Griechenland: Textilbranche mit großen Problemen

Griechenlands Textilbranche ist in einem äußerst schlechten Zustand. Steigende Kosten, fehlende Liquidität und hohe Verluste: Besonders kleine und mittelständische Unternehmen stehen auf wackeligen Füßen.

Die Schuldenkrise bringt immer mehr Branchen an den Rand des Abgrunds. Nun hat es auch Griechenlands Textilbranche getroffen. So verzeichnet die Textilindustrie aktuell einen Einbruch des Absatzes auf dem heimischen Markt von über 20 Prozent. Nicht viel besser sieht es mit dem Export aus, wie das griechische Statistik-Amt ELSTAT der Zeitung Kathimerini berichtet. So sind die Inlandsaufträge im Vergleich zum Vorjahr im September um 26,1 Prozent und Exportanfragen um 17 Prozent gesunken.

Der Vorstand der Textilindustrie, welcher sich Ende November beraten hatte, bestätigte den negativen Trend, der vor allem durch den Einbruch des Exports dominiert wird. Die prekäre Lage zieht sich bis in den Bereich der industriellen Produktion, der im September ebenso ein Vierteil seiner Absätze verloren hat. Der Verband der Textilhersteller zeigt sich über den derzeitigen Zustand äußerst besorgt. Bereits im vergangenen Jahr waren viele Unternehmen gezwungen Arbeitsplätze zu streichen, doch in diesem Jahr sieht es noch düsterer aus: Viele Unternehmer stehen vor dem Aus oder mussten bereits schließen. Hinzu kommen die gestiegenen Preise von Baumwolle und Textilindustrieprodukten, die den Import von Rohstoffen noch zusätzlich erschweren.

Doch nicht nur die hohen Kosten machen der Branche zu schaffen, sondern vor allem das fehlende Vertrauen von Seiten ausländischer Lieferanten. Diese verwehren den Griechen jegliche Belieferung, es sei denn, sie können bar bezahlen. Ein großes Problem, denn wenn es den Griechen an etwas mangelt – dann Liquidität.

Der Textilherstellerverband fordert daher eine Entlastung der Branche. So verlangt er für kleine und mittelständische Unternehmen eine Befreiung von der neuen Vermögenssteuer sowie eine Reduzierung der Sozialbeiträge.

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Kommentare

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  1. Syssifus sagt:

    Mit den ausbleibenden Touristen, fehlt natürlich auch ein gutbetuchter Teil Käufer,aber wer will in dem Chaos Urlaub machen? Ich habe mir vor einigen Jahren im Urlaub auf Kreta hochwertige Kleidung gekauft ( aus ägyptischer Baumwolle ),ist heute noch top, einfach schade.

  2. weihnachtsmannkind sagt:

    na, es klappt doch!
    die ersten kleinen unternehmen sind platt gemacht platz für die multis

  3. tomorrow sagt:

    Deutschlands Textilbranche ist bis auf wenige Standorte schon seit 20-30 Jahren nicht in einem schlechten Zustand, sondern kaum noch existent. Planung, Innovation, Produktmanagement und globale Logistik ist hier zentral geblieben.
    Der Maschinenpark mit Produktionskapazitäten und Personalaufwand, hat seine „Heimat“ in Fernost-Ländern. Wenn man die Produktanforderungen hoch genug ansetzt, können die qualitativ hochwertigen Waren auch von Menschen hergestellt werden, die keine jahrelange Ausbildung durchlaufen haben.

    In anderen Branchen, wie den High-Tech Industrien und in Forschung+Entwicklung, sowie der innovativen IT-Branche und im Ingenieurwesen werden Hände ringend Koryphäen gesucht. Diese Aufgabenfelder haben einen immensen Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern.

    Wünschenswert wäre, wenn man die Bereiche Innovation und daraus resultierendem Vorsprung durch Technik, mit der inländischen Produktionskraft durch menschliche Arbeitnehmer vitalisieren könnte.

    Nicht nur globale Interessen auf Weltmarktpreis-Niveau verfolgen, sondern die Produktqualität und „Hergestellt in Deutschland“ als Markenzeichen und als Ursprungsphilosophie für mehrere ehemals florierende Produktions-Industrien sollten reaktiviert werden.

    Sollte man Bedenken äußern, dass es einen Handelsüberschuss geben könnte, der anderen EU-Staaten ungemach ist, könnte eine Überlegung sein, den Außenhandel zu beschränken. Oder vielleicht stellen sich andere die Frage, warum Qualität besser ist, als Durchschnittsware. Deutsche Kunden und Verbraucher wissen um den Faktor Qualität und Langlebigkeit bei guter Wartung und Pflege, zumeist Bescheid.

    Nicht umsonst sind Waren und Produkte aus Deutschen Produktionen die mit am meisten begehrten auf den offenen Märkten.

    Meine Auffassung ist schlicht: Zurück zu den Wurzeln des Könnens, der Innovation und der Leistung. So oft kopiert, aber selten erreicht.

  4. jay twelve sagt:

    Aus dem Blickwinkel der notorischer Wachstumtreiber, erscheint diese Nachricht beängstigend. Zu meiner Studienzeit (1956) hat man uns beigebracht, dass die Menschen bloß 4% Arbeitszeit benötigen um Essbares zu beschaffen. Man träumte damals von eine bedingt technisierten Welt, die den Menschen ein Maximum an Freizeit gönnt.
    Von „Terra Utopia“ war die Rede, dem freien Geist und Kreativität, Muse und wahre Liebe, ohne Stress & Peitsche. Wir hatten das schlimmste Krieg hinter uns und glauben etwas daraus gelernt zu haben, nie wider den Horror-Visionären Rocky & Rothschild, samt Klerus, ein einziges Wort zu glauben.
    Und in der Tat, die Freidenker haben diese Art von Visionären nie geglaubt, jedoch zu unsere Schande, die korrupte Staatsapparaten, vertrauten desto mehr diesen Schurken unsere ganze Volksvermögen.
    Wir schreiben das Jahr 2011 (nach römischer Zeitmessung) und sind auf der „Terra Wachstum Finale Vasalia“ aufgewacht. Die Griechen allemal.

    Ich frage Euch und die Griechen insbesonderen, was hindert Euch daran, die Schurken schlicht und einfach zu ignorieren? Die sind ja nicht mal 1% von Euch.
    Die können sich ihre Wachstum Peitschen am Montag in den Ar… stecken und am Freitag ablecken. Meinetwegen, die Geldscheine im Winter verheizen, bis die Schornsteine von Ruß platzen.
    Aus meine Sicht betrachtet, die Griechen können sich glücklich schätzen, zumal sie mehr Meeresküste haben als Nordafrika am Mittelmeer. Die Klima, mein lieber Papagriechilus ist optimal, fruchtbares Land, Obst und Gemüse, Marmor und Kalkstein, sogar 700 Meter Küste/Nase zu fischen. Was kann man sich noch mehr wünschen bei 330 Tage Sonnenschein?
    Macht wenigstens „Terra Leggera“ aus ihrem Land in Not, verkündet laut: „Wachstum Vasalia ist tot und wir sind endlich bei 4% Arbeitnot.“

  5. umL06 sagt:

    Was für eine Genugtuung diese Nachricht. Wir kommen dem großen Reset Tag für Tag näher.