Italienische Staatsanleihen: Große Spannung vor der Auktion

Spanien konnte sich vergangene Woche über sinkende Zinsen freuen. Nun versucht heute auch Italien Staatsanleihen zu verkaufen. Doch schon vor der Auktion sind die Zinsen extrem hoch.

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Im Gegensatz zu den Zinsen für spanische Anleihen (mehr hier) stiegen die Zinsen für italienische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren gestern um zwei Basispunkte auf sieben Prozent. Der Grund für die weiterhin steigenden Zinsen ist vor allem auch auf die für Donnerstag erwartete Auktion im Umfang von 5 bis 8,5 Milliarden Euro zurückzuführen, erklärt David Schnautz, Stratege der Commerzbank in London, den Deutschen Mittelstands Nachrichten.

Heute werden die Italiener Staatsanleihen mit einer Laufzeit von sechs Monaten im Wert von neun Milliarden Euro anbieten. Im Verlaufe des Tages werden zusätzlich Null-Kupon-Anleihen mit einer Laufzeit von zwei Jahren angeboten (2,5 Milliarden Euro). Hierbei handelt es sich um eine Staatsanleihe, bei der während der gesamten Laufzeit nur eine Zahlung anfällt, die also keine laufenden Zinserträge abwirft: Stattdessen wird die Anleihe unter ihrem Nennwert emittiert („unter pari“). Der Gewinn für den Käufer ergibt sich aus der Differenz zwischen diesem niedrigerem Anschaffungskurs und dem höheren Rückzahlungskurs.

“Die Auktion wird ein sehr großes Ereignis sein “, sagt Allessandro Giansanti von ING Groep NV in Amsterdam. „Es wird die italienischen Zinsen nach oben treiben und die Flucht hin zu Qualitätsanleihen weiter antreiben.“ Der für morgen erwartete Bericht über das Geschäftsklima in Italien dürfte die Anleger weiter verunsichern. Es sieht so aus, als sei das Geschäftsklima in Italien so niedrig wie seit zwei Jahren nicht mehr, so Bloomberg.

Die Auktionen heute und morgen werden zeigen, inwiefern die Finanzspritze der EZB (mehr hier) bisher tatsächlich Zuversicht bei den Investoren schaffen konnte. David Schnautz geht davon aus, dass die Staatsanleihen fast aller Länder von den 3-Jahres-Anleihen der EZB profitieren werden, „vor allem aber die Anleihen der Peripherie“. Bisher sind die Investoren jedoch noch sehr vorsichtig und parken ihr Geld sicher bei der EZB (mehr hier).

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Kommentare

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  1. Party Bäär sagt:

    Jeden Italiener wurden schon mal 200 Euro vom Girokonto abgezogen für dir EZB????
    Ist wohl jeder mal dran.
    Schönes neues Jahr?
    LOL

  2. Knatterton sagt:

    Witzisch das Theater.
    Zu einem Zins von 3,25% gingen die werthaltigen kurzlaufenden italienischen Bonds heute über den Krabbeltisch.
    Wie hoch war wohl der verdeckte Kaufanteil der EZB?
    Mit der gleichen volksververdummenden „Erfolgsstory“ wird man auch Donnerstag bei den Langläufern einen systemischen Sieg vermelden.
    Sancta simplicitas!
    Die bald folgenden Verluste wird in der monotonen Regel der Neuzeit wieder der steuerzahlende Blödmichel tragen – falls er dann noch kann.
    Wegen der Systemrelevanz der zockenden Banken.

  3. Jochen sagt:

    Dieses ganze Thema kotzt mich so an. Ständig nur die Probleme der Banken im Fokus und wie man denn am meisten Geld, ohne eine ehrliche Leistung dafür zu erbringen, raffen kann.
    Hoffentlich liegt dieses Finanzlobbyistenpack bald in der Gosse.
    Pfui Teufel.

  4. Fluxkompensator sagt:

    Vor der Auktion ist nach der Auktion. Just zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Artikels war er in Teilen schon vealtet, denn die heutigen Auktionen waren da schon vorbei. Ergebnis (12:14) siehe hier:

    http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:schuldenkrise-italien-punktet-am-anleihemarkt/60147368.html

    Wobei die Auktion der Langläufer sicher der spannendere Teil ist, der ja noch kommt.

  5. Karl Heinz sagt:

    Großartig – was ein eventmäßiger Festgottesdienst für alle Mammongläubigen.

    Ängstliche Erwartung – wird das Sühnopfer, das der Hohepriester Monti bereitet hat, angenommen?

    Wird der erlösende weiße Rauch aufsteigen, oder muß doch eine Jungfrau geopfert werden?

  6. Meinung sagt:

    Die EZB wird es schon zu manipulieren wissen….der ganze Pöbel steckt doch unter einer Decke…