Hedge Funds platzieren Rekord-Wetten gegen den Euro

Hedge Funds haben in der letzten Woche des Jahres 2011 ihre Wetten gegen den Euro auf ein Rekord-Niveau erhöht. Sie sind ermutigt von der Tatsache, dass der Euro im vergangenen Jahr gegenüber dem Dollar und dem Yen deutlich an Boden verloren hat.

Wenn man mit einer Wette viel Geld verliert, empfiehlt es sich offenbar, für die nächste Wette noch mehr Geld einzusetzen, um die Verluste wettzumachen. Nach diesem Motto schienen viele Hedge Funds im Hinblick auf den Euro 2012 zu handeln. Nach Mitteilung der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) stiegen in der Woche bis zum 27. Dezember die Wetten gegen den Euro sprunghaft an. Die Zahl der Wetten gegen den Euro überstieg jene für den Euro um 127.900 Verträge. In der Woche davor waren nur 113.700 Verträge mehr gegen den Euro als für das Erstarken der europäischen Gemeinschaftswährung abgeschlossen worden.

Obwohl die Zahlen der CFTC nur die Aktivitäten der größten globalen Spieler erfasst, werten Beobachter diese Entwicklung als einen Trend, der sich auch in den von der Beobachtung nicht erfassten Wettbüros ähnlich abbilden dürfte. Carole Laulhere von der Société Générale sagte der FT: „Wenn wir extreme Short Positionen wie diese sehen, bedeutet dies in der Regel, dass es zu einer kurzfristigen Euro-Korrektur kommen wird. Auf lange Sicht sind zwar die wirtschaftlichen Fundamentaldaten wichtiger, aber auch diese zeigen im Moment Schwäche.“

Als Gründe für das gute Abschneiden des Euro bisher gelten die Zuflüsse in die „sicheren“ deutschen Staatsanleihen; die Diversifikation, die sich in den Schwellenländern gegen den Dollar ergibt, indem regionale Währungen gestärkt werden; und schließlich der Rückzug der europäischen Banken aus ihren Geschäften außerhalb Europas wegen der neuen Eigenkapitalvorschriften.

Aber neben den Pessimisten gibt es auch Optimisten, die die Lage des Euro nicht so schlecht einschätzen: JP Morgan erwartet einen Eurokurs von 1,34 Dollar und BNP Paribas hofft auf 1,35 Dollar.

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Kommentare

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  1. Marcus Tullius Cicero sagt:

    Der Staatsdienst muss zum Nutzen derer geführt werden, die ihm anvertraut werden, nicht zum Nutzen derer, denen er anvertraut ist!!!!!

    Das öffentliche Wohl soll das oberste Gesetz sein!!!!!!

    Jeder Mensch kann irren, aber Dummköpfe verharren im Irrtum!

    Der Staatshaushalt muss ausgeglichen sein. Die öffentlichen Schulden müssen verringert werden. Die Arroganz der Behörden muss gemäßigt und kontrolliert werden. Die Zahlungen an ausländische Regierungen müssen reduziert werden, wenn der Staat nicht bankrott gehen will !!!!!!

    Marcus Tullius Cicero, im Jahre 68 vor Christus !!!!

    Die Geschichte wiederholt sich doch !!!! entgegen anderer Behauptungen!

    • Walter Schwer sagt:

      Könnten Sie mir bitte mitteilen, in welchem Werk Cicero diese Gedanken formuliert haben soll? Um eine Antwort wäre ich dankbar