Hohe Abfrage von Notkrediten bei der EZB

Die unverändert hohe Abfrage von Notkrediten der EZB könnte auf eine Bankenkrise in einem der 17 Euro-Länder hindeuten. Denn diese Kredite werden wegen der hohen Zinsen nur dann von Banken in Anspruch genommen, wenn sie ein kurzfristiges Liquiditätsproblem haben.

Die Spannung im Bankensystem der Euro-Zone hält weiter an. Noch immer ist die Nachfrage nach den Notkrediten der EZB sehr hoch. Montagnacht wurden Notkredite der EZB im Umfang von 14,8 Milliarden Euro in Anspruch genommen. Zwar waren es vergangenen Donnerstag 17,3 Milliarden Euro (der höchste Wert seit Juni 2009), aber die anhaltend hohe Nachfrage sorgt für Beunruhigung.

Der hohe Zinssatz der Notkredite von 1,75 Prozent wird meist vor allem von Banken genutzt, die sich einem kurzfristigen Liquiditätsproblem gegenüber sehen. Bereits die letzte Inanspruchnahme der Notkredite durch Banken im Dezember ließ vermuten, dass zumindest eine Bank vor ernsthaften Problemen steht (auch die Notenbankenintervention deutete dies an – mehr hier). Die erneut hohen Zahlen verhärten den Verdacht. Wie viele Banken die Notkredite in Anspruch genommen haben und aus welchen Ländern sie stammen, gab die EZB nicht bekannt. Sollten diese Kredite in den nächsten Tagen nicht deutlich abnehmen, könnte dies auf eine mögliche Bankenkrise in den 17 Ländern der Euro-Zone hinweisen.

Die Unsicherheit der Banken untereinander zeigt sich auch weiterhin in den hohen Rekordeinlagen bei der EZB (mehr hier). Statt einen Teil der fast 500 Milliarden hohen, langfristigen Kreditvergabe von der EZB zum Kauf von Staatsanleihen und zur Vergabe von Krediten zu nutzen, deponieren die Banken ihr Geld lieber niedrig verzinst bei der EZB.

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Kommentare

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  1. Rico Coracao sagt:

    ..die HRE & Commerzbank sind bestimmt auch dabei,
    ist ja politisch besser als wieder hier direkt die Hand aufzuhalten,
    so was wird ja dann sogar in der Tagesschau gezeigt..
    diese Spielchen im Hintergrund meist nicht..

    Wer ist pleite? Irland, Portugal, Ungarn, Slovenien,
    Spanien, Italien, Frankreich(gefährdet) und Griechenland..

    Dadurch sind eigentlich auch alle Banken in den jeweiligen Ländern
    bei einer Staatspleite platt (man sagt auch „verstaatlicht“)

    Und wenn`s bei uns in der EU nicht als Erstes rappelt,
    wir haben ja noch Indien, China und die USA „am gleichen Seil“
    Wenn nur Einer fällt..

  2. tomorrow sagt:

    Diesem elenden Treiben kann man sich scheinbar nicht mal entziehen, wenn man sich in in absolut ruhige und abgelegene Gefilde zurückzieht. Aber wer will schon in der Wüste leben? Der tägliche Urwald reicht schon lange hin. Man kann der Welt nicht entkommen.

    Es müsste ein Wunder geschehen, damit sich üble Pappnasen in Luft auflösen.
    Hier bitte sehr, ein Wunder: (…)!?

    Wenn jemand die Krise Managen kann, dann sind es die Banken. Sie brauchen dringend unsere Hilfe. Auf alle Fälle, denn sie sind noch lange nicht satt.
    Hhmm.

    • Rico Coracao sagt:

      ich habe schon Kontakt nach Blumenau, Santa Catarina (Südbrasilien)
      Viele deutsche Familien (ausgewandert im 17Jh.)
      http://www.youtube.com/watch?v=ggrD6wq_1hA

      Ich war dort..sehr schön und sicher ! Nette Menschen und Viele sprechen deutsch, ähnlich wie Thüringer, aber doch anders.. sie kennen auch keine Currywurst oder Döner, dafür Kassler, Bratwurst & Kartoffelsalat..

      Da ich z.Zt. Single bin kann man dort reinheiraten,
      die freuen sich über deutschen Gen-Import :))

      Ansonsten kann ich Uruguay empfehlen, für Südamerika sehr sicher
      und auch viele Deutschstämmige und Landwirtschaft.

  3. Gast sagt:

    Kapitalflucht !!!

    Besitzer von Staatsanleihen verkaufen jene um mit dem Geld bessere Anlagen zu finden. Dies könnte jede Bank oder Versicherung in Europa sein. Als Absicherung für die EZB Kredite gibt es dann eben Sicherheiten a la BBB- oder Staatsanleihen, also wahrscheinlich nur Schrott. Die Anleger wollen ihr Geld haben bevor es keine Sicherheiten mehr für ihr Geld gibt. Die Entwicklung ist nur verständlich bei Schuldenschnitten von bis 75% und griechischen Austrittsdrohungen.

    Die EZB kann nun ohne deutschen Chefvolkswirt so richtig in die Presse greifen und Europa mit billigen Krediten versorgen. Die EZB trägt die Hauptschuld an der Staatsverschuldung.

  4. Knatterton sagt:

    Wenn die Bankster ihr ergaunertes Geld bei der EZB unterbringen, weil sie sich gegenseitig nicht trauen, dann wissen sie etwas, was wir nicht wissen.

    • Waltraud Schlimm sagt:

      Hallo Knatterton,
      sie haben Recht. Wir erfahren eh nur das, was wir erfahren sollen.

  5. Meinung sagt:

    sehr schön ist das….. GOTTSEI DANK

  6. ErdGeist sagt:

    Bankrun!!!

    LG