Italien: Leichte Erholung auch bei langfristigen Staatsanleihen

Auch bei der heutigen Ausgabe von italienischen Staatsanleihen sanken die Zinsen. Doch die Nachfrage war niedriger als erwartet und auch die EZB soll wieder am Zweitmarkt italienische Staatsanleihen gekauft haben.

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Nachdem Italien bereits gestern kurzfristige Staatsanleihe für niedrigere Zinsen verkaufen konnte (mehr hier), ist auch die heutige Auktion von sinkenden Zinsen bestimmt gewesen. So gingen die Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren für 6,98 Prozent über den Tisch – vor einem Monat lagen sie noch bei 7,56 Prozent. Und auch die 3-Jahres-Staatsanleihen sanken von 7,56 Prozent bei einer ähnlichen Auktion im November auf 6,98 Prozent.

Die Zuversicht in die italienischen Staatsanleihen ist allerdings nicht zurückgekehrt. Zum einen fand Italien nur Käufer für Staatsanleihen im Wert von sieben Milliarden Euro, obwohl die erwünschte Obergrenze bei 8,5 Milliarden Euro lag. Zum anderen sagten Trader der Nachrichtenagentur Reuters, dass die EZB wieder am Zweitmarkt nach der abgeschlossenen Auktion italienische Staatsanleihen kaufte. Die Swap-Geschäfte zwischen der Fed und der EZB (mehr hier) könnten auch hier wieder eine Rolle gespielt haben.

Wenig Sicherheit schafft auch der Blick ins nächste Jahr: Zwischen Januar und April muss Italien 100 Milliarden Euro für Anleiherückkäufe und Zinszahlungen aufbringen. Dementsprechend lagen die Zinsen für italienische Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit nach der Auktion am Staatsanleihemarkt bereits zwischenzeitlich wieder bei 7,07 Prozent – gestern lagen sie bei knapp unter sieben Prozent.

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Kommentare

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  1. N38001 sagt:

    Es gibt keinen bedeutsamen Bereich, wo die Wirtschaften der Eurozone und des Dollarraums noch Wachstum generieren könnten.

    Auch die Rationalisierung hat im Westen ihren Endpunkt erreicht.

    Das weiß jeder, der in der Privatwirtschaft arbeitet.

    Da steht der asiatische Raum erheblich besser da und das Wachstum ist nach wie vor dynamisch mit Chinas 9 Prozent.

    Doch die westlichen Konzerne finden da keinen Tritt.

    Das wirtschaftliche Epizentrum verschiebt sich mit Gewalt und das schafft die Unruhe.

    Digitalisierung, Deregulierung der Finanzmärkte und Öffnung der Binnenmärkte für Chinaprodukte waren der Turbo bei der Fahrt gegen die Wand.

    Deshalb hängt der Moloch nun am Kapitalmarkt wie an einem Tropf.

  2. N38001 sagt:

    – Es gibt keinen bedeutsamen Bereich, wo die Wirtschaften der Eurozone und des Dollarraums noch Wachstum generieren könnten.

    Auch die Rationalisierung hat im Westen ihren Endpunkt erreicht.

    Das weiß jeder, der in der Privatwirtschaft arbeitet.

    Da steht der asiatische Raum erheblich besser da und das Wachstum ist nach wie vor dynamisch mit Chinas 9 Prozent.

    Doch die westlichen Konzerne finden da keinen Tritt.

    Das wirtschaftliche Epizentrum verschiebt sich mit Gewalt und das schafft die Unruhe.

    Digitalisierung, Deregulierung der Finanzmärkte und Öffnung der Binnenmärkte für Chinaprodukte waren der Turbo bei der Fahrt gegen die Wand.

    Deshalb hängt der Moloch nun am Kapitalmarkt wie an einem Tropf.

  3. julia sagt:

    Wenn ich so lese, die Deutschen muessen fuer alles bezahlen, sage ich mir, sie zahlen doch schon seit 20 Jahren.
    20 Jahre haben Deutsche fuer einen Apfel gearbeitet, ein 1 Euro-job, 8 Stundentag dann hinterher zum Sozialamt und sich den Rest holen. Die einzige grosse Revolte von der wir gehoert haben, da ging es um einen Bahnhof.

    Also, Deutschland ist seit 20 Jahren diszipliniert und bereit fuer diese unmenschlichen Zustaende. Was sollte denn noch schlimmer werden?

  4. rxm sagt:

    Mein Vorschlag für Italien: Besetzt den Vadikan! So wie früher die Kirche mittels Krieg die Besitztümer ganzer Länder geplündert hat, so könnte sich heute Italien auf dem Weg sanieren.

  5. khaproperty sagt:

    Dreijährige mit annähernd 7%, soviel wie für 10-jährige aktuell und früher schon mehr, sind kein Erfolg, sondern ein Desaster!
    Dafür spricht auch, daß der Bedarf nicht einmal gedeckt wurde und die EZB offenbar den zuvor von ihr selbst munitionierten Banken die in der Auktion ungern erworbenen Anleihen sogleich wieder abkaufte.

    Das ist eine klare Umgehung der gesetzlichen und vertraglichen Regeln in der Eurowährungszone und schwächt erneut das Vertrauen in alle EU-Institutionen sowie den Euro selbst, der dann auch weiter fällt.
    Politiker aller Parteien und Nationen schauen dabei teilnahmslos zu und ahnen offenbar nicht (oder etwa doch?), daß eben deswegen der Euro verloren ist – unwiderruflich.

    • hunsrückbäuerlein sagt:

      die Banken sind randvoll mit Cash und wissen nicht wohin damit, jetzt ersaufen sie in ihrem eigenen Saft….

      die Italiener werden (hoffendlich?) keine Skrupel haben, den € zu beerdigen! Was uns dann als Exportweltmeister blüht, darüber solte jeder, der sich den Tod des € herbeiwünscht, gut, gut, besser noch sehr gut, nachdenken.

      • khaproperty sagt:

        @ hunsrück..

        Es blüht ja schon jetzt, wird nur noch nicht kommuniziert.
        Immerhin werden Abgabenerhöhungen bereits vorbereitet.

      • Werner sagt:

        „Was uns dann als Exportweltmeister blüht…“ – was soll die Greuelpropaganda? Denn diese Aussage ist nur reine Propaganda, die vielleicht noch ein paar Dumme oder ein paar EUdSSR-Fanatiker glauben! Die Realität sieht anders aus!
        Japan lebt mit einer Aufwertung des Yen über 40% noch immer gut (wer japanische Autos oder elektronik will, bezahlt sie auch, wie man sieht) und Deutschland hat natürlich zu DM-Zeiten gar nichts exportiert, da ging es dem Land sowas von schlecht! Erst der Euro brachte den Export in’s Rollen…
        Glücklich ein System, das solche Wähler hat!

  6. Chris sagt:

    Ich kann mir nicht vorstellen, daß in deutschen Banken noch jemand so dumm ist, den Italienern Staatsanleihen abzukaufen. Nur wer wirklich schon so tief gefallen ist, daß man ohnehin nichts mehr zu verlieren hat, kauft noch den shit. Das dürfte vor allem die UniCredit sein…

  7. Gast sagt:

    Und als Belohnung für die Aktionen der FED und der EZB ( Swap ), welche dann auch vorübergehend für etwas bessere Zinsen der Staatsanleihen sorgten, gab es heute erstmalig wieder den EURO für 1,28 Dollar. Das kommt davon wenn einfach zuviel von dem bunten Papier da ist. Ich habe vor kurzem 1,25 vorher gesagt und dies bei weiter fallendem Goldpreis. Wahrscheinlich kommt es aber noch schlimmer als man im Moment annehmen könnte. So wird berichtet ( Börsenzeitung ) das Anleger im Jahr 2012 nicht gierig auf europäische Staatsanleihen sein werden und lukrativerer Anlagen vorziehen werden. Dieser vorhergesagte Käuferstreik der Anleger wird viele Staatsanleihen in den Keller der Banken spülen, wie ja jetzt schon still schweigend praktiziert. Dies kommt dem schon angedrohten Ratingverlust von Banken und Ländern zu gute, welches bei dieser Entwicklung unausweichlich sein wird. Alles in allem waren bisherige finanztechnische als auch politische Entscheidungen und Aktionen nicht vom erwarteten Erfolg gekrönt. Vielmehr hat dies alles dazu geführt daß das Vertrauen in Europa und die Währung weiter verloren geht, wie man am schwächer werdenden Euro sieht. Bedanken wir uns also bei Politik und Finanzwirtschaft für den erfolgreichen Abschluß des Jahres 2011.

    Da bleibt uns nur noch ein inflationäres neues Jahr 2012 in welchem sich Europa erstmalig rückwärts entwickeln wird. Zumindest lebt die Hoffnung daß sich die Weisheiten der Wirtschaftsweisen erfüllen und die Krise, wie bisher, an Deutschland einfach vorbei marschiert. Von wegen Krise…….!! Freuen wir uns also auf die vielen positiven Nachrichten in den Medien über die unglaublichen Fortschritte bei Staatsanleihenverkäufen, Sparmaßnahmen und die europaweite euphorische Zustimmung zu ESM und Fiskalunion, sowie den daraus explosionsartig entstehenden positiven Effekten. Freuen wir uns auf Steuerentlastungen, Lohnsteigerungen und sinkende Kosten bei Strom, Gas, Wasser, Krankenversicherungen und eine weiterhin stabile Mehrwertssteuer, Mineralölsteuer, Tabaksteuer, KFZ-Steuer, Ökosteuer und alles was man sonst noch ungewollt steuern könnte.

  8. Knatterton sagt:

    Forza Italia!
    Es iat vollbracht – oder vielleicht doch nicht so ganz?
    Da gibt es nämlich noch ein kleines Problem:
    Zum Überrollen der fälligen Schulden aus Anleihen muss Italien allein im Jahr 2012 in der Summe 450 Milliarden Euro aufbringen.
    Wer wird die neuen Bonds dann kaufen? Vielleicht hilft der Osterhase der drittgrössten Wirtschaft innerhalb der EU aus der Klemme oder, falls noch Masse vorhanden, der deutsche Michel. Auch möglich, wie gerade geschehen, dass die EZB, um noch bestehende Regeln (!) zu beachten, auf dem Sekundärmarkt als Käufer auftritt.
    Ich hoffe, dass ich mich noch im Bereich des Sarkasmus bewege und (noch) nicht als Zyniker urteile.

  9. FDominicus sagt:

    Stil, still, still weil’s Eurolein schlafen will.