Zu niedrige Zinsen: Deutsche Staatsanleihen für Investoren unattraktiv

Deutsche Staatsanleihen sind für den Staat so billig wie noch nie. Für manchen Investoren verlieren sie genau deswegen ihre Attraktivität: Sie werfen kaum mehr Renditen ab. Kombiniert mit den Sorgen um die Euro-Zone könnte das auch für Deutschland zum Problem werden.

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Die Zinsen für deutsche Staatsanleihen sinken weiter – teilweise auf das Rekordlevel von bis zu 0,15 Prozent. Dies zeigt die Sicherheit, die die Anleger dort noch immer zu finden glauben. Allerdings macht es die Staatsanleihen für Investoren auch unattraktiver. Für einige Anleger kann dies sogar aufgrund interner Anlage-Richtlinien  zu Schwierigkeiten führen.

Die Zinsraten für deutsche Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zwei Jahren sind unter den Wert von zwei Prozent gerutscht – zum ersten Mal seit die Nachrichtenagentur Bloomberg 1990 begann, die Daten für Zinsen auf Staatsanleihen zu erheben. Teilweise lagen sie gestern sogar bei 0,158 Prozent. Zurzeit pendeln sie zwischen 0,17 Prozent und zwei Prozent. Dies zeige, sagte David Schnautz, Stratege der Commerzbank in London, den Deutschen Mittelstands Nachrichten, „dass die Nachfrage nach Sicherheit und Liquidität nach wie vor und trotz EZB-Aktionen sehr hoch geblieben ist.“

Zunächst sei dies nicht gefährlich, aber unter Umständen stelle es „manche Anleger vor Probleme“. So etwa, wenn diese beispielsweise wegen „interner Anlage-Richtlinien“ keine „Instrumente mit negativen Rendite kaufen dürfen“, erläutert David Schnautz. Diese Anleger müssen eventuell „die Kurve entlang marschieren, bis sie in Bereiche kommen, wo die Renditen zumindest knapp positiv sind.“ Zudem können die deutschen Staatsanleihen für Investoren grundsätzlich unattraktiver werden. Schon einmal fanden deutsche Staatsanleihen nicht genügend Abnehmer (mehr hier). Zinsen von unter zwei Prozent bieten für Investoren keine gute Gewinnmarge. Und einige Experten rechnen bereits damit, dass auch Deutschland kein allzu sicherer Hafen mehr ist (mehr hier). Ein Umstand, der in Zukunft noch weniger zum Kauf deutscher Staatsanleihen anregen dürfte.

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Kommentare

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  1. hap sagt:

    Der Preis (in diesem Falle der Zins) ist das Ergebnis von Angebot und Nachfrage. Es sei denn, es findet sich ein edler Spender. Dieser hat dann aber nach gängiger Wirtschaftstheorie einen immateriellen (unentgeltlichen) Nutzen irgendeiner Art, oder? Aber welchen…

  2. N38001 sagt:

    Man sollte uns die ängstlichen Investoren der Reihe nach persönlich vorstellen, damit wir wissen, um wessen Gunst unsere Politiker buhlen und für wen wir schuften müssen.

    Dieser verblendete Strategie, den Finanzmarkt zur Mana spendenden Marienerscheinung zu erheben und aus ihren Chartkurven die Zukunft zu lesen, begegnet einem mittlerweile auf jeder drittklassigen Website.

    Der Kulturrevolution in China folgte die Kultureformation in Europa.

    Die Welt ist abgestellt aufs Geld.

    Damit aber können die Chinesen umgehen, denn sie sind zäh, genügsam, strebsam und die besten Händler der Welt.

    Ohne Kultur ist kein Frieden zu machen.

    Und da es sie nicht mehr gibt, werden wir uns mit den Krümeln, die von China abfallen, zukünftig begnügen müssen.

    Denn China hat kein Verhältnis zu Europa, und Europa hat keine Rohstoffe.

    Die einzige Ressource Europas waren seine Ideen. Und die kamen vor allem aus Deutschland. Deutschland hat Europa reich gemacht, und nun macht es Europa arm.

    Bis vor kurzem hat Deutschland weltweit die meisten Patente angemeldet. Und die braucht nun ken Mensch mehr.

    • FDominicus sagt:

      China wird untergehen und zwar an den gleichen Krankheiten wie die EU und USA. Überbürokratisierung und Willkür werden es richten. Es gibt sicherlich gute chinesiche Händler und es gibt auch gute deutsche Händler aber in alle Ländern gibt es ausschließlich schlechte Politiker und die haben nun mal alle Völker in Ihrem Würgegriff. Und in China ist es noch schlimmer, dort ist die Partei alles und der Rest nichts. Und das wird zementiert den Untergang Chinas.

      • N38001 sagt:

        Die KP hat China zum Boomland gemacht.

        Mit Demokratie wäre China zerfallen und wirtschaftlich nicht mal um die nächste Häuserecke gekommen.

        Es gibt auch andere Daten.

        Andere Beobachter sagen, daß die Begeisterung und Aufbuchstimmung in China weiterhin ungebrochen ist.

        Die passen nur nicht zu den Untergangstheorien.

        Die Wachstumsraten bewegen sich seit Jahren um die 9 Prozent.

        Viele Konzerne scheiterten in China, weil sie dachten, sie könnten dort alles genauso machen wie hier.

        Was nichts dran ändert, daß es großes Wachstumspotential in unzähliegen Branchen gibt, im Gegensatz zu den Märkten im Westen, weil die bereits seit Jahrzehnten aufgeteilt sind.

        Ich glaube, der Untergang Chinas lebt vor allem von Hoffnungen.

        Die Illusion scheint mir ähnlich erbittert wie die der Kirche des Mittelalters, als man erkennen mußte, daß die Erde nicht das Zentrum des Weltalls ist.

        Aber Sie könnten ja trotzdem beruhigt sein, denn die Protagonisten der EU und NWO scheitern an ihren Wahnvorstellungen.