilnahme an den Demonstrationen ebenfalls angekündigt. Das zunehmende Engagement von Personen aus politischen und wirtschaftlichen Kreisen zeigt, dass die Protestbewegung auch bei russischen Eliten an Rückhalt gewinnt.

Die Kundgebungen sind nun an einem kritischen Punkt angelangt. Gelang es den Organisatoren bis zuletzt Massen zu mobilisieren, fürchtet man bereits einen erheblichen Rückgang zu Beginn der Neujahrsfeiertage.

Bisher reagierte Vladimir Putin, gegen den sich die Kritik hauptsächlich richtet, nur sehr verhalten auf die Proteste. Personen aus dem politischen Umfeld äußersten Reuters zufolge, er unterschätze die Dynamik der Proteste.

 
Die Berichterstattung von Russia Today über die Proteste am 24. Dezember:

Mehr zum Thema:
Russland fürchtet Inflation
Putin warnt vor „katastrophalem Kollaps Italiens“
„Europa droht dasselbe Ende wie der Sowjetunion“

Kommentare

Dieser Artikel hat 23 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Durchblicker sagt:

    Es bleibt nur zu hoffen dass der angloamerikanische Plan in die Hose geht, sich in Russland einzumischen.

  2. hunsrückbäuerlein sagt:

    die USA-Aggitation hat Russland infiltriert, Putin wird das wissen zu unterbinden und umzudrehen…….die USA provozieren einen neuen kalten Krieg gegen RU und China. Es wird Zeit, dass CHina dem ein Ende setzt und wenigstens einen Teil seiner US-Staatsanleihen auf den Markt wirft um dem Ami klar zu machen, wer das Brot backt, das er frißt.

    • ahnungsloser sagt:

      Nicht der Ami ist das Problem, sondern das britische Empire. Die Geschichte der Amis geht ein bischen anders, siehe Lincoln oder Franklin Roosevelt. Deren Zeiten als Präsident hatte auch Auswirkungen auf Deutschland.

  3. Autofokus sagt:

    Immerhin die Menschen in Moskau gehen auf die Strasse und protestieren gegen die Misstände, anders als in Europa, wo die Bürger sich komplett einlullen liessen und apathisch sind, darüber, was hier alles abläuft. Dabei sind die Zustände, was Entdemokratisierung, die Korruption, was die EUdSSR plant (ESM !), was direkte Machtübernahme der Finanz-Oligarchie in den Regierungen Europa’s betrifft, bei uns um Einiges mehr zerstörerisch, als in Russland.
    Da machen Europa’s Mainstream-Medien und die Einheitsparteien ganze Arbeit, dass die Bürger nicht wissen oder verstehen können, worum es geht. Deshalb geht hier auch fast niemand protestieren, genau deswegen auch lassen sie sich alles über den Kopf stülpen.
    In kurzer Zeit wird es in Europa zu spät sein, mit Protesten und Demos die fatale Entwicklung aufzuhalten oder gar in eine andere Richtung zu bringen.
    An einen Zusammenbruch der Finanz- und Wirtschaftsdiktatur mag ich gar nicht glauben, denn alles läuft nach Plan ! Ein Trauerspiel mit schlimmen Folgen.

  4. Chris sagt:

    Korruption, Machtmissbrauch und Unterdrückung der Bevölkerung sind keine Eigenschaften des Kapitalismus, das sind Elemente des Sozialismus! Den Kapitalismus zeichnen freie Märkte und Konkurrenz aus!

    • Munnie sagt:

      Dann müssen wir wohl im Sozialismus leben 🙂

      Ich denke, inzwischen gelten alle Eigenschaften für alle Systeme. Es geht nur noch um die Umverteilung von arm nach reich. Nichts anderes zählt mehr.

      Wirklich freie Märkte gibt es nicht mehr. Oder denktst du, dass eine Finanzierung unserer Exporte über Target 2 Kennzeichen eines freien Marktes ist, wenn letztlich das eigene Volk die Zeche zahlen muss?
      Korruption, Machtmissbrauch und Unterdrückung der Bevölkerung findet auch hier im großen Stil statt, wenn auch ein bißchen subtiler.

      • ahnungsloser sagt:

        Richtig erkannt wenn keine freien Märkte dann auch kein Kapitalismus und nicht die Definition umdrehen. Kapitalismus heist Jeder kann mit Jedem einen Vetrag eingehen ohne das ein Dritter sich einmischt, wie zB. der Staat

    • hunsrückbäuerlein sagt:

      hallo Chris,

      perfekte Hirnwäsche, alles rausgeputzt, nix mehr drin! 100% erfolgreich!

    • Moon sagt:

      Kapitalismus ist die Bezeichnung für die Herrschaft des Kapitals! Durch den Zinseszinseffekt wird ständig von der arbeitenden Bevölkerung zu den Geldbesitzern umverteilt, oder anders: die Armen werden ärmer, die Reichen reicher. Innerhalb dieses Geldsystems KANN es keine freien Märkte geben. Es ist systemisch bedingt, dass sich anfangs freie Märkte, freies Unternehmertum und eine freie Gesellschaft hin entwickeln zu Oligopolen, supranationalen Konzernen und Protektionismus. Mit diesem Geldsystem KANN es keine freie Marktwirtschaft geben! Punkt.

  5. bauagent sagt:

    Interresant an dieser Medlung ist vor allem die Tatsache, dass Russland aufgrund der politischen ( Un ) Kultur viel leichter erkennbar von der Hochfinanz-Elite gesteuert wird.

    Die Massen erleben vielleicht einen zurückgetretenen Putin. Sie werden danach einen neuen Putin in anderem Gewand erleben, der auch nichts anderes, als eine Hochfinanz bzw. Oligarchie – Marionette wird.

    Es wird immer nur die Farbe, nie aber das System verändert.

    Bei uns dagegen hat man bereits eine weitere Stufe gezündet. Hier ist mittels fein getunter Medien alles derart verwirrend, dass nur noch interessierte Beobachter durchblicken, was überhaupt läuft.

    So funktioniert es in Pseudodemokratien.

  6. murksel sagt:

    Zitat:
    “ Neben der Forderung nach korrekter Demokratie werden auch wirtschaftliche Vorbehalte gegen Putins Politik lauter. Korruption und ungerechte Verteilung würden wirtschaftlichen Stillstand verursachen, befürchten viele.“

    Diesen hemmunglsosen Raubtierkapitalismus gibt es in der EU doch auch.
    Und speziell die nicht einmal demokratisch gewählten Banker , wie Herr Papademos und Herr Monti , in Griechenland und Italien verschlimmern dies alles doch noch.
    Mit Hilfe der Politiker werden Gewinne privatisiert und Verlust werden sozialisiert.
    Die Mittelschicht wird zunehmend in die Armut getrieben , indem eben die Verluste sozialisiert werden. Das ist keine soziale , noch nicht einmal eine freie , Marktwirtschaft.
    In der freien Marktwirtschaft trägt derjenige der ein Risiko eingeht auch dieses Risiko selbst. Das haben die Politiker ja nun ausgehebelt, indem sie den Steuerzahler haften lassen!
    Und die ungerechte Verteilung geht auch hier weiter und weiter.

  7. Karl Heinz sagt:

    Tja – so ist das, wenn ein Staat noch nicht mit den Segnungen der „westlichen Demokratie“ ausgestattet ist.

    Da gibt es dann noch Opposition. Das sollte normal sein in einer funktionierenden Demokratie.

    In den sogenannten „westlichen Demokratien“ ist das anders. Da entstammen Regierung und Opposition tatsächlich einer, verdeckt opperierenden, Einheitpartei.
    Neue Parteien müssen erst „demokratietauglich“ geputscht werden – siehe die Entwicklung der Grünen. Wer das nochmal miterleben will, sollte auf die baldigen Veränderungen der Linken achten.

    • J. C., geb. Püschl sagt:

      In den sogenannten “westlichen Demokratien” ist das anders. Da entstammen Regierung und Opposition tatsächlich einer, verdeckt opperierenden, Einheitpartei.

      Oma würde sagen: „Egal, welchen Zinken einer bevorzugt, es ist die selbe Gabel!“

      • ahnungsloser sagt:

        Besserer Vergleich ist, setzt dich mit dem Hintern auf eine laufende Kreissäge und sage dann welcher Zacken dich geritzt hat.

      • J. C., geb. Püschl sagt:

        zu oben:

        Der erste Absatz ist ein Zitat von Karl-Heinz.
        Habe versäumt, diesen als solchen zu kennzeichnen.
        Bitte um Vergebung!

  8. KiD sagt:

    50 Jahre AKW – wie viele Millionen haben gegen Atomkraft demonstriert? Gegen den Irakkrieg haben sich in New York 400.000 Menschen versammelt. Bushs Wahl war auch nicht astrein. Gegen den Umbau des Stuttgarter Bahnhofs sind ebenso viele Menschen auf die Strasse gegangen. Hat das die Bundesregierung erschüttert? Das hat nicht mal den Projektleiter überzeugt. Wie überall fehlen auch hier Hintergrundinformationen. Wer sind die Aufrüher? Welche Rolle spielt die Destabilisierungspolitik der westlichen Medien? Zehntausende protestieren erneut gegen Stuttgart 21 http://www.nachrichten.de/politik/Angela-Merkel-Bundeskanzlerin-Eskalation-Stuttgart-21-Friedfertigkeit-cid_3953867/

    http://sandrakoe.files.wordpress.com/2010/10/stuttgart-21-demo-2.jpg?w=500

    • Zeitzeuge sagt:

      Was lernen wir daraus, wenn wir dazu in der Lage und nicht ideologisch im Kopf verkorkst sind: Wer demonstriert, muß die konkrete Macht infrage stellen, sonst kommt eben nichts raus (siehe Occupy, EDJ, aCAMPada usw. – alles bewußt in die Irre gefährte dumme Massen). Die Machtfrage ist die eigentliche, aber genau die wird ganz gezielt ausgeblendet, selbst von vielen linken Agitatoren. Daran ist zu erkennen, wie sie alle vom System unterwandert sind.

  9. Brainsworld sagt:

    Versteh ich nicht, wo wäre der Unterschied zur aktuellen Russischen Regierung?

    • Zeitzeuge sagt:

      Der Einfluß der CIA wäre größer, Russland ist in keiner Weise auf die Errichtung einer eigenständigen staatsrechtlich und staatsphilosophisch sauberen basisdemokratisch ausgerichtete Zivilgesellschaft vorbereitet, lediglich die „Stagnation“ unter Putin ist überall inzwischen zu spüren. Das ist kein Fundament für eine positive Entwicklung.

      • Karl Heinz sagt:

        Zustimmung – politische Deppen sind nicht zu tragfähigen, basisdemokratischen Entscheidungen in der Lage.

      • hunsrückbäuerlein sagt:

        ihr kennt euch alle gut aus in ru, lebt ihr alle da?

      • ahnungsloser sagt:

        Wie lange hatte Putin bis jetzt Zeit gegen eine Stagnation anzugehen und mehr Mittel im sozialen Bereich einzusetzen. Wer sind die, welche Putin ständig unter Druck setzen. Aktuell erst wieder mit den Drohungen den Iran angreifen zu wollen.