Lagarde kritisiert EU-Fiskalpakt: „Zu ungenau, zu kompliziert“

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds hält die Beschlüsse des EU-Gipfels für nicht ausreichend, um eine Weltwirtschaftskrise zu verhindern. Sie hält die Lage für unverändert gefährlich.

Christine Lagarde ist stets zur Stelle, wenn es darum geht, die Dramatik der Lage zu thematisieren (ein Beispiel – hier). In einem Interview mit der französischen Zeitung Journal du Dimanche kritisierte die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) nun die EU-Beschlüsse beim jüngsten Gipfel in Brüssel: „Der Gipfel vom 9. Dezember war nicht detailliert genug, was die fiskalischen Vereinbarungen anlangt. Und er war zu kompliziert in den prinzipiellen Fragen.“ Die Schuldenkrise sei ein Thema, dass die Welt auch noch im Jahr 2012 beschäftigen werde. Die Idee eines Fiskal-Pakts (wird von der EU selbst schon wieder in Frage gestellt – mehr hier) habe die Märkte nur vorübergehend beruhigt. Die Vertrauenskrise bestehe weiter und mit ihr die Sorge um die Solidität des gesamten Finanzsystems.

Europa müsse endlich „mit einer Stimme sprechen“: Sie kritisierte auch die nationalen Parlamente: „Die nationalen Parlamente murren, weil sie öffentliche Gelder oder Garantien einsetzen müssen, um andere Staaten zu unterstützen. Es wird wieder über Protektionismus debattiert, und jede möchte nur das Beste für sich selbst herausholen.“

Staaten, die zuvor als Wachstumsmaschinen funktioniert hätten – wie China, Brasilien oder Russland – seien nun ebenfalls von der Krise infiziert.

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Kommentare

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  1. vera sagt:

    nur ein teilchen der vielen, vielen reden und schriften, die uns davon überzeugen sollen, dass wir unweigerlich dem untergang geweiht sind, wenn wir nicht endlich der europäischen zentral-diktatur zustimmen – gehirnwäsche pur!

    die spannende frage hierbei: wem nutzt das? wer und warum hat so ein brennendes interesse an der zentral-diktatur?

    • Cassiopeia sagt:

      @ vera
      @ alle anderen auch

      Zitat: „wem nutzt das? wer und warum hat so ein brennendes interesse an der zentral-diktatur?“

      Die Antwort auf diese und viele andere Fragen liegt in den Speichern der DMN.

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  2. armer Mann sagt:

    Frau Lagarde soll mal in ihrem Land mit den Mißständen aufräumen Rente mit 55 und all den anderen Wohltaten des Staates. Wie soll Merkel dem Volk erklären, das ein Niedriglohnsektor notwendig ist, aber gleichzeitig mit fast einer Billion Euro für andere Staaten die es mit Arbeit und Rente nicht so genau nehmen gebürgt werden soll. Hier beißt sich der Fuchs in den Schwanz. Die halbe Billion Target2 Gelder können wir bereits jetzt schon für immer und ewig abschreiben.

  3. jay twelve sagt:

    Frau Christine Lagarde versteht sich gern in der Rolle der Königskobra, wobei sich ihr Fachwissen nur auf das Giftspritzen und würgen reduziert.
    Nach ihrer Verständnis, selektiert sie die Staatsoberhäupter, je nach der Größe des Staates, als Mäuse bis Elefanten. Hochgestellt, verspritzt sie das Gift direkt in die Augen des Opfers. Die Lähmung die danach folgt, ist in der Finanzbranche wohl bekannt.
    Das ist Christine Lagarde, wie sie leibt und lebt, zumal sie nach dem Thron des NWO Finanzminister strebt.

  4. Munnie sagt:

    Wo lebt diese Frau eigentlich? Mit dem Blick auf die Finanzen hat sie ja vollkommen den Blick auf die Realität verloren. Wann kapieren sie endlich, dass das Spiel aus ist.

    Zitat:
    „Die Idee eines Fiskal-Pakts (wird von der EU selbst schon wieder in Frage gestellt – mehr hier) habe die Märkte nur vorübergehend beruhigt.“

    Ja, hoffentlich. Was Dämlicheres und nichts an der Schuldenkrise Änderndes kann man ja auch kaum beschließen. Außerdem: Sie war doch dabei. Da merkt sie erst jetzt, dass das Ding nicht funktioniert?

    Zitat:
    „Die nationalen Parlamente murren, weil sie öffentliche Gelder oder Garantien einsetzen müssen, um andere Staaten zu unterstützen. Es wird wieder über Protektionismus debattiert, und jede möchte nur das Beste für sich selbst herausholen.“

    Ja glaubt die denn, dass die Länder höchst erfreut sind, sich zum Nutzen anderer Länder hoch zu verschulden? Natürlich möchte jeder nur das Beste für sich selbst herausholen. Was denn sonst? Wie soll eine Regierung denn gewählt werden, wenn sie nur zum Nutzen anderer Länder agiert? Welches Volk würde das denn mitmachen? (Außer Deutschland natürlich :-). Das kollektive schlechte Gewissen lässt grüßen. Außerdem sind wir es ja seit Jahrzehnten gewohnt, unser Geld abzugeben.)

    Zitat:
    „Staaten, die zuvor als Wachstumsmaschinen funktioniert hätten – wie China, Brasilien oder Russland – seien nun ebenfalls von der Krise infiziert.“

    Aha, daran ist jetzt auch der Euro schuld? Für wie blöd hält die uns eigentlich?
    Mann, mann, mann – ich werde immer wütender.

  5. Pessimist sagt:

    Komplexität und Ungenauigkeit sind für die Machteliten sehr wichtig, weil sie damit jeglicher Kritik ausweichen können. (Jeder Kritiker kann mit „Du hast das nicht verstanden“ mundtot gemacht werden)

    Das gleiche passiert ja mit der Berechnung von Wirtschaftswachstum und Inflation über extrem komplexe „Warenkörbe“:
    http://ausserdem.info/2011/Manipulation-von-Warenkorb-und-Wirtschaftswachstum

    Je komplizierter etwas ist, desto leichter lässt es sich manipulieren. Früher war „Inflation“ als Vergrößerung der Geldmenge definiert = einfach zu verstehen und schwer zu manipulieren. Heute ist sie als Preissteigerung von einen Warenkorb mit hunderten Produktgruppen definiert, wobei diese Produktgruppen wieder Produkte enthalten, die kaum jemand kennt = schwer zu verstehen und leicht zu manipulieren.

  6. J. C., geb. Püschl sagt:

    Europa müsse endlich „mit einer Stimme sprechen“?
    Soll das möglicherweise ihre Stimme sein?

    Es scheint Wahrheit, dass die Maxime der Asuras* lautet, „so viel wie möglich für sich herauszuholen“, oder, wie es meine Hausbank auf ihrer Werbung verkündet:
    „Mitnehmen, was geht!“

    Was wird diese Person mitnehmen, wenn sie geht?
    Ich persönlich wünsche ihr, dass sie alle anderen Asuras* im EU-Geflecht mitnimmt und heute noch geht!

    *Erklärung hier: http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/12/34212/#comment-5726

    • lost sagt:

      Das hatte ich gepostet und ein gewisser Amadeo hat es von mir kopiert und neu gepostet, ohne jedoch einen Bezug herzustellen. Das erkenne ich daran, dass ein Fehler drinnen steckt.

      Nachäffen ist ganz verschieden von wahrer Erkenntnis und bringt einen nicht weiter.

  7. Steuerzahler sagt:

    Die EU hat das Vertrauen komplett verspielt. Da gibt es nichts mehr zu retten. Weg damit!

  8. Rico Coracao sagt:

    Ich traue diesem IWF und dieser (eleganten) Frau nicht über`n Weg

    Französische Justiz ermittelt gegen IWF-Chefin.Es geht um 285 Millionen Euro.
    Ihr wird Amtsmissbrauch als Finanzministerin vorgeworfen. (August 2011)
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,778391,00.html

    Was führt sie im Schilde mit ihren häufigen Untergangsmeldungen?
    Will sie Europa entdemokratisieren? Schnelle Entscheidungswege
    gibt es nur in Diktaturen..

    IWF ist die Welt-Privatisierungs-Maschine

    • Karl Heinz sagt:

      Zitat:“IWF ist die Welt-Privatisierungs-Maschine“

      Auf deutsch wird es noch deutlicher.

      privare = berauben => Welt-Beraubungs-Maschine