EZB-Banker: Deutschland muss mehr in Rettungsfonds zahlen

Der niederländische EZB-Mann Klaas Knot sagte, Deutschland sei das größte Hindernis für die Aufstockung des Euro-Rettungsfonds. Man müsse die Deutschen überzeugen, schnell und mehr zu zahlen.

Aktuell:
Affäre Wulff: Das große Spektakel der politischen Dekadenz

Klaas Knot, niederländisches Mitglied im Direktorium der EZB, sagte am Donnerstagabend im staatlichen niederländischen TV, dass Deutschland mehr Geld in den Europäischen Rettungsfonds einzahlen müsse: „Das größte Hindernis (für eine Aufstockung, Anm. d. Red.) liegt in Deutschland, nicht in den Niederlanden. Ich glaube, dass mehr Geld benötigt wird und wir werden die Zeit nutzen, unsere deutschen Kollegen zu überzeugen.“ Knot weiter: „Wir haben uns nicht in die richtige Richtung bewegt, und es ist auch klar, dass die benötigten Maßnahmen zu langsam umgesetzt werden und zu gering im Umfang sind.“

Die aktuelle Euro-Schwäche sieht Knot nicht als Teil der Krise, sondern innerhalb der normalen Wechselkursschwankungen.

Knots Aussagen sind insofern interessant, als sich in der EZB nun doch sehr deutlich ein neuer Kurs durchsetzen dürfte (mehr zur neuen, südeuropäischen EZB – hier). Die Niederländer waren bisher immer eher auf der Seite Deutschlands gestanden und hatten eine harte Haltung vertreten. In letzter Zeit gab es jedoch Verstimmungen, weil man in Den Haag eifersüchtig auf die Franzosen ist (mehr hier). Die Mehrheit der Niederländer ist nach Einschätzung des Ökonomen Arjo Klamer mittlerweile sehr skeptisch über die Entwicklung der gemeinsamen Währung (mehr hier).

Kommentare

Dieser Artikel hat 38 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. ghostdance sagt:

    Hallo zusammen! Wir sind Deutschland. Warum machen wir nicht eine Volksabstimmung? Einfach so. Ohne vorher zu fragen, ob man das darf. Ganz souverän. Das macht Arbeit und dafür muss man seinen Hintern aus dem Fernsehsessel erheben. Stellen Sie sich vor: jedes Dorf, jede Stadt stimmt ab, ob die Bürgerinnen und Bürger Lust auf ein bißchen Diktatur haben und gebefreudig ihr Erspartes den Eurokraten zur gefälligen Verteilung an Banken, Konzerne und Politschmarotzer übereignen möchten. Und wenn dann das Ergebnis vorliegt und auf jedem Marktplatz laut verkündet wird, dann haben wir Freiheit und Demokratie. Nur: geschenkt bekommt man das nicht. Für seine Freiheit muss man kämpfen. Immer wieder. Also?

  2. jetztnicht sagt:

    Käse aus Holland. Er könnte ja mal versuchsweise seinen Landsleuten unterjubeln, dass sie mehr bezahlen sollen, dies aber möglichst aus einer sicheren Deckung heraus. Die Holländer haben jede Menge Tomaten.

  3. stoni sagt:

    Noch mehr zahlen?Der Klaas Knot spinnt.Da hilft nur eins, Holland fluten!