Griechenland: Medikamente nur noch gegen Barzahlung

Den griechischen Apotheken drohen Kürzungen bei der Handelsspanne für Arzneimittel um 15 Prozent. Hunderte Apotheken sind bereits von der Schließung bedroht. Nun gehen die ersten Apotheken dazu über, Medikamente nur gegen Barzahlung abzugeben.

Aktuell: EZB: Putsch gegen Deutschland

Die Sparmaßnahmen der griechischen Regierung tangieren zunehmend das Gesundheitswesen – schon im vergangenen Jahr haben Ärzte vor dem Zusammenbruch des Gesundheitssystems gewarnt (mehr hier). Nun plant das Gesundheitsministerium Kürzungen der Gewinnspanne griechischer Apotheken. Der Gesundheitsminister Andreas Loverdos will die Handelsspanne für Arzneimittel um 15 Prozent herabsetzen. Angefangen haben sie mit Protestaufrufen – nun gehen Apotheker auf Konfrontationskurs. So nehmen sie seit Beginn des Jahres nur noch Barzahlungen entgegen, bevor sie Medikamente herausgeben, so die griechische Online-Zeitung in.gr.

Praktisch heißt das: Patienten zahlen den vollen Preis der Medikamente aus eigener Tasche. Es betrifft also alle Versicherten aller Kassen – auch jene, die ihren Verpflichtungen bisher nachgekommen sind.

Apotheker verlangen eine klare Vereinbarung über einen stabilen Rahmen der Arzneipolitik sowie die „Jagd auf Apotheken“ einzustellen. Zudem kritisieren Pharmazeuten-Vereine, dass es keine konkrete Lösung für Zahlungen der Versicherungskassen gibt, der Liquiditätsmangel der Apotheken ignoriert wird und eine Abwertung der medizinischen Versorgung stattfindet.

Der Vorsitzende des Panhellenischen Pharmazeuten-Vereins Theodoros Ampatzoglou erklärt, dass bereits 800 Apotheken von der Schließung bedroht sind. Der Grund: Die Versicherungskassen schulden den Apotheken bereits 400 Millionen Euro. Zudem warnt er vor einem Chaos der medizinischen Versorgung.

Dies zeichnet sich bereits ab: Pharma-Konzerne sind gegenüber dem griechischen Markt längst vorsichtiger geworden. Infolge der sinkenden Zahlungsmoral beliefern sie häufig jetzt schon nur noch gegen Barzahlung. Die Folge: Schon jetzt gibt es massive Versorgungsengpässe in Krankenhäusern. Da es den Apotheken selbst an Liquidität fehlt, weil sie monatelang auf die Abrechnungen für verkaufte Medikamente von den Kassen warten müssen, werden auch sie nur noch mit geringen Mengen beliefert.

Mehr zum Thema:
„Euro zerstört Frieden in Europa“ (Interview)
Europäische Pharmaindustrie von Krise betroffen
Frankreich überwacht griechische Beamtenreform

Kommentare

Dieser Artikel hat 25 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Klaus Rudolph sagt:

    Die Begrifflichkeit „Sparmaßnahmen“ ist hier falsch, richtig wäre „Kürzungsmaßnahmen“.
    Wer spart, legt was auf die hohe Kante, Griechenland ist faktisch Pleite und kann nichts auf die hohe Kante legen, deswegen ist hier das Wort „Sparen“ fehl am Platz. Die Anwendung von Begrifflichkeiten werden vielfach falsch angewendet. Dazu Konfutse:
    Eine nötige Begriffsklärung

    „Was vor allem nötig ist, ist, daß man alle Dinge beim rechten Namen nennen kann.“, sprach Konfutse zum Fürst Dsi Lu. Dieser äußerte sich ziemlich absprechend über die Äußerung des Konfutse. Konfutse verwies ihm dies und antwortete:
    „Man darf das, was man nicht versteht, nicht beiseite lassen. Wenn die Begriffe nicht richtig sind, so stimmen die Worte nicht; stimmen die Worte nicht, so ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist; ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist, so kommen die Werke nicht zustande; kommen die Werke nicht zustande, so gedeiht Moral und Kunst nicht; gedeiht Moral und Kunst nicht, so trifft das Recht nicht; trifft das Recht nicht, so weiß das Volk nicht, wohin Hand und Fuß zu setzen. Also dulde man nicht, daß in den Worten irgend- etwas in Unordnung ist. Das ist es, worauf alles ankommt.“
    Was soll diese Überlieferung aus dem alten China an dieser Stelle? Die Worte des chinesischen Philosophen Konfutse behalten auch im Deutschland des 21. Jahrhunderts ihre Gültigkeit.

  2. Livia sagt:

    Wie hieß es schon bei Asterix: Die (Ärzte) sind im Rudel gefährlicher als eine bis an die Zähne bewaffnete Legion!

  3. blubbablubba sagt:

    WULFF muß bleiben.
    Er ist die letzte Bastion gegen Murksels Ausverkauf der Republik für ESM und EFSM.

    WULFF muß bleiben!

  4. Durchblicker sagt:

    Mensch: haben die Griechen ein Glück, denn sie brauchen die vom Arzt verschriebenen Medikamente nicht einnehmen. Habe unlängst einen Bericht gelesen in dem es hieß, dass in England während eines Ärztestreiks die Aufträge bei den Bestattungsinstituten einbrachen.