Chinas Pensionsfonds rutschen in die roten Zahlen

Die demografische Entwicklung macht Chinas Provinzen und Staatsunternehmen zu schaffen. In diesem Jahr haben 14 Fonds hohe Defizite angehäuft und mussten von Peking gerettet werden. Nun sollen die Fonds in Aktien investieren, um höhere Renditen zu erzielen.

Einem Bericht der Chinese Academy of Social Sciences (CASS) zufolge haben 14 Provinzen in diesem Jahr mit ihren Pensionsfonds ein Defizit in der Höhe von knapp 68 Milliarden Yuan (10,7 Milliarden Dollar) gemacht. Zwar konnte 15 andere Provinzen und Städte einen Überschuss von 133,6 Milliarden Yuan erwirtschaften. Dies berichtet der chinesische Informationsdienst Caixin Online.

Die Entwicklung bereitet der Führung in Peking dennoch Sorge: Denn die Defizite müssen von der Zentralverwaltung ausgeglichen werden. Dies könne bei der aktuellen Entwicklung der chinesischen Staatsfinanzen kein Dauerzustand sein. Hinter der Sorge steht die Folge der Ein-Kind-Politik: Schon heute kommt in China auf drei Arbeiter ein Rentner, in 30 Jahren wird es dem Bericht zufolge ein Verhältnis von 2:1 geben.

Um das Ungleichgewicht zu beheben, schlug der Vorsitzende der chinesischen Finanzaufsichtsbehörde, Guo Shuqing, nun vor, die Pensionsfonds sollen in Aktien investieren. Damit ließen sich höhere Renditen erzielen.

Beobachter sehen diese Strategie mit Skepsis. Denn die Volatilität der Aktienmärkte kann im Grund kein sicheres Fundament für die alternde chinesische Gesellschaft bieten.

In China läuft derzeit ein allgemeiner Stratgiewechsel weg von Staatsanleihen zu direkten Investments in westliche Unternehmen (mehr hier). Die neue Richtung ist auch der Zuspitzung durch das Platzen der Immobilienblase geschuldet (mehr zum sich abzeichnenden Crash – hier).

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