China: Kommt der Bailout durch Japan?

Ein Kooperationsabkommen soll die Achse China-Japan stärken. Beobachter sehen den Deal als eine Art Bailout für die Chinesen. Japan hat allerdings mit einer immer stärker steigenden Schuldenlast zu kämpfen.

++Aktuell: Inkassounternehmen erwarten schlechtere Zahlungsmoral++

Japan und China haben ein Paket an Maßnahmen für eine gemeinsame Finanzpolitik verabschiedet. Das Abkommen soll die internationale Bedeutung des Yuan aufwerten. Japanische Unternehmen sollen davon bei Geschäften in China profitieren. Bisher waren wegen des Wechselkurses Geschäfte von Firmen aus Japan in China problematisch gewesen.

Beobachter sehen darin den Versuch Chinas, vom hochindustrialisierten Japan eine Art Bailout zu erhalten. In China haben die ersten Provinzen und Staatsunternehmen massive Liquiditätsprobleme (mehr hier).

Doch Japan kämpft mit einer exponentiell steigen Schuldenlast. Schon heute liegt Japan nach absoluten Zahlen auf dem Level der USA, im Vergleich mit dem BIP ist Japan sogar mehr als doppelt so hoch verschuldet wie die USA.  Erst kürzlich hat die japanische Notenbank die Gelddruckmaschinen auf volle Kraft voraus gestellt (mehr hier).

In einer solchen Situation können regionale Bündnisse die Wirkungen einer Weltwirtschaftskrise zumindest abschwächen. Dies wird auch die Amerikaner betreffen, denn der Dollar könnte durch das Bündnis geschwächt werden.

Durch die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Japan und China soll auch die Nutzung des US-Dollars im Zahlungsverkehr zwischen den beiden Ländern eingeschränkt werden. Dadurch will man der zunehmenden Bedeutung der eigenen Region Rechnung tragen.

Die Vereinbarung sieht vor, dass japanische Unternehmen die vom Staat unterstützt werden, ihre Yuan-Anleihen verkaufen. Dies soll frisches Kapital für den chinesischen Binnenmarkt freimachen, und die angespannte Situation auf dem Finanzmarkt erleichtern.

Außerdem sollen künftig Geld-Wechselgeschäfte vereinfacht werden. Bisher können die beiden Währungen nur über einen Zwischenschritt – den Umtausch in US-Dollar – gegeneinander getauscht werden. Dieser Zwischentausch soll abgeschafft werden.

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Kommentare

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  1. tsw96 sagt:

    Wachstumsrate des BIP in China liegt weiter bei 8,9 Prozent. Für 2012 fällt sie leicht, bleibt aber relativ hoch. Nachzulesen im CASW. Die Amis sind auf japanische Investitionen angewiesen und auf den chinesischen Markt. Wenn sie rausgedrängt werden aus China, tut es nur denen weh. China gehören eh die halben USA. Die schweigen, wenn HU Jintao einfliegt. Japan hat nur Vorteile von der Beziehung.

  2. Syssifus sagt:

    Die Chinesen sind bessere Finzakteure,als die Herren in den Vorständen der FED oder EZB glauben.Der Dollar verliert mehr und mehr seine Rolle als Leitwährung und „finanzielles Perpetuum Mobile“.Militärischer Druck, ist bei einer Weltmacht wie China, kaum möglich.Seit heute haben die Chinesen auch ihr eigenes GPS,zur Zeit zwar auf China und Asien beschränkt,ab 2020 dann aber auch weltweit.

  3. Knatterton sagt:

    Hoffentlich verstehen die Amerikaner Spass.
    Wer die bunten in Massen gedruckten Papierfetzen mit der Aufschrift „Dollar“ verschmäht und sich damit weigert, deren Konsum auf Pump zu finanzieren, begeht aus ihrer Sicht eine böse Aggression. So etwas kann, wie die jüngste und auch ältere Geschichte lehrt, böse Folgen haben – meistens für die anderen.
    Aber – wie sagt der Kölner: „Man wees et ja nich?“

  4. Karl Heinz sagt:

    Vielleicht ist diese Entwicklung gar nicht so überraschend.

    Merkel zum Thema -neue Weltwährung-, in einer Rede vor dem Bundestag:
    http://www.youtube.com/watch?v=YrdvmAfoYyU

    Sie korrigiert mehrfach ihre Formulierungsansätze, um den Schleier, über den konkreten Planungen, nicht zu lüften.

    Klar ist indes, dass die neue Weltwährung bereits, im Einklang mit den G20, geschaffen wird.

  5. M.E. sagt:

    Ich lese Ihre Mittelstandsnachrichten immer gerne und meist mit inhaltlicher Zustimmung.
    Aber diesmal regt sich doch Widerspruch in mir.
    Japan ist nicht etwa so verschuldet, wie die USA (und deren Schulden sind schon gewaltig), sondern statt der 100% US-Verschuldung in Relation zum BIP hat Japan fast 230% Staatsverschuldung (= OECD-Rekord).
    Und die gesamtgesellschaftliche Verschuldung (Staat, Banken, Firmen und Bürger) liegt sogar bei astronomischen 500% in Relation zum BIP (Ebenfalls OECD-Rekord, gemeinsam mit UK)

    Da muss sich China noch lange verschulden, um auf dieses Level zu kommen, trotz Schattenbank-Blase.

    Weder wird Japan China retten, noch China Japan.
    Denn beide Länder sind nicht nur too big to fail, sondern vor allem too big to bail.

    • redakteur sagt:

      Sie haben recht, hier war die Verschuldung in absoluten Zahlen gemeint – das haben wir jetzt entsprechend präzisiert. Danke für den Hinweis. Die Redaktion

  6. Hans sagt:

    Die Japaner bräuchten selber einen Bailout, daher können die gar nicht China Retten. Dank Tsunami und AKW Gau steigen die Staatsausgaben rasant. An Steuererhöhungen hat man sich nicht rangetraut. Das wird alles mit neuen Schulden finanziert. Solange die Notenbank die Zinsen nahe Null hält, sind die Zinsen derzeit kein Thema.

    Allerdings wird die Schuldenhöhe für Japan eher früher als später zum Problem. Die Neuverschuldung Japans ist um einiges höher als deren BIP Wachstum. Die Schuldenspirale wird sich daher immer schneller drehen. Irgendwann korregiert sich das per Hyperinflation. Das entwertet die Vermögen der Japaner.

    Japan hat ein Exportüberschuss gegenüber China. Wenn der im zuge einer China Abkühlung wegfällt, wird das für Japan schon Kritisch.

    • hunsrückbauer sagt:

      hallo Hans,

      hast du bei deiner Analyse und deren Erguss berücksichtigt, dass das japanische Staatsdefizit nahezu ausschließlich von den Japanern selbst finanziert wird. Dort ist es also tatsächlich so, dass auf der einen Seite des sog. T-Kontos die Guthaben der Japaner und auf der anderen Seite die Schulden der Japaner stehen…..so lange das so bleibt, wird es für den jap. Staat kein Problem sein, sich weiter zu verschulden….

      außerdem kenne ich die japanischen regularien hinsichtlich kapitalverkehr nicht und habe auch kein bild des japanischen patriotismus, er scheint mir allerdings sehr ausgeprägt.

  7. arcos sagt:

    Ein Währungspakt mit Folgen

    Die zwei asiatischen Wirtschaftsmächte China und Japan wollen ihre Währungen künftig ohne Umweg über den Dollar handeln. Für Europa und die USA sind das schlechte Nachrichten.

    «Angesichts des schieren Handelsvolumens der beiden grössten asiatischen Volkswirtschaften untereinander ist dieses Abkommen weit wichtiger als alle anderen Währungsabkommen, die China in der Vergangenheit abgeschlossen hat», zitiert «Financial Times Deutschland» den Ökonomen Ren Xianfang, von IHS Global Insight in Peking.

    http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/geld/Ein-Waehrungspakt-mit-Folgen/story/10394611

    • tangens sagt:

      Die USA werden ausgehungert. Die Freihandelszonen sind vorbereitet. Der Yuan wird Leitwährung. Wenn die Chinese den USA helfen wollten, hielten sie den Yuan nicht künstlich niedrig. Damit machen die Chinesen den Dollar und den Euro kaputt.
      Ein paar Jahre noch, dann sind die USA und Europa die Armutsregionen der Welt. Das ist das chinesische Jahrhundert.
      Der ganze Kokolores von Eurocrash und Bailout interessiert China nicht. Die werden am Schluss die Trümmer zum Schnäppchenpreis einsammeln.
      Die Chinesen kommen den Japanern entgegen. Vorbei und vergessen der Krieg. Japan wird gerettet. Und Russland stösst dazu.

  8. weihnachtsmannkind sagt:

    howhowhow,

    das wird dem amerikaner garnicht gefallen, dass immer mehr länder dem $ abschwören, howhowhow und die von den westlichen medien im auftrag des imperium befeuerte propaganda howhowhow

    wann das mal nicht nur ein schuss ins knie wird, howhowhow

    • kneipier sagt:

      Bislang sind alle Länder, die das auch versucht haben, von den Amis im Rahmen von „Friedensmissionen“ überfallen und solange „demokratisiert“ worden, bis der Dollar wieder mit einbezogen wurde. Dabei werden ganz andere Schüsse abgefeuert. Gerade abgearbeitet: Libyen; in Arbeit der Iran, Syrien u.a.

      Der FED sei Dank.

      • k510817 sagt:

        Aber China einfach „abarbeiten“ ist auch für Ami`s m.E. ne Nummer zu groß!!!

        • hunsrückbauer sagt:

          die rede ist von einem us-imperialen atom-präemtivschlag gegen den iran…….das gibt mächtig viel ärger für den ami wenn nicht einen atomaren nachschlag um den big apple in kleine mundgerechte häppchen zu zerteilen.

          der iran handelt sein öl und sonstige waren zu 85% nicht in $, das gefällt dem imperium ganz und gar nicht. Problematisch nur, dass der IRAN mit der Türkei, GR und Syrien vollständig ohne $ handelt, ebenso mit RU und China. TR und GR sind Nato-Staaten und TR´s erdgarn verfolgt z. Z. ebenfalls imperiale Hirnakrobatik in der Region, ist aber ohne das Öl Irans aufgeschmissen, liebäugelt aber andererseits mit Nabucco. der ami ist gerade dabei in den neuen EU-Staaten und Nahost neue Terrorgruppen aufzubauen (luftpost-KL.de) um jeweils destabilisierungsgruppen vor ort zu haben. das wird noch very interesting. vor allem, wenn die strasse von hormuz als tankergrab herhalten muß um den ölfluß zu unterbinden. gelingt das dem iran rechtzeitig, kann der ami samt seinen vasallen in nahost einpacken und nach hause rudern.

  9. Harald sagt:

    Wenn japanische Unternehmen ihre Yuan Anleihen v e r kaufen sollen, kann es China wohl nicht so schlecht gehen. Die Euro-Länder müssen ihre Anleihen selbst kaufen, weil sie niemand will.

    Im Moment häuft sich die anti-chinesische Propaganda aus den USA und seinen Vasallen in Europa um von eigenen Problemen abzulenken.

    China hat viele Probleme, aber steht besser da, als die Scheindemokratie USA oder die EUdSSR

  10. k510817 sagt:

    „…Durch die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Japan und China soll auch die Nutzung des US-Dollars im Zahlungsverkehr zwischen den beiden Ländern eingeschränkt werden. Dadurch will man der zunehmenden Bedeutung der eigenen Region Rechnung tragen….“

    Na, ob das den Ami`s gefallen wird????