Lebensmittelpreise werden drastisch steigen

Der Anstieg der Preise für Brot, Fleisch oder Speisefette übertrifft in Deutschland deutlich den Durchschnitt aller Lebensmittel. Die globale Ausbeutung der Ressourcen und ein beinharter Kampf um die Nahrung werden diesen Prozess in den kommenden Jahren signifikant beschleunigen.

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Seit dem Jahr 2007 entwickeln sich die Lebensmittelpreise sprunghaft. Waren sie in den vergangen 20 Jahren stabil geblieben, kam es vor drei Jahren zum ersten Mal zu besonders hohen Lebensmittelpreisen. Dies geht aus dem Nahrungsmittel-Preis-Index der Organisation für Nahrung und Landwirtschaft (FAO) der Vereinten Nationen hervor.

Das US-Landwirtschaftsministerium stellte fest, dass Lebensmittel im vergangenen Jahr bis zu 3,75 Prozent teurer geworden sind. Für dieses Jahr rechnet es erneut mit einer überdurchschnittlichen Nahrungsmittelinflation. Eine steigende Zahl von Menschen kann sich Lebensmittel nicht mehr leisten (mehr hier).

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden Lebensmittel in Deutschland im vergangenen Jahr insgesamt um 2,5 Prozent teurer. Doch bei einzelnen Produktgruppen wie Brot, Getreideerzeugnisse, Fleisch und Milchprodukte betrug die Teuerung wesentlich mehr. Importwaren wie Kaffee und Kakao sowie Speisefette wurden im zweistelligen Bereich teurer. (Die Deutschen spüren die Teuerung bereits – mehr hier)

Für die steigenden Preise und die angespannte Versorgungssituation bei Nahrungsmitteln werden oft Spekulanten verantwortlich gemacht. Doch es gibt noch andere Gründe dafür. Einer davon sind die ersten Auswirkungen der Klimaveränderung.

Im Jahr 2011 entstanden durch Umweltkatastrophen so viele Schäden wie noch nie. Die Versicherung Munich Re schätzt den weltweiten Schaden durch Naturkatastrophen auf 380 Milliarden Dollar (mehr in Kürze auf den DMN). Der Anteil von wetterabhängigen Naturkatastrophen steigt dabei seit Jahren. Das wirkt sich auch auf die Landwirtschaft aus.

Ähnlich wie bei Öl wirken sich die Preisschwankungen bei Lebensmittel auf die Weltwirtschaft und die politische Stabilität aus. Und tatsächlich besteht auch ein Zusammenhang zwischen den Öl- und Nahrungsmittelpreisen. Für die Erzeugung von Lebensmitteln ist ein beachtlicher Aufwand an Erdölprodukten nötig. Die Landwirtschaft ist erheblich von fossilen Treibstoffen abhängig. Im vergangenen Jahr war der durchschnittliche Ölpreis so hoch wie seit dem Jahr 2008 nicht mehr – ebenfalls ein Grund für steigende Preise.

Eine zunehmende Urbanisierung in Entwicklungs- und Schwellenländern  lässt die Nachfrage nach Lebensmittel massiv steigen. Gleichzeitig steht immer weniger Fläche für die Lebensmittelproduktion zur Verfügung. Hinzu kommen fragwürdige politische Aktionen: Die EU möchte die Fläche für Landwirtschaft weiter eingrenzen. In China herrscht bereits Panik wegen der dramatisch gestiegenen Preise für Lebensmittel (mehr hier).

Da Lebensmittel erneuerbare Ressourcen sind, gehen viele davon aus, der steigenden Bedarf könne auch leichter gedeckt werden als bei begrenzten Ressourcen. Doch auch unter dem Einsatz von künstlichen Düngemittel und neuen Anbaumethoden lässt sich die Nahrungsmittelproduktion nur bedingt ertragreicher gestalten.

Experten erwarten deshalb, dass im laufenden Jahrzehnt die Preise weiter sehr volatil bleiben werden. Die Belastung durch hohe Lebensmittelpreise wird steigen, weil der gestiegene Bedarf nur schwer gedeckt werden kann.

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Kommentare

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  1. talker sagt:

    Die Lebensmittelpreise werden weiter steigen, weil der Euro durch die extrem hohe Geldmengenausweitung an Wert weiter verliert. Das nennt man auch Inflation. So werden die Sparer, die ihr bisschen Vermögen über 40 Arbeitsjahre fürs Alter angespart haben, „kalt“ enteignet.

  2. Marie-Christine Höferflin sagt:

    Vor allem Preise für Obst und Gemüse sind viel zu teuer. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt in keinster Weise mehr, denn die Qualität ist erheblich schlechter geworden (teilweise sind einige Tomaten schon sehr angegriffen, werden aber dennoch zum Normalpreis verkauft). Von Kuchen und Brot gar nicht zu sprechen. Kuchen kaufe ich generell nur zum reduzierten Preis, der meiste Fraß ist zum Normalpreis inakzeptabel und zuviel Zucker ist ja sowieso schädlich. Steigen die Lebensmittelpreise weiter, so muss man verhungern. Schließlich benötigt man auch Kleidung und Handtaschen.

  3. knackerbacker sagt:

    Gut, dann kaufen wir keine Unterhaltungselektronik mehr.

    Dann geht das System aber ganz ganz schnell hopps…..

    (Ist sowieso schon hopps gegangen, es haben nur noch nicht alle bemerkt…)

    Ich postuliere, daß als erstes Display-Hersteller ein massives Problem kriegen. Grund: Der Markt ist gesättigt, die meisten haben jetzt ein flaches „Anzeige-gerät“, und genau das war denen wichtig. Was das für eigenschaften hat, ist denen wurst, 3D hin oder her, daß interessiert vielleicht 3% Freaks.

    So ein Display hält aber 10 – 15 Jahre, und es muß schon was sehr tolles neues geben, damit man vorher kauft.

    Doch dummerweise „fallen die Displays irgendwo in Asien täglich vom Band“ und müssen dringend an den Mann /Frau gebracht werden.

    Diese Firmen werden zuerst ein Problem kriegen, später Saturn, Media Markt, etc.

    Bevor die Leute am Urlaub oder Essen sparen, sparen sie an der Unterhaltungselektronik.

  4. Pol Dewulf sagt:

    biogas und ethanol aus ruben, mais,weizen,roggen lohnt mehr ,
    miljonen ha aus der ernärung …. nun spekuleren…

  5. Rudi sagt:

    Buch-Info: Der Klimmaschwindel (Kurt Blüchel )
    2., Heilen verboten Töten erlaubt–Die organisierte Kriminalität im Gesundheitswesen (Kurt G. Blüchel )
    Nahrungsmittel in den Mülltonen , wird ja sicher seine Gründe haben, der Mensch spürt instinktiv das die Industrie-Nahrungsmittel nur noch Krankheiten verursachen , aber keine Nährstoffe liefern können.
    Buch-info–Ernährung für neues Jahrtausend (John Robbins )
    2., Willst Du gesund sein vergiss den Kochtopf (Helmut Wandmaker )

    • KiKa sagt:

      Richtig! – Die Ernährung ist nicht gefährdet.
      Die meisten Leute wollen nur nichts dafür tun.
      Damit meine ich nicht nur den Punkt Lebensmittel.
      Sind wir mal ehrlich, zu laut darfst du eine Veränderung der Gesellschaft nicht ansprechen – da „erntest“ du gleich mal Verärgerung, wenn nicht sogar abschätziges Grinsen von deinem Gegenüber.

      Ein Beispiel, warum wir nicht verhungern, wenn wir umdenken – Sepp Holzer und Permakultur – weltweit mit großem Erfolg im Einsatz.

      Das einzige Problem dabei ist, dass die Leute, die umdenken, aufhören, Unsinniges zu konsumieren und da bricht das Kartenhaus, dass sich unsere Gesellschaft nennt, sehr schnell zusammen.

      Da wird auf „die oben“ geschimpft, aber „die unten“ sind in vielen Fällen nicht besser. Es wird kein „unten“ gegen „oben“ geben – es wird ein „sich festkrallen“ gegen „loslassen“ ablaufen. In allen Gesellschaftsstrukturen.

  6. Rudi sagt:

    Zurück zur Selbstversorgung, Gartenbau, Obst und Gemüse, es gibt genug Plätze die genutzt werden können,,
    Literatur: Das Handbuch der Selbstversorgung–Überleben in der Krise (Marion und Michael Grand )
    2., Zurück aufs Land (Norman Walker )
    3., Geniale Tricks für Ungeduldige Gärtner (Gay Search )
    4., Die Zukunft hat längst begonnen (Gilbert Sternhoff )
    5., Prophezeihungen zur Zukunft Europas (Stephan Bernd )
    der Weg –zurück zur Natur, die Beachtung der Naturgesetze..
    Die heutige Lebensmittel sind die idealen Volksvergifter,,,,

    • ecnerwal sagt:

      Sie wollen allen ernstes, dass die Menschehit (7-8 Milliarden) jeder einen eignene Garten hat mit dem er sich umweltschonend ernähren kann. Selbst bei mehreren hundert Millionen wäre die Erde nach einen Jahrzent abgewirtschaftet – denken Leute wie Sie auch mal nach? Was im kleinen eigenen Garten funktioniert, funktioniert sicherlich nicht für die gesamte Menschheit.

  7. Hennoch sagt:

    Solange auf der Schulhöfen in den Abfalltonnen belegte Pausenbrote zu finden sind, sind die Nahrungsmittel für manche Bürger immer noch zu preiswert, während andere an der Tafel anstehen um sich etwas zu ergattern.

  8. diego Frey sagt:

    Das die gestiegenen Versicherungskosten vom extremwetter kommen ist ja nicht abzustreiten! Aber früher war die Welt nicht Globalisiert! Und da haben unsere Versicherungskonzerne nur westliche Länder „betreut“ will ich mal sagen und die Katastophen in Fern Ost haben hier keine Sau interessiert deshalb wurde auch in den zeitungen und Fernsehen nicht darüber Berichtet!
    Es gibt SICHER nicht mehr Naturkatastrophen wie früher! Ebenso beweisen Baumringdaten aus China (2000Jahre zurück nicht wie in Europa nur 200Jahre) dass das sich das Klima völlig neutral verhält!
    Hören Sie doch entlich auf die Klimalüge zu verbreiten! Ach j…dann haben Sie ja 75% der Nachrichten verloren…ups, ach lösen Sie es doch wie die TV Sender einfach 75% Werbung schalten!