Italien: Zinsen für kurzfristige Staatsanleihen sinken deutlich

Entgegen den allgemeinen Erwartungen ist es Italien heute gelungen, kurzfristige Staatsanleihen zu deutlich niedrigeren Zinsen zu verkaufen. Die Nachfrage nach den Papieren war rege - wer jedoch gekauft hat ist unklar.

Ähnlich wie Spanien profitierte auch Italien von dem 3-Jahres-Kredit der EZB (mehr hier) und konnte entsprechend bei der heutigen Auktion vernünftige Zinsraten verbuchen. Die sechsmonatigen Staatsanleihen im Wert von neun Milliarden Euro erreichten Zinsen in Höhe von 3,251 Prozent – bei der letzten Auktion dieser Art lagen sie noch bei 6,504 Prozent. Die zweijährigen Null-Kupon-Anleihen (mehr hier) wurden für 4,853 Prozent Zinsen verkauft. Zuletzt lagen sie noch bei 7,814 Prozent. So waren die Zinsen für die Staatsanleihen deutlich geringer ausgefallen, als noch vor der Auktion erwartet (mehr hier).

Offenbar haben einige italienische Banken der Aufforderung von Premier Mario Monti Folge geleistet und die Papiere gekauft. Ob und wenn ja in welchem Ausmaß die EZB selbst tätig geworden ist, läßt sich zur Stunde noch nicht einschätzen.

Der heutige Verkauf könnte eine Indikation für die nächste Auktion der Italiener am Donnerstag sein. Staatsanleihen mit einer Laufzeit bis 2014, 2018, 2021 und 2022 werden morgen emittiert.

Insgesamt bleiben die Banken jedoch weiter sehr nervös: Erneut gab es einen Rekordwert bei den Übernacht-Einlagen der Banken bei der Zentralbank. 452 Milliarden Euro wurden in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch bei der EZB geparkt.

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Kommentare

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  1. Karl Heinz sagt:

    Zitat:“Die Nachfrage nach den Papieren war rege – wer jedoch gekauft hat ist unklar.“

    Alles unter der Prämisse – das Vertrauen der „Märkte“ muß zurückgewonnen werden – zu betrachten.

    Wie kann man in einer Planwirtschaft von „Märkten“ sprechen?

  2. Radikaldemokrat sagt:

    Die EZB gibt einer Bank Geld für drei Jahre zu niedrigem Zinssatz. Die Bank nimmt das Geld und kauft dafür dreijährige italienische Staatsanleihen, die deutlich höher verzinst werden. Die Zinsmarge ist nicht schlecht. Bei entsprechenden Volumina sind gute Gewinne zu erzielen. An Arbeit ist dazu nicht mehr erforderlich als ein paar Mausklicks.

    Meine Kommentare dazu:

    1. Bank müsste man sein! Die EZB gibt ihnen die Lizenz zum Gelddrucken.

    2. So leicht kann niemand, der ehrliche Arbeit leistet, sein Geld verdienen. Warum sollten nicht alle, die clever sind, versuchen, ihre ehrliche Arbeit aufzugeben und ins Bankgechäft einzusteigen? Mit ein paar Mausklicks Geld zu verdienen ist doch viel einfacher als Autos zu bauen und an den Mann zu bringen, viel einfacher als den Acker zu bestellen, viel einfacher als mit dem Schiff übers Meer zu fahren und Handel zu treiben.

    3. Kann das alles auf längere Sicht wirklich eine andere Folge haben als eine Superinflation oder den Zusammenbruch der Währung, vielleicht sogar über Nacht, wenn lawinenenartig auf einmal immer mehr Menschen das Falschmünzersystem durchschauen und aus der Währung fliehen?

    • FDominicus sagt:

      Glauben Sie wirklich die Schuldenproblematik könnte mit noch mehr und noch billigeren Schulden gelöst werden?

      Die EZB macht was Sie kann um dieses System zu „erhalten“. Wahrscheinlich werden es Juristen als angemessen beurteilen. Auch wenn sonst alles dagegen spricht. Geldstabilität? Dumme Frage würde der Euro instabiler mit weniger „Teilnehmern“? Mach es „nur“ die Masse? Es darf gezweifelt werden.

      Die EZB kann sich gewiss sein, daß die Politiker bei wie auch immer gearteten Stützaktionen nichts sagen werden außer vielleicht. „Die EZB könnte mehr machen“ Andere werden es schlich und einfach fordern. Speziell die Anhänger der Theorie das Markt bei Geld sowieso nicht klappen kann und nur überaus weise und gewiefte Politiker in der Lage wären den dummen Menschen den Weg zu weisen, werden da laut werden. Und nun ja unsere System ist leider weitgehend korrumpiert. Diese Schreier sitzen an den „passenden“ Stellen und werden mit Kusshand hofiert. Das deren Interessen mit denen von anderen völlig überkreuz liegen ist Peche der „anderen“. Die „Anderen“ haben keine Lobby sondern werden von allen betrogen. Das ist die Gerechtigkeit unseres „Sozialstaates“.

    • Franke sagt:

      Viele machen das ja schon .Die Edelmetallhändler sind teils ausverkauft .!
      Umsomehr der Preis für EM noch nachgibt desto mehr wird gekauft .