Griechenland: Streit über Wahltermin entbrannt

Die griechischen Parteien streiten über den Wahltermin. Offenbar ist der Wahlkampf schon entbrannt. Die Erfüllung der Forderungen der Troika scheint in den Hintergrund des politischen Interesses zu geraten.

In der Übergangskoalition von Ministerpräsident Papademos ist ein Streit über den Wahltermin entbrannt. Während Finanzminister Evangelos Venizelos die Neuwahl erst nach Ostern abhalten will (mehr hier), besteht der Chef der konservativen „Neuen Demokratie“ auf einem Termin vor Ostern.

In einem Zeitungsbeitrag schrieb Antonis Samaras am Samstag, dass die Wahlen „nicht bis nach Ostern“ hinausgezögert werden können. Samaras: „Wir hatten als das beste Datum den 19. Februar identifiziert. Wenn die Einigung mit den privaten Gläubigern früher erreicht wird, dann kann die Wahl früher stattfinden. Wenn die Einigung einige Wochen länger dauert, dann kann auch einige Wochen später gewählt werden. Aber wir wollen darüber ganz klar sein: Nicht bis nach Ostern.“

Es sei im Interesse des Landes, „dass eine Regierung mit einem frischen und starken Mandat“ installiert werde. Jeder, der jetzt parteipolitische Taktik betreibe, handle gegen „unser Verständnis von Verantwortung und Bestimmung“.

Die Verhandlungen mit den privaten Gläubigern ziehen sich nun schon länger als geplant. Den neuesten Zahlen zufolge wird es 50% Haircut nicht ausreichen, um die Probleme zu lösen (mehr hier). Die Banken sind mit jeder Art von „freiwilligem“ Haircut unzufrieden, weil er ihnen die Möglichkeit nimmt, die Kreditausfallversicherungen (CDS) zu ziehen (mehr hier).

Die Debatte erweckt den Anschein, als wären die griechischen Parteien schon mitten im Wahlkampf – wodurch die Erfüllung der von der Troika aufgestellten Forderungen in den Hintergrund geraten könnten.

Mehr zum Thema:
Griechen brauchen mehr Kredite von Euro-Zone
Griechische Banken greifen bei weihnachtlichem Geldsegen der EZB zu
IWF: Zweifel am Sparwillen der Griechen

Kommentare

Dieser Artikel hat 13 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. K.H. sagt:

    „Der Goldpreis steigt wieder und erreicht Höchststände im März/April/Mai 2012 – Es gibt aber auch 2012 Phasen, in denen der Goldpreis wieder fallen wird.. Die Menschen, die einfach Gold gekauft haben, um reich zu werden, werden Verluste erleiden. Das bezieht sich v.a. auf Papiergold und Papiersilber. Aber auch physisches Gold wird betroffen sein. Gesetze, die Goldhandel verbieten, werden frühestens Ende 2012 auf den Weg gebracht.“ :

    Das Jahr 2012:
    http://www.astro-seiten.de/jahr2012.html

  2. louis-portugal sagt:

    G.N. Der schauble hat doch gesagt dass alles in Ordnung komt.
    Mit ihnen einverstanden.
    Warum haben wir keine ehrliche Leute mehr.

    • Goldhamster sagt:

      Wir haben ehrliche Leute, nur sind die bei den Politlügnern nicht zu finden. Aus diesem Grund gibt es ja auch keine Demokratie in der BRD-Verwaltungs-GmbH. Aber die Zeit kommt. Ganz sicher.

  3. MasseStattKlasse sagt:

    Die Wahl wird erst nach der Präsidentschaftswahl in Frankreich stattfinden. Sarkozy läßt sich doch nicht die Wiederwahl versauen. Griechen sollen einfach Klappe halten sonst kommen die NATO-Truppen aus der Türkei und Bulgarien und räumen den Saustall aus.

  4. kneipier sagt:

    Statt eines langen Kommentares:

    http://www.youtube.com/watch?v=-G_5G_5tU5I

    Es werden nach der „BRD“ weitere Marionettenregierungen etabliert.

    Zum Nutzen der Völker? Wohl eher nicht!

  5. Karl Heinz sagt:

    Zitat:“ Die Banken sind mit jeder Art von „freiwilligem“ Haircut unzufrieden, weil er ihnen die Möglichkeit nimmt, die Kreditausfallversicherungen (CDS) zu ziehen“

    Was für eine skurile Verdrehung der Tatsachen.
    Die Banker wissen genau – wenn sie die CDS ziehen – lösen sie eine Kettenreaktion im Finanzsystem aus. Niemand hat die CDS-Risiken jemals als real eintretendes Ereignis einkalkuliert.

    Der Handel mit CDS war nur zur Generierung leistungsfreier Gewinne gedacht.
    Der Haircut ist längst eingepreist. Es wird nur noch ein bisschen Theater für die Aktionäre gemacht.

    • Hans sagt:

      Wenn die CDS gezogen werden müssen halt nur andere Banken gerettet werden. Die FED oder die EZB lassen keine Großbanken Pleite gehen.

      Am meisten haben die doch sowieso Angst, dass der Derivatenmarkt zusammenbricht. Damit finanzieren sich viele Banken, und mit dem Bereich lassen sich gute Buchgewinne erzielen.

  6. Chris sagt:

    Die politischen Ränkespiele sind ein sehr schönes Zeichen für die immernoch grassierende Dekadenz unter den griechischen Politikern. Man sollte meinen, daß die Griechen ganz andere Probleme haben, als sich darum Gedanken zu machen wer das Land regiert. Die Politiker aller griechischer Parteien sollten vielmehr ihre Köpfe zusammen stecken und Strukturreformen beraten, um zu vermeiden, daß die Bevölkerung weiter leiden muss!

  7. jay twelve sagt:

    Die Forderungen der Troika sind vergleichbar mit Moses 10 Geboten.
    Niemand kann sie erfüllen, noch gedenkt sich ernsthaft zu bemühen.
    Wozu auch, wenn sie irrational sind?
    Wünschenswert wäre, dass der Staatsoberhaupt die Qualifikation eines Symfoniorkester Dirigenten hätte, der das Parlament in Einklang bringt.

  8. G.N. sagt:

    Den neuesten Zahlen zufolge wird ein 50%iger Haircut nicht ausreichen, um die Probleme zu lösen!
    Nein. Und ein 100%iger Haircut wird auch nicht ausreichen, denn die wirtschaftlichen Voraussetzungen zu Änderungen im Verhalten fehlen, so geht das tödliche Schuldenmachen nei den Griechen nur aufs Neue los.

    Das Ergebnis kennen wir ja bereits!
    In der Zwischenzeit haben sich die Banken, die ganz erheblich an der Verursachung der Krise Schuld haben, aus dem Staub gemacht. Zurück bleiben Milliardenforderungen, für die unsere genauso grenzenlos dumme, wie hochverräterische Regierung die Garantien in der Weise übernommen hat, dass sie es großzügig dem nicht gefragten deutschen Steuerzahler überlässt, die Milliardenforderungen der Banken an den griechischen Staat zu begleichen.
    Das ist ein schöner Start in ein vermutlich katastrophales Jahr 2012.

    Die Inflation wird ohne Ende steigen!- Wir werden herabgestuft, denn wir werden die Milliarden auch nicht zahlen können, ganz abgesehen davon, dass das alles rechtswidrig ist! Die Inflation wird da zuschlagen, wo wir uns kaum mehr wehren können: bei Lebensmitteln, Energie, Mehrwertsteuer, Renten und Versicherungen!!!! Also werden wir noch weniger Geld in das BIP stecken können und wollen. Und der Kreislauf der Abwärtsspirale dreht sich auch bei uns schneller und schneller.

    Das Ende bedeutet europa- und weltweite Verarmung und Verelendung, so lange, bis wir uns endlich wehren und die, die uns das antun endlich benennen und buchstäblich zum Teufel jagen!

  9. Goldhamster sagt:

    Ich lege mich fest: Entweder GR tritt aus Sklavenwährung aus oder selbige geht vorher über die Wupper.

    • Sommer sagt:

      Ich korrigiere Sie ungern, aber der Austritt Griechenlands alleine reicht nicht aus, um diese Währung zu retten. Mindestens alle Piggs müßten ebenfalls austreten.

      • Goldhamster sagt:

        Im Gegenteil, der Euro muss weg, genau wie die EU, ich sprach nur von einem ersten Zeitplan.