Portugal: Top-Unternehmer erwartet Euro-Crash

Eine der wichtigsten Unternehmer Portugals hat seine Familienholding in die Niederlande verlegt. Soares dos Santos rechnet mit der Rückkehr des Escudo und sagt: „Ich habe das Recht, mein Vermögen zu schützen.“

In Portugal stehen die Zeichen auf Sturm: Alexandre Soares dos Santos, einer der prominentesten Unternehmer des Landes, sagte in einem Interview mit der Wochenzeitung Expresso, dass er die Holding seines Familienunternehmens in die Niederlande verlegt habe. Soares dos Santos kontrolliert mit 56% den größten portugiesischen Lebensmittelhändler Jeronimo Martins.

Soares dos Santos sagte in dem Interview, er habe diese Entscheidung wegen der hohen fiskalischen Instabilität Portugals getroffen. Wörtlich sagte er: „Ich weiß nicht, ob Portugal im Euro bleibt. Wenn Portugal den Euro verlässt, wird es zum Escudo zurückkehren. Ich habe das Recht, mein Eigentum zu verteidigen.“

Auf die Frage, ob der Transfer seines Vermögens in die Niederlande mit seiner Angst vor einem Euro-Crash in Portugal zu tun habe, sagte der Unternehmer: „Ganz klar. Unsere Wirtschaftsberater sprechen mit uns darüber seit 2008.“ Ein weiterer Grund sei die Tatsache, dass die portugiesischen Banken wegen der Finanzkrise kaum noch Kredite vergeben.

Jeronimo Martins zählt zu den erfolgreichsten Unternehmen Portugals und ist als größten Lebenmittelhändler in Portugal nach einer intensiven Expansion nun der auch größte Lebensmittel-Händler in Polen.

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Kommentare

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  1. hunsrückbäuerlein sagt:

    ändert sich eigendlich was in der Betrachtungsweise wenn man statt Top-UNternehmer Kapitalist sagt?

    Ändert sich was, wenn man statt Kapitalist Asozialist sagt?

    Irgendwie nicht. Top-Unternehmer klingt irgendwie nach Ausbeuter und das klingt irgendwie aoszial

  2. Erigo sagt:

    Betreffend EURO sagen viele schon seit geraumer Zeit: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende! Leider weiss nur niemand welche Option die bessere ist…..

    • hunsrückbäuerlein sagt:

      es wird kein ende mit schrecken geben, jedenfalls nicht für uns kleinvieh. schlimmer als schlimm kann es nicht werden. aber es wäre mir ein vergnügen, noch ein paar von denen mit in den abgrund zu reißen, die noch glauben, sie bleiben oben…..deshalb

      werde ich morgen bei meiner bank die konten abräumen und hoffe, dass das ganz ganz viele ander auch tun, denn es wird schlimm, aber nicht schlimmer, egal was wir tun. wir können lediglich dafür sorgen, dass andere, vielleicht sogar ein paar von den profiteuren der finanzkrise, mit absaufen, das wäre doch toll

  3. Kein Eurofan sagt:

    Wer kann es diesem Santos verargen? Dieser wird sehen, wie es immer weniger Portugiesen es sich leisten können, seine Lebensmittel zu kaufen. Mit dem Euro in die Armut.

  4. Louis der XIV sagt:

    Sie sollen untergehen. Ich wollte Portugal, Spanien und Italien schon immer unter meiner Fuchtel haben. Euer ehrenwerter Louis, der Förderer des Papier-Spielgeldes.

  5. louis-portugal sagt:

    Hoffentlich kommt es soweit weil Portugal mit den € immer tiefer hinab sinkt.
    Alle negatieve Signalen steigen incl. die Selbstmorden.

  6. Freistaat-Danzig sagt:

    „Jeronimo Martins zählt zu den erfolgreichsten Unternehmen Portugals und ist nach einer intensiven Expansion nun der größte Lebensmittel-Händler in Polen.“

    Freud`scher Versprecher ? es dürfte sicherlich Portugal und nicht Polen lauten !?

    Und welche Nachricht hat euer Redakteur zu Polen?

    Wird vielleicht darüber nachgedacht das Territorium des Freistaates Freie Stadt Danzig wieder als autonomen Staat, auch im geographischen Sinne und nicht nur im verfasungsrechtlichen Sinne herzustellen?

    • redakteur sagt:

      Das hat schon seine Richtigkeit: Jeronimo Martins ist der größte Lebensmittelhändler in Portugal UND Polen: http://www.jeronimomartins.pt/o-grupo/onde-estamos.aspx?lang=en Die Redaktion

    • MasseStattKlasse sagt:

      Seine Lebensmittelkette heißt „Biedronka“ also Marienkäfer. Die Polen nennen sie aber oft „Stonka“-Kartoffelkäfer.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Biedronka
      Biedronka war 2005 mit 11.000 Beschäftigten (2010: 27.000) der neuntgrößte Arbeitgeber Polens und steht für (durch Arbeitsinspektionen bestätigte) schlechte Arbeitsbedingungen in der Kritik.[3] Es gibt eine Opferorganisation, die Vereinigung der Opfer Jerónimo Martins, SPJMD. Sie machte das Unternehmen – mit ärztlicher Bestätigung – für den Tod einer Arbeiterin im Jahre 2003 verantwortlich. Ihr Druck führte zu einer 20-prozentigen Lohnerhöhung. Besonderes öffentliches Interesse bestand an dem Kampf einer Filial-Managerin für die Bezahlung von 2.600 Überstunden.[4] Für die Kette wurde von der Niezależny Samorządny Związek Zawodowy Solidarność im Mai 2004 eine eigene Abteilung eingerichtet.[3]

      • Globetrotter sagt:

        Auch in Portugal ist das Unternehmen nicht für sein gutes Arbeitsklima bekannt (Mitarbeiter dürfen nicht einmal die Kundenparkplätze benutzen). Einen besonderes fiesen Beigeschmack hat die Verlegung der Holding in die Niederlande, weil die Kette Pingo Doce in Werbespots ganz massiv an den Pariotismus der Portugiesen appeliert. Motto: Kauft portugiesische Produkte, um der nationalen Wirtschaft zu helfen.