Griechenland möchte mehr Kredite von der Euro-Zone

Griechenland braucht mehr Geld. Der Schuldenschnitt der Banken steht auf Messers Schneide. Daher wird in IWF-Kreisen erwogen, dass entweder die EZB erneut griechischen Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt kaufen könnte oder aber die Eurozone Athen mit billigen Krediten hilft.

Der IWF verhandelt in Athen über Auswege aus der kritischen Lage. Ein 50% Schuldenschnitt der privaten Gläubiger dürfte nicht ausreichen. Die Zustimmung der Banken zu einer deutlicheren Abschreibung ist fraglich, selbst der Deal für die 50% ist noch lange nicht geschlossen (mehr hier). Die Privatisierung kommt nicht voran. So kann das Projekt des Verkaufs von Anteilen am Hafen in Piräus noch Monate dauern (Morgan Stanley schreibt gerade ein Gutachten – mehr dazu hier).

Ministerpräsident Lucas Papademos sagte in seiner Neujahrsansprache, dass sich das Schicksal Griechenlands in den kommenden Monaten entscheiden werde. Er sagte, es müsse alles getan werden, um „eine ungeordnete und desaströse Pleite Greichenlands zu verhindern“. Mittlerweile ist bereits unter den griechischen Parteien ein Streit über den Wahltermin entbrannt (mehr hier). Damit bleibt der Technokrat Papademos ziemlich allein auf weiter Flur mit seinen Reformpaketen. Seine Aufgabe wird immer schwieriger: Er muss weitere zwei Milliarden Euro einsparen, was nur durch weitere Schnitte bei den Renten und im öffentlichen Dienst möglich ist. Und auch an unerwarteter Stelle brechen ihm die Einnahmen weg: So verzeichnen die staatlichen Kasinos dramatische Umsatzeinbrüche, womit dem Staat weitere Einnahmen verloren gehen (mehr dazu – in Kürze).

Daher ist es naheliegend, dass die Troika, die am 16. Januar zu ihrer nächsten Inspektion in Athen erwartet wird, sich jetzt vor allem einmal um das Stopfen von Löchern kümmern muss. Die Zeitung Kathimerini berichtet in ihrer Sonntagsausgabe, dass es seitens des IWF Überlegungen gibt, die EZB wieder einmal um Hilfe zu bitten: Sie solle griechischen Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt kaufen, um Liquidität für den Schuldendienst zu schaffen. Eine andere Variante, die beim IWF ventiliert wird: Die Eurozone sollte den Griechen billige Kredite geben, bis die Sparprogramme greifen.

Mehr zum Thema:
Franzosen kontrollieren griechische Beamtenreform
Griechische Banken beim Geldsegen der EZB in erster Reihe
Griechenland: Freiwilliger Schuldenschnitt in Gefahr

Kommentare

Dieser Artikel hat 21 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. General-Investigation sagt:

    Griechenland scheint bald noch viel mehr zu sein, wenn die Meldungen dazu stimmen.

    Wie es aussieht, haben sich die Griechen gerade darauf besonnen, das die Türken ja ihr Erzfeind sind und scheinen – nach verschiedenen Aussagen zufolge – gemeinsam mit Israel einen Krieg gegen die Türkei zu planen.
    In den Niederlanden scheint man sich dafür auszusprechen zu wollen, die Türkei aus der Nato zu werfen.

    Liebe Leute, wenn das zwischen diesen drei Parteien tatsächlich zu einem Krieg kommt, gute Nacht. Dann ist die Sache mit dem Euro und das ganze Gedöns drumherum Kindergarten.

    Hier könnt Ihr selbst lesen:

    http://www.defencegreece.com/index.php/2011/12/turkey-preparing-for-an-attack-against-greece/

    http://www.turkishweekly.net/news/128790/netherlands-party-challenges-turkey-39-s-nato-membership-report.html

    http://www.thejc.com/news/world-news/61150/israel-cancels-military-contract-turkey

    Ich hoffe doch mal, das die sich wieder ein kriegen, sonst haben wir ein verdammt bescheidenes Jahr vor uns…