Krise erreicht China: Exporte stark rückläufig

Die Euro-Krise verhagelt den Chinesen die Außenhandelsbilanz. Die Exporte in die EU stiegen im November nur um 13,8 Prozent - so wenig wie zuletzt vor zwei Jahren. Damit verschärft sich die wirtschaftliche Lage in China weiter.

Das chinesische Wirtschaftsministerium teilte am Donnerstag mit, dass sich der Außenhandelsüberschuss 2011 um 15 Prozent auf 160 Milliarden Dollar verringert habe. „Das Geschäftsumfeld für chinesische Exporteure ist im In- und Ausland ernst und es gibt viele Unsicherheiten und instabile Faktoren“, so Chen Deming, der chinesische Wirtschaftsminister. Besonders das „Übergreifen der Euro-Schuldenkrise” sei besorgniserregend. Die EU ist der größte Absatzmarkt für chinesische Exporte. Hier nahmen die Exporte nur um 13,8 Prozent zu, so niedrig wie zuletzt im Dezember 2009.

Die Aussichten für das Jahr 2012 sind ebenfalls beunruhigend. „Der Außenhandel wird wahrscheinlich in diesem Jahr nur um einstelligen Bereich wachsen”, sagte Liang Yaowen, Generaldirektor des Ministeriums für Außenhandel und Wirtschaftskooperationen der Provinz Guangdong. 2011 lag er bei einem Wachstum von 16 Prozent. Beamte des Wirtschaftsministeriums teilten auf der jährlichen Wirtschafts-Arbeits-Konferenz in Beijing mit, dass der Außenhandel nun mit einer Ankurbelung der Importe „ausbalanciert“ werden soll.

Zudem plant die chinesische Regierung, den Handel mit Tansania und Ostafrika auszuweiten. 2011 wuchs der Export in die Entwicklungsländer bereits um 30 Prozent. Um den Binnenmarkt zu stärken und die ländlichen Regionen in China zu stützen, sollen künftig auch Bestellungen von den Küstenregionen nach Zentralchina oder in westliche Regionen des Landes weitergeleitet werden.

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Kommentare

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  1. lars heegard sagt:

    fast aiies was wir herstellen landet auf dem müll.alle rohstoffe auser nahrungmittel

  2. Atreides sagt:

    „Die Exporte in die EU stiegen im November nur um 13,8 Prozent“

    Wieso ist das ein Rückgang? Sie steigen doch weiter, wenn vielleicht auch weniger, aber es kann halt nicht nur immer mehr werden.

    • Steffen sagt:

      Auch in China steigt die Produktivität und Automatisierung, aber anders wie in Deutschland wo mehr in Rente gehen wie nachkommen kommen in China Millionen von Wanderarbeitern vom Land in die Stadt (jedes Jahr mehr). Wenn die keine Arbeit mehr haben scheppert es.

  3. da kann man nicht motzen sagt:

    Es sei denn, man ist Grieche oder Amerikaner.

    Wir schreiben das Jahr 2009 … und schauen aufs

    Leistungsbilanzsaldo von

    China +297.100.000.000 US-Dollar Platz 1 Weltrangliste
    USA -378.400.000.000 US Dollar Platz 190
    Deutschland +168.100.000.000 US-Dollar Platz 2
    Griechenland -34.430.000.000 US-Dollar Platz 180
    Japan +142.200.000.000 US-Dollar Platz 3

    Wir sollten auf dem Teppich bleiben. China wird nicht untergehen. Davor stehen andere Kandidaten.
    Ob das chinesische Megawachstum wünschenswert ist, oder Wachstum überhaupt, welche Folgen es hat für Mensch, Tier und Umwelt, steht auf einem anderen Blatt. Darum geht’s hier nicht. Den Teuro zu verdammen, reicht jedenfalls nicht, ihn loszuwerden.
    Wirtschaftswachstum wird stets finanziert mit Krediten. Und solange Zins- und Zinseszinsen gezahlt werden können aus Staatseinnahmen, solange das Wachstum genug Steuereinnahmen generiert, solange geht es weiter.
    Ein Staat ist pleite, wenn er die Zinsen nicht zahlen kann. Bis dahin gilt er auch mit Megaschulden als solvent. Und wenn es 11 fantastilliarden Euro sind.