Ungarn-Auktion wird zum Fiasko

Ungarn versuchte heute am Staatsanleihenmarkt über 138 Millionen Dollar zu ergattern. Doch die Auktion scheiterte kläglich. Weniger als die Hälfte wurde gekauft, Zinsen von bis zu 9,7 Prozent für langfristige Bonds wurden fällig und eine Teil-Auktion musste abgesagt werden.

Einen Tag nachdem der IWF mitteilte, noch immer nicht zu wissen, wann neue formelle Gespräche über erweiterte Finanzierungshilfen für das krisengebeutelten Ungarns beginnen werden, scheiterte Ungarn am Staatsanleihenmarkt. Zudem warnte der IWF, dass er Ungarn kein Geld leihen werde, bis sich das Land entscheide, die fragwürdige Reform der Zentralbank zu diskutieren. Diese greife die Unabhängigkeit der ungarischen Zentralbank an. Am Freitag werden die Abgeordneten über die Reform abstimmen.

Von den angepeilten 33 Milliarden Forint (rund 138 Millionen Dollar) wurden lediglich Staatsanleihen im Wert von 15 Milliarden Forint, also knapp die Hälfte, gekauft. Ganz abgesehen davon lagen die Zinsen bei den Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren bei 9,7 Prozent – Anfang Dezember waren es 8,78 Prozent. Für die 5-Jahres-Staatsanleihen wurden Zinsen von 9,63 Prozent fällig – so hoch wie zuletzt im Juni 2009. Die Auktion von 3-Jahres-Anleihen wurde indes abgesagt. Grund hierfür waren „nicht akzeptable Angebote“, so die ungarische Schuldenagentur.

Der ungarische Forint setzte entsprechend der schlechten Auktion seine Talfahrt fort. Gegenüber dem Euro hat der Forint seit Juni 14 Prozent verloren – der tiefste Fall unter mehr als 170 Währungen, die Bloomberg beobachtet. Ungarn braucht dringend die beim IWF und der EU angefragten Hilfen wie die Problematik der Refinanzierungsfähigkeit zeigt. Von Moody’s und Standard and Poor’s (mehr hier) wurde Ungarn bereits kürzlich hinsichtlich ihrer Kreditwürdigkeit auf einen „Junk“-Status herabgestuft.

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Kommentare

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  1. bamb sagt:

    hihi, ich bin gespannt wie das nun wieder gelöst werden soll. Merkel viel Spaß, deinen job möchte ich nicht haben….

    • Leser sagt:

      Da brauchst du nicht gespannt sein. Das ist jetzt schon klar. Die Deutschland wird zahlen – sei es direkt über irgend welche schnell gefundene EU-Konstruktionen oder den IWF, an dem Deutschland wesentlich beteiligt ist. Letztlich wird Ungarn bzw. die EZB fleißig Geld drucken und schon sind die Schulden abgezahlt.

      Aber hat nicht erst neulich ein EU (oder war es einer von EZB?)-Beamter erklärt, das Drucken von Geld würde nicht zur Inflation führen? Aber der gute Deutsche demonstriert ja lieber gegen eine sichere Stromversorgung oder S21.

  2. bamb sagt:

    Mit anderen Worten:

    Ungarn ist – genau wie Griechenland – PLEITE ! Aber das darf man heute ja nicht mehr sagen.

    Bis das berühmte Kind von Kaisers neuen Kleider kommt.