EZB kauft Staatsanleihen für 462 Millionen Euro

Vergangene Woche erhöhte die Europäische Zentralbank wieder ihre Käufe von Staatsanleihen. Spanien und Italien konnten davon profitieren, aber die EZB blieb trotz des Drucks vieler Politiker unter ihren Möglichkeiten. Entscheidend für den Fahrplan und die zukünftigen Käufe der EZB im Jahr 2012 wird auch die Wahl des neuen Chefvolkswirts sein.

Die EZB gab heute in Frankfurt bekannt, dass sie vergangene Woche Staatsanleihen im Wert von 462 Millionen Euro am Sekundärmarkt gekauft hat. Das ist deutlich mehr als noch in der Woche davor, als sie nur für 19 Millionen Euro einkaufte, aber vergleichsweise wenig im Vergleich zu den Käufen im Wert von 3,4 Milliarden Euro von vor zwei Wochen. Sowohl die spanischen als auch die italienischen Staatsanleihen profitierten davon.

Aber sehr wahrscheinlich ist auch, dass insgesamt in der vergangenen Woche mehr als 462 Millionen Euro für Staatsanleihen ausgegeben wurden. Die Zahlen referieren nämlich nur auf Transaktionen, die bis vergangenen Freitag gänzlich abgewickelt wurden. Da zwischen dem Kauf und der Abwicklung allerdings mindesten zwei Handelstage liegen, ist davon auszugehen, dass die eigentlichen Käufe der EZB umfangreicher waren.

Heute traten zudem der deutsche Ökonom Jörg Asmussen und der Franzose Benoît Cœré ihre Arbeit bei der EZB an. Welchen Posten sie erhalten und wer möglicher Weise der Nachfolger Jürgen Starks als Chefvolkswirt werden wird, ist noch unklar (mehr hier). In jedem Falle würde die Wahl Benoît Cœrés eher zu noch umfangreicheren Staatsanleihekäufen bei der EZB führen.

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Kommentare

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  1. N38001 sagt:

    Warum auch nicht? Dabei entwickeln die Leute auch eigene Idee, ihr Geld zu vernichten.

    „Haben Sie das schon mal gemacht?“
    „Was?“
    „Das! Werfen Sie Ihr Geld selbst aus dem Fenster mit Cortal Consors.“

  2. Steuerzahler sagt:

    Wenn man bedenkt, wie hoch der Aufschrei bei den 3 Mrd der Bayern LB war und mit welchen Summen heute jongliert wird……………………

  3. HB4242 sagt:

    Und was ist das schon gegen die Milliarden die täglich verbrannt werden ? ! ?

    Man sollte die Menschen mit wichtigeren Infos versorgen ……

  4. Albert Albern sagt:

    Wenn der Staat das Geld direkt von der Zentralbank bekommt, dann bringt er das Geld durch seine Ausgaben gleich in den Umlauf, das Geld fließt in die realen Märkte ein.

    Es wäre ein großer Fortschritt, wenn der Staat das Geld nicht mehr über die unberechenbare „Finanzwirtschaft“ beziehen müsste…

    • nemax 20 sagt:

      das ganze funktioniert über verliehene notenbankpressen…
      der beitrag—zeit einplanen, dauert etwa 2 stunden—erklärt einiges und besonders die ereignisse der letzten 3 dezemberwochen.
      lohnt sich!!!

      http://mediathek.cesifo-group.de/iptv/player/macros/cesifo/mediathek?content=1470598&idx=3

      • Gast sagt:

        Dieser Beitrag war wirklich gut und es sollte sich jeder die Zeit nehmen um zu verstehen was eigentlich los ist in Europa und in Deutschland. Der Euro hängt so zusagen an seinen eigenen Schulden fest und kann garnicht aufgegeben werden ohne Totalverlust. Verursacher dieser Situation ist die EZB und natürlich die Politik. Wohlstand auf Pump bis zum Zusammenbruch und dann die Kapitalflucht nach Deutschland. Ein genialer Trick um Deutschland in den Abgrund (1 Bill. Totalverlust ) oder aber in die Abhängigkeit ( 500 Mrd. ungesicherte Target Forderungen gegen die EZB ) zu stürzen. Schon komisch das ausgerechnet Deutschland irgendwie der Verlierer in der Schuldenkrise ist, während GIPS(F) weiterhin mit 1% igen EZB Krediten Party feiern. Das Thema Eurobonds war auch gut, denn dies ist in Wahrheit nur eine zweite EZB welche den Crash um ein paar Jahre verschiebt aber nicht verhindert. Leider ist auch bei Eurobonds oder jedem anderen Rettungsmechanismus Deutschland nur Verlierer.
        Eines wird hier ganz klar. Die Politik hat im Bezug auf Europa völlig versagt und ist auf dem besten Weg es weiterhin ungehindert zu tun, auch mit dem Geld der Steuerzahler. Die Staatsdiener verspielen das Geld der Steuerzahler und zukünftigen Rentenempfänger ohne die Gläubiger um Erlaubnis gebeten zu haben. Das geht auf keinen Fall !!

        • Albert Albern sagt:

          Das fasziniert mich immer wieder:

          „Wohlstand auf Pump…“

          Obwohl wir es alle WISSEN, fällt es trotzdem selten jemandem auf, dass ohne die Kredite, egal ob institutionellen oder die privaten, wirklich kein Wohlstand zusammen käme!!!

          Deutschland geht es relativ gut, WEIL sich die „PIGS“-Staaten und deren Bürger verschuldeten! Nur deswegen lief es bei dem Export so gut, siehe:
          http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/01/34577/

          OHNE DIE SCHULDEN DER ANDEREN HÄTTE DEUTSCHLAND NICHT EINMAL DIE HÄLFTE SEINER ERFOLGE ERREICHEN KÖNNEN!!!

          Oder anders gesagt:
          Ohne die Schulden der Anderen könnte KEINE Wirtschaft erfolgreich sein.

          Auch Herr Sinn sagt nicht einmal die Hälfte davon, was er alles weiß. Weil es ihm gar nicht bewusst ist, was er alles weiß.

          Also: Wo liegt das Problem???

      • Karl Heinz sagt:

        Danke für den link – ein essenzieller Vortrag von Prof Sinn.

        2011 war anscheinend das Jahr der erwachenden Ökonomen.
        Ausgelöst durch Außenseiter wie Hankel und Popp, werfen immer mehr Ökonomen ihre Paradigmenlehre über Board und untersuchen die Realität.

        Auch Sinn begreift endlich, dass der Euro für Deutschland die Bedeutung eines Versailles 2.0 hat und beschreibt diese Mechanismen plastisch.

        Ein gut verständlicher Grundlagenvortrag. Empfehlenswert.

        • Albert Albern sagt:

          Es ist oft schwer, die Modernisierung des Denkens bei den Fachleuten zu nachvollziehen.
          Nur ein Beispiel:

          Herr Sinn erklärt in dem hier bereits hervorgehobenen Vortrag, ab der 10ten Minute:
          „Die Krisenländer haben ihre Preise um 30% gegenüber ihren Handelspartnern erhöht. Die Volkswirte sagen dazu: Sie haben real aufgewertet. Es ist so, als hätten sie ihre eigene Währung noch und würden die jetzt aufwerten um 30%.“
          http://mediathek.cesifo-group.de/player/macros/_v_f_750_de_512_288/_s_ifo/_x_s-764870657/ifo/index.html

          Nach dem veralteten ökonomischen Denken wird die Steigerung der Preise als Abwertung des Geldes, also als Inflation bezeichnet.

          Natürlich meint Herr Sinn, das es in der KONSEQUENZ so ist, als hätten die Krisenländer noch ihre eigene Währung und würden die jetzt um 30% aufwerten.

          Deswegen würde ich seinen Vortrag NICHT als „gut verständlichen Grundlagenvortrag“ bezeichnen. Denn die im Saal anwesenden Studenten lernen noch die alten, traditionellen und damit unmoderne Denkmuster…

          Also mit anderen Worten: Es ist die Inflation in den Krisenländern, wodurch die Exporte dieser Länder in dem Raum der gemeinsamen Währung (und natürlich auch darüber hinaus) verteuert werden. Weil in der modernen Wirtschaft nicht alles mit der gleichen ZAHL, dafür aber mit der gleichen MÜNZE berechnet wird…

          • Karl Heinz sagt:

            Zitat:“Die Krisenländer haben ihre Preise um 30% gegenüber ihren Handelspartnern erhöht.“

            Diese Erhöhung ist nicht, wie Sie vielleicht vermuten, per Beschluß zu Stande gekommen, sondern durch Lohnerhöhungen und durch hohe Finanzierungskosten, die in den Erzeugerpreisen enthalten sind. Genau dieses Faktum zerstört die Konkurenzfähigkeit.

          • Albert Albern sagt:

            Ja, genau. Herr Sinn erklärt schließlich weiter, dass die Teuerung durch teure Kredite mit höheren Zinsen zu Stande kam. Und natürlich hat auch der „Preis“ für die Arbeitskräfte seine Wirkung. Nur müssen diese Arbeitskräfte die teurer gewordenen Waren kaufen können, die wegen den teuren Krediten mit hohen Zinsen entstanden sind. So dreht sich halt die Preisspirale.

            Also muss ich Ihre Hoffnung, dass ich vielleicht etwas vermute, leider enttäuschen…

    • holly sagt:

      Sie vergessen dabei nur, daß die Zentralbanken ebenfalls in privater Hand sind, also in den Händen der Wall – Street und anderen Börsenspekulanten.
      Mit Luft lassen sich keine Werte erschaffen, die können Sie allemale atmen, aber weder essen, noch sonst etwas.

      Wer heute noch Staatsanleihen kauft ist selbst Schuld, wenn er dann zusehen muß wie sein hart erarbeitetes Geld verbrannt wird, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

  5. Kein Eurofan sagt:

    Eine Bilderberger-Hand (Draghi) wäscht die andere (Monti). Jeder Mist, jede Gülle und jede stinkende Jauche wird gekauft und bezahlt mit Mist und Jauche einer Bank, die im Prinzip schon längst konkursreif ist.

  6. schlaumeister sagt:

    Kauf EZB kauf beim Trödler Abraham die wertlosen Staatsanleihen, Papierschnipsel-
    Falschgeld ohne innere Werte, diese werden ständig wertloser, man kann den
    Schrott nie wieder loswerden, aber man kann das System noch etwas weiterlaufen
    lassen, Badbank EZB und Badbank Bundesbank und Badbank HRE und und und…