Krise: Griechen setzen immer mehr Haustiere aus

In der Krise trennen sich die Griechen offenbar auch von in großem Stil von ihren Haustieren. Tierschutzvereine können die steigende Zahl an ausgesetzten Tieren nicht mehr bewältigen. Durch die Sparmaßnahmen fehlt es an den nötigen Mitteln.

Die Folgen der griechischen Schuldenkrise trifft Tierschützer von mehreren Seiten, berichtet die griechische Zeitung Kathimerini. „Die Situation ist völlig außer Kontrolle“ – so beschreibt Christiana Kalogeropoulou von der Non-Profit-Gruppe Stray.gr die derzeitige Situation. Es fehlt aufgrund der rigorosen Sparprogramme nicht nur an finanziellen Mitteln von Seiten der Behörden, sondern auch an Spenden. Hinzu kommt die steigende Zahl der Hunde, die abgegeben oder an Bänken, Laternen und Bäumen ausgesetzt werden. Viele Eigentümer können sich das Futter und die Pflege der Tiere nicht länger leisten. Allein in Athen wurden im vergangenen Jahr über 450 streunende Tiere eingesammelt.

Grigoris Gourdomichalis, Leiter der Environmental Association für die Gemeinden Athen und Piräus erzählt, dass seine Organisation seit 2009 keine Finanzierung von örtlichen Behörden bekommen hat – obwohl ihnen rein rechtlich Subventionen zustehen. Gourdomichalis macht neben den Kürzungen den veralteten, langwierigen Genehmigungsprozess durch unzählige Instanzen dafür verantwortlich.

Abgesehen von den finanziellen Schwierigkeiten und der stets wachsenden Zahl ausgesetzter Tiere, kommt nun ein weiteres Problem hinzu: die Hundestaupe-Epidemie. Für die Stadt Athen gestaltet es sich schwierig, das Schutz-Programm am Leben zu erhalten, da anstelle der 500.000 Euro von vor zwei Jahren nur noch 190.000 Euro zur Verfügung stehen.
„Jede Anstrengung in der Vergangenheit, die Menschen umzuerziehen und dem Staat zu verdeutlichen, dass auch er eine gewisse Verantwortung übernehmen muss, ist wieder fast vergessen“, so Christiana Kalogeropoulou.

Mehr zum Thema:
Griechische Exportindustrie wandert ab
Griechenland: Arzneimittel nur noch gegen Bares
Griechenland: Wehrdienst wird um drei Monate verlängert

Kommentare

Dieser Artikel hat 15 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. maus sagt:

    Das würde nicht geschehen wenn die Menschen das Tier was Sie haben nicht nur als Tier sehen sondern als Familienmitglied ! Es ist eine Traurigkeit unserer Gesellschaft das viele Tiere kein Ehrgefühl mehr entgegen gebracht werden ! Ein Hoch auf die vielen Ehrenamtlichen Helfer, und Tierheimen die sich um diese Tiere kümmern ! Tiere sind so Dankbar und eine Bereicherung fürs Leben und Treu ! Wenn man ein Tier hat sollte man sich die Verantwortung bewusst sein ,das es mit sich bringt ! Es muss endlich eine Ende haben mit Unserer Wegwerfgesellschaft ! Alte Menschen ,Kinder , Tiere sich einfach zu entledigen wenn Sie lästig geworden sind ! Wir sollten alle zurückkommen zu Unseren Werte !

  2. Buhu sagt:

    Das bestätigt nur, daß die Menschheit der Schandfleck auf dem Antlitz des Planeten Erde ist!

  3. Antonietta sagt:

    Wußten Sie, das es in Griechenland ca. 400.000 Strassenhunde gibt? Dass jährlich ca. 10.000, kurz vor der beginnenden Urlaubssaison, durch Giftköder ermordet werden?

  4. Schulz sagt:

    Ich finde es für eine Schande das mal wieder die Tiere die leidtragenden Gesellschaft
    der Menschheit sind.
    Tiere sind keine, ich wiederhole keine Wertgegenstände die man mal so einfach
    entsorgt, es sind LEBEWESEN die Gefühle & Schmerz entfinden.
    Deshalb mein Apell an die Griechische Regierung sich mehr für die vierbeiner ( Tiere)
    einzusetzen & zu helfen.

    Tierfreund & Unterstützer im Tierschutz

  5. Peter Kahr sagt:

    Die Situation mit Streuner Tieren hat sich in Griechenland die letzten Jahre zwar „leicht verbessert“, aber diese Krise wird den Tierschutz leider wieder um Jahre zurückwerfen.
    Peter Kahr
    Obmann TirolerTierEngel e.V.

  6. mike sagt:

    die Menschen weden erst gscheiter, wenn sie wissen, dass man geld nicht essen kann

  7. Ehrengard Becken-Landwehrs sagt:

    Es ist sehr interessant, wie sich Griechenland die finanzielle Schieflage (die sie durch Korruption,k nicht eingezahlte Steuern, zu frühe Renten usw. usf. selbst verschuldet haben) zunutze macht, um ihre ungeliebten Haustiere loszuwerden. GRIECHENLAND GEHÖRT ZU DEN LÄNDERN IN EUROPA, FÜR DIE HAUSTIERE NOCH NIE EINEN STELLENWERT HATTEN! Aussetzen, vergiften, erhängen, überfahren, verhungern, zu Tode quälen gehört in diesem Land zur Tagesordnung – UND DAS NICHT ERST SEIT DER KRISE!!!!!!!!!!!!!!!! Tierfreunde sind grundsätzlich ausgenommen, denn die behandeln auch in Krisenzeiten ihre Tiere gut und würden das Unmögliche möglich machen, um sie zu schützen. Wo sind die 190.000 € geblieben?! Es ist viel Geld, das bei konsequenter Verwaltung gut hätte angelegt werden können!!!!!
    Warum sollen die Griechen ihre Regierung rausschmeißen, sie ist doch für die ganze Misere verantwortlich und wird eindeutig vom Volk mitgetragen. Das Volk würde sich doch selbst in die Finger schneiden, oder?! Sie sind uneinsichtig in Bezug auf ihre Schieflage und machen andere dafür verantwortlich, vor allem Deutschland! Sicher D hat profitiert, aber D hat auch Milliarden in dieses Land gepumpt und tut es immer noch. Aber davon wollen die Griechen nicht reden und auch nichts wissen!
    @ Bücher von Thomas Wieczorek beschreiben die kriminellen Machenschaften von Managern, die Unfähigkeit von Politikern, den Ausverkauf von Unternehmen usw. usf. Wie kann man einen Staat am Besten kaputt machen und sein eigenes Vermögen auf Kosten anderer anhäufen.

    • Isabella Hillmayr sagt:

      Die 190.000 wurden gewissenshaft fuer die Tiere verwendet – Es sind Vereine wie Stray.gr und PRIVAT Personen die mit ihrem Einsatz den Tieren hier helfen. Der Staat / Gemeinde hat per Gesetz die Verpflichtung sich um diese Tiere zu kuemmern, um die sich gerade dieser Verein so tapfer kummert —-
      ABER –
      Es gibt ja immer noch solche Leute wie Sie, die zwar im Trockenem Alles Besser wissen und auch machen – !!!
      Leider wohne ich vor Ort und kann Ihnen nur mal eines sagen: kommen sie! Leben sie eine Woche lang wie wir es tun – diejenigen die mit 190.000Euro jeden Pfennig und mehr in den Tierschutz stecken – OHNE Gehaelter und Ehrenamtlich!
      Danke fuer Ihren Menschenverstand und Ihre Analyse – !!!

  8. Buerger67 sagt:

    Wenn ich so etwas lese, frage ich mich, wann die Griechen ihre „Regierung“ rausschmeißen.

    • Isabella Hillmayr sagt:

      Das wuerden wir liebend gerne und SOFORT – die Buerger wenigstens – ABER – WEN haetten wir zur Alternative? Das Land ist Eigentum der grossen Firmen und die sind nicht mal griechisch ….

  9. Chris sagt:

    Naja, in Deutschland kann das ja nicht passieren, schließlich kostet Hundefutter nur /% USt, wohingegen Babywindeln 19% USt kosten. Bei Geldmangel kommen dann die Babys in die Klappe und die Hunde aufs Sofa. Typisch deutsche Familienpolitik.

    • Alfred sagt:

      Chris
      wenn Du schon für die armen Tiere kein Gefühl aufbringen kannst,
      dann stelle wenigstens den Beweis auf, den Menschen geholfen zu haben.
      Dein Geschwätz über Mehrwertsteuer greift hier viel zu kurz!
      Aber es gibt halt Menschen, die zu allem was sagen müssen, obwohl sie
      das Leid nicht wirklich kennen!

  10. Gold ist Geld sagt:

    „Jede Anstrengung in der Vergangenheit, die Menschen umzuerziehen und dem Staat zu verdeutlichen, dass auch er eine gewisse Verantwortung übernehmen muss, ist wieder fast vergessen“, so Christiana Kalogeropoulou.“

    Was für eine widerwärtige Aussage! Wessen Geistes ist diese Person! (Frau mag ich sie nicht nennen!)

    Genau dazu dienen doch „Umerziehungsprogramme“! Den Menschen einzureden, der „Staat“ würde etwas gutes mit Steuern und Abgaben tun. Nein und nochmals nein! Diese Gelder dienen einzig und allein einer parasitären, abgehobenen Klasse! Sobald die Wohlfahrts- und Umverteilungsprogramme durch „nachvollziehbare und begründbare“ Steuererhöhungen nicht mehr zu finanzieren sind, da der Kanal voll ist, geht es in die Verschuldung! Unser sogenanntes „freies“ Unternehmertum gehört mittlerweile übrigens auch dazu, da diese Einwanderung fordern, Infrastruktur usw., weil sie mittlerweile genauso degeneriert sind, wie der Rest der Bevölkerung.

    Jeder fordert von Staat, weil angeblich ein anderer dafür zahlt. Einfach nur noch pervers. Der Staat soll ein ordentliches Rechtssystem schaffen. Das Eigentum gehört zu 100 % demjenigen, der es erwirtschaftet hat. Umsatzsteuern sind für Einkommensschwache eine progressive Steuer genauso wie die Steuerprogression für den Mittelstand! Und wofür? Damit sich Beamte und Politiker als Gesellschaftsklempner aufspielen dürfen. Freiwillig geschlossene Verträge verursachen weniger Ungerechtigkeiten, weil man diese nur abschließt, wenn für beide Vertragspartner etwas positives dabei herauskommt. Einen Hartz-4 Empfänger aus Steuermitteln zu bezahlen, von denen er im Schnitt wiederum 16 % Steuern durch seinen Verbrauch zahlt ist pervers! Wieviele Unternehmen sind nicht entstanden, weil Steuern und Sozialabgaben auf den Endpreis aufgeschlagen werden müssen! Dazu kommt noch eine überflüssige Bürokratie, bevor man erst mal anfangen darf! Für den Rest muß der einzelne wieder selbstverantwortlich werden. Der Staat verleitet uns mit seiner Steuerpolitik (also er steuert) dazu, daß wir keine KInder bekommen, uns verschulden um ökologischen und ökonomischen Unsinn auf unsere Dächer zu pflanzen, für die wiederum die arme Oma bezahlen darf. Er verordnet uns, wann wir in Rente gehen dürfen, obwohl unser Eingezahltes uns eigentlich Sicherheit versprechen sollte.

    Keines, aber auch keines dieser Versprechen wurde eingehalten, bis auf ein paar Ausnahmen, die uns die Wirksamkeit des Systems glaubhaft machen sollten. Aber Ponzi-Systeme funktionieren eben nur bis zu einem gewissen Grad. Bis heute hat mir übrigens noch keiner erklären können, worin der Unterschied des Diebstahls liegt:

    Wenn mein Nachbar mich beklaut, um mein Eigentum jemandem zu geben ist es Diebstahl, wenn der Staat das tut, dann ist es soziale Gerechtigkeit! Also liebe Mitleser, nehmt euch doch mal dieser Herausforderung an!

    Ich habe noch eine: Wieso bin ich frei und als Mensch geboren, muß mich jedoch einem Staat unterwerfen. Woher hat dieser seine Legitimation mich unterwerfen zu dürfen? Wieso kann eine einfache Mehrheit eine Verfassung beschließen, und jeder, der zufällig auf diesem Gebiet geboren wurde, muß sich einer Mehrheit unterwerfen, ist er doch eigentlich frei?

    Definitiv ist dieses System am Ende. Und wer glaubt, daß eine weitere Abart jeglichen Sozialismus den Menschen Frieden und Freiheit bescheren könnte, der hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

    Wer jahrzehntelang in irgendwelche „staatlich geförderte“ oder „verordnete“ Anlageformen eingezahlt hat, und diese Ersparnisse dann verloren hat und auch noch für sein abbezahltes Eigenheim zur Kasse gebeten werden soll, um die Schulden von irgendwelchen Parasiten für die nächsten 50 Jahre abzutragen, der hat die Macht der Freiheit und deren Geist nicht verstanden.

    Und diese Lunte ist schon vor langer Zeit unbemerkt abgeschossen worden und kaum noch aufzuhalten.

    • Sakrihittn sagt:

      Ich bin fast in allen Punkten mit Ihnen einverstanden…ausser mit Ihrer Aussage „Das Eigentum gehört zu 100 % demjenigen, der es erwirtschaftet hat“. Diese Vorstellung macht mir Angst denn zum Schluss sind es wieder nur wenige denen alles!! gehört. Die können dann die Preisse bestimmen wie sie wollen denn die Masse wird total abhängig wie es jetzt schon der Fall ist, das klingt irgendwie nach totalen Kapitalismus deren Folgen wir jetzt zu spüren bekommen. Da hilft uns unsere Scheindemokratie auch nicht weiter….Man muss das ganze System überdenken und die Spannungen die dadurch entstanden sind rausnehmen. Das bedeutet auch das die Arm-Reichschere wieder bis zu einem bestimmten Punkt geschlossen werden muss, denn wenn alle davon profitieren (Voraussetztung das jeden seinen Beitrag dafür geben muss, auch Arbeit genannt) dann fühlt sich jeder im System integriert.

      • Gold ist Geld sagt:

        Natürlich brauchen wir wieder echtes Geld! Daß nur wenigen momentan viel gehört, liegt doch daran, daß fast unlimitiert Kredite an große Konzerne vergeben werden (können), die dann mal so eben auf Einkaufstour gehen.

        Natürlich gehört ein absolut freier Wettbewerb dazu. Die meisten Gesetze wurden ja geschaffen, um diesen zu verhindern, bzw. um potentielle Wettbewerber von den Märkten fernzuhalten.

        Die Bücher von Roland Baader schildern die Hintergründe unseres Staatskapitalismus übrigens ausgezeichnet.