Frankreich will mit Cola-Steuer Haushalt sanieren

Zum Jahreswechsel hat Frankreich die sogenannte Soda-Steuer für Getränke wie Cola oder Limonade eingeführt. Die konservative Regierung will damit das Staatsdefizit reduzieren und gleichzeitig die Fettleibigkeit bekämpfen.

Frankreich sucht an allen Fronten nach Möglichkeiten, um das Loch von 1,7 Billionen Euro (85,3 Prozent des BIP)in der Haushaltskasse zu stopfen. Nun soll die Preiserhöhung für Softdrinks wie Cola, Limonade und gezuckerte Fruchtsäfte Abhilfe schaffen: 280 Millionen Euro soll die „Fat-Tax“ jährlich in die Staatskasse schütten. Zum 01. Januar 2012 ist die Soda-Steuer in Kraft getreten, so die französische Nachrichtenagentur AFP. Jede Dose zucker- oder süßstoffhaltiger Getränke wird damit um zwei Cent und jede Flasche um 15 bis 20 Cent teurer.

Genau genommen handelt es sich jedoch bei der Erhöhung um keine echte Steuererhöhung. Vielmehr verlieren diese Getränke den Status der Produkte „erster Notwendigkeit“, wie ihn Brot, Energie oder Bücher haben. Diese Produkte haben einen geringeren Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent, der den Softdrinks aberkannt und auf 19 Prozent angehoben wird. Damit lässt sich auch die offizielle Rechtfertigung des Gesundheitsministeriums – nämlich die Fettleibigkeit bekämpfen zu wollen – viel überzeugender darstellen.

Da im Frühjahr 2012 die nächsten Präsidentschaftswahlen anstehen und Sarkozy um seine Wiederwahl bangen muss, wurden bei dem Milliardenschweren Sparpaket zunächst keine strukturellen Veränderungen vorgenommen. Die konservative Regierung konzentriert sich vorrangig auf Einsparungen bei Steuerprivilegien und Nischenbereichen. So umfassen die Pläne auch die Erhöhung von Steuern auf Zigaretten und Spirituosen. Eine französische Spezialität ist die Soda-Steuer jedoch nicht: In Europa haben sie bereits Dänemark und Ungarn eingeführt.

Kommentare

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  1. CBG sagt:

    Korruptionssteuer

  2. Cuzco sagt:

    Dazu fällt mir nur noch eines ein: Armseelig!!!

  3. Steuerzahler sagt:

    Man muss sich nicht wundern, dass viele Franzosen zu Hause nur Leitungswasser trinken. Unter irgend einem Vorwand fällt den Regierungen immer etwas ein, um den Bürgern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Man denke nur mal an die Gardinensteuer in den Niederlanden in früheren Jahren.

    Der Staat kann einfach nicht sparen. Die Politiker wollen wieder gewählt werden. Die Bürger und auch deren Gesunheit interessieren diese Herrschaften nicht. Das einzige Interesse der Politiker ist auf das eigene Salär gerichtet. Da dies mit der Wiederwahl zusammenhängt, wird alles getan um mögichst große Gruppen zufrieden zu stellen und den eigenen Machtapparat zu erhalten.

  4. hunsrückbauer sagt:

    das finde ich eine gute Idee, die man auch in D umsetzen sollte um die Dicken, Dummen, Faulen, Drückeberger, Hartz4-Empfänger endlich ans Arbeiten zu kriegen.

    gesunde Lebensmittel bleiben teuer und ungesunde lebensmittel werden teuer, weil trocken brot von vorgestern und wasser vom letzten Regen muß reichen für diese nixnutzigen Kostgänger und das bei anhaltend klammer sozialkassen und überschäumender finanzhilfen für die Bankster. schließlich bruacht jeder Dödl ja sein Feindbild!

    sarkasmus ende = sarkozy ende

  5. schlaumeister sagt:

    Mit solchen Mätzchen kann man den Staat nicht sanieren. Echtes Sparen traut
    man sich nicht, wegen den Wahlen und außerdem hat man Angst vor General-
    streiks. Die Schüler und Studenten gehen schon auf die Straße, wenn man das
    Renteneintrittsalter auf 62 anheben will! Bei uns läßt sich der Michel auch gern
    das Fell über die Schlafmütze und die Ohren ziehen, läßt sich enteignen und
    schafft für die Pleitestaaten noch mit, dumm, dümmer, Dummmichel! Selbst bei
    Rente mit 69 wacht er garantiert noch nicht auf.

  6. mandelkern sagt:

    Wir in D haben diese „Soda-Steuer“ ebenfalls und schon 4 Jahre lang.
    Seit 2007 werden nämlich alle Getränke, bis auf Milch, mit 19% Mehrwertsteuer belastet.
    Sogar das Mineralwasser.
    Schlanker hat das nur den Geldbeutel des Verbrauchers gemacht.

    • FDominicus sagt:

      „Schlanker hat das nur den Geldbeutel des Verbrauchers gemacht.“

      Somit wurde das Ziel ja erreicht. Wieder mehr Geld zum auf-den-Kopf-hauen durch unsere Delebets. Wenn es irgendeine Gemeinheit noch nicht gibt wenden Sie sich einfach vertrauensvoll an Politiker Ihrer Wahl.

    • Klaus sagt:

      Getränke waren schon (fast) immer nicht ermäßigt und unterlagen dem normalen Steuersatz. Vor 2007 waren es eben nur 16 % und jetzt 19 %. Also neu ist das (leider) nicht.