Frankreich: Arbeitslosigkeit auf Rekordhoch

Die neuesten Daten des französischen Arbeitsministeriums verweisen auf eine beunruhigende Arbeitslosenzahl in Frankreich. Um fast 30.000 stieg die Zahl der Arbeitslosen – ein 12-Jahreshoch.

Nicht nur die Gefahr eines Downgrades durch die Ratingagenturen, auch der eigene Wirtschafts- und Arbeitsmarkt bereitet Nicholas Sarkozy zunehmend Unannehmlichkeiten kurz vor der Präsidentschaftswahl im April/ Mai 2012. Am Montag veröffentlichte das französische Arbeitsministerim die neuesten Arbeitslosenzahlen für den Monat November. Mit 29.900 neuen Arbeitssuchenden wächst die Arbeitslosigkeit auf dem französischen Festland um 1,1 Prozent auf 2,85 Millionen im Vergleich zum Vormonat und um 5,2 Prozent zu den Zahlen von vor einem Jahr. So hoch wie seit zwölf Jahren nicht.

Wenn es um den Arbeitsmarkt geht, wird den Daten des französischen Arbeitsministeriums in der französischen Öffentlichkeit am meisten Beachtung geschenkt. Allerdings entsprechen sie nicht den Standards der Internationalen Arbeitsorganisation ILO (International Labour Organization), da sie die Zahl der Arbeitslosen nicht ins Verhältnis zu der totalen französischen Arbeitskraft setzen. Dementsprechend lohnt sich auch ein Blick auf die Daten der nationalen Statistikbehörde INSEE, die die Bestimmungen der ILO berücksichtigt. Diese Anfang Dezember veröffentlichten Zahlen verzeichnen eine deutlich höhere Arbeitslosenrate von 9,3 Prozent im dritten Quartal, ein Anstieg um 0,2 Prozent im Vergleich zu den vorherigen drei Monaten.

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Kommentare

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  1. hunsrückbauer sagt:

    oha, schlechte zeiten für sarkomurksel, eine weitere amtszeit wird er sich wohl abschminken dürfen. ich vertraue meinen französischen freunden, sie werden le pen mit ca. 30% ausstatten, dass weder die sozialisten noch die sarkomurksel ohne le pen regieren können……dann gibt´s aber haue….

  2. Silberbug sagt:

    Die Franzosen sollten sich mal ein Beispiel an Deutschland nehmen.
    Hohe Beschäftigung durch niedrigste Löhne, Leiharbeit, 1 euro Jobs und richtig Druck
    durch die Arbeitsagentur hat doch Deutschland auch geholfen !

    • Peter sagt:

      Und diese Versklavung der Menschheit ist schon fast so weit wie in China, seid stolz drauf da in Piefkenesien! Den Menschen nur keine Perspektive bieten wie gerechte Löhne oder so.

    • Toni sagt:

      Ja tolle Idee.

      Wir sollten uns lieber wieder zurück bewegen und uns ein Bsp. an Frankreich nehmen, anstatt unsere (zukünftigen) Steuergelder für Zinszahlungen herzugeben und unsere (frühere) soziale Marktwirtschaft für den Geldadel zu opfern.

      Der aktuelle Zustand unseres (Geld)-Systems ist nicht mehr hinnehmbar.

    • cocooning sagt:

      Gabriel hat aber gesagt, wir Deutschen sollen uns kulturell verändern“, um den Europäischen Einigungsprozess zu beschleunigen. Ich interpretiere es so: Mit 50 oder 60 in die Rente gehen, Staatsquote erhöhen, Fauler werden, bei jeder Kleinigkeit mit Traktoren den Reichstag, die Straßen und Gleise blockieren, mehr feiern bei französischem Wein und griechischem Ouzo, die Schulden anderer Länder (z.B. mit Euro-Bonds) bezahlen, weniger an das Geld und die Arbeit denken, mehr südländisch fühlen und denken.

    • Margrit Steer sagt:

      Ich gehe mal davon aus, dass Sie Ihren Beitrag ironisch meinen.
      Ansonsten müßte ich sagen, Sie reihen sich ein in den eigen derer, die mit Zynismus gegen das Vplk arbeiten

  3. umL06 sagt:

    Ich dachte alles wäre i.O. auf dem französischen Arbeitsmarkt. Irgendeiner lügt doch. Bei uns sieht es bestimmt nicht anders aus.

  4. Karl Heinz sagt:

    Da sollten sich die Franzosen von ihren deutschen Kollegen in der Bundesagentur für Arbeit beraten lassen.

    Die wissen wie man 40-45% der Arbeitslosen aus der Statistik kriegt.

    • FDominicus sagt:

      Ich glaube nicht, daß die Franzosen da Nachhilfe von uns brauchen. Frankreich ist tatsächlich noch marktfeindlicher als Deutschland, das Ergebnis ist wohl zu offensichtlich. Am Ende werden beide Länder hoffentlich den Bach runter gehen. Ein Schaden kann ich da nicht erkennen.