China: Gestiegener Einkaufsmanager-Index keine Trendwende

Chinas Einkaufmanagerindex ist im Dezember gestiegen, aber ein Rückgang der Aufträge und der Exporte macht deutlich: Die Lage in China bleibt äußerst prekär.

Ganz hat die europäische Schuldenkrise China noch nicht erreicht, aber die ersten Auswirkungen sind dennoch zu spüren. Zumal das Land selbst, auch ohne die Probleme der Euro-Zone, vor einem Crash steht (ganze Regionen sind extrem verschuldet – mehr hier). Dem offiziellen Bericht des chinesischen Logistikverbandes zufolge stieg der chinesische Einkaufsmanagerindex im Dezember von 49 auf 50,3 Basispunkte. Alles unter 50 Basispunkten verweist auf ein Schrumpfen. Die Zahlen waren somit höher als die erwarteten 49 Basispunkte. Der finale Bericht der HSBC Bank sieht jedoch etwas anders aus: Da stieg der Einkaufsmanagerindex im Dezember leicht auf nur 48,7 Basispunkte.

Der leicht gestiegene Einkaufsmanagerindex verdeutlicht jedoch keine wirkliche Erholung der chinesischen Wirtschaft. Der Index zu den Auftragseingängen sank den dritten Monat in Folge und auch der chinesische Produktionsindex, veröffentlicht von der HSBC und Markit, fiel zum zweiten Mal. Selbst der Index für Exporte, der beim Einkaufsmanagerindex berechnet wird, liegt trotz Steigerung von 45,6 Basispunkten im November auf 48,6 Basispunkten im Dezember und somit ebenfalls noch immer unter 50 Basispunkten (mehr hier). Neben Maßnahmen der chinesischen Regierung, wie die Lockerung der Reserverücklagen der Banken (mehr hier), ist die leichte Erholung des Einkaufsmanagerindex vor allem auf die Vorbereitungen auf die Neujahrsfeier und den Neujahrsurlaub zurückzuführen, erklärt Yao Wie von der Société Générale. Aber dies wird nicht von langer Dauer sein. „Europas Schuldenkrise, die Sparmaßnahmen der europäischen Länder und die träge Erholung der US-Wirtschaft bedeuten, dass die Nachfrage nach asiatischen Gütern in diesem Jahr weiter schwach bleiben wird“, so Yao Wei.

Die Erholung des Einkaufsmanagerindex „signalisiert nicht, dass sich die Wirtschaft wieder umgekehrt hat“, erklärt Zhiwei Zhang von Nomura in Hong Kong. „Das Wachstumsmoment wird in diesem Quartal weiter nachlassen, weil die Europäische Krise Chinas Exporte treffen wird und der abkühlende Immobilienmarkt“ auch die inländische Nachfrage senken werde. Der Shanghai Composite Index sank im Jahr 2011 um 22 Prozent. Nomura rechnet mit einem Wachstum der chinesischen Wirtschaft um 7,9 Prozent – das geringste Wachstum seit 13 Jahren.

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