UBS: Kein freiwilliger Schuldenschnitt für Griechenland

Analysten der Schweizer Großbank UBS gehen von einem Scheitern der Verhandlungen über einen freiwilligen Haircut aus. Sie erwarten, dass bereits im März die Kreditausfallsversicherungen (CDS) gezogen werden.

Die UBS erwartet, dass sich die Lage in Europa weiter verschlechtert. In einer am Samstag veröffentlichten Analyse schreiben die Schweizer, dass die Krise weiter fortgeschritten sei als bei den im November angenommenen Stress-Tests.

Griechenland werde im Zentrum des Geschehens stehen. Und da lassen sie mit einer klaren Aussage aufhorchen: „Wir glauben nicht, dass die Beteiligung des privaten Sektors (also der geplante Haircut von 50% für die Banken) in freiwilliger Form geschehen wird. Wir erwarten statt dessen eine erzwungene Restrukturierung der griechischen Schulden, welche dann die CDS-Verträge auslösen wird.“ Die Banken verhandeln nun seit Monaten mit der Troika über den von Merkel und Sarkozy angekündigten Schuldenschnitt – ohne Ergebnis (mehr hier). Von allem Anfang war klar, dass die Banken den freiwilligen Schuldenschnitt nicht wollen (Ackermanns Poker-Strategie – hier).

Ein Ausscheiden der Griechen aus dem Euro bereits im Jahr 2012 sei zwar noch nicht wahrscheinlich, aber „das Risiko, dass dies passiert, ist deutlich gestiegen“.

Auch der zypriotische Notenbank-Chef Athanasios Orphanides fordert die Aufgabe der Pläne, die internationalen Banken an der Griechenland-Rettung zu beteiligen. In einem Kommentar für die FT schreibt der Notenbanker, der auch der EZB angehört, dass ein Verzicht auf die Beteiligung der Banken das internationale Vertrauen stärken würde. Zyperns Banken sind in hohem Maß in Griechenland engagiert und würden bei einem Haircut erhebliche Verluste einstecken müssen.

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Kommentare

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  1. hunsrückbäuerlein sagt:

    worüber machen wir Sparer und Kleinbürger uns eigendlich noch einen Kopp?
    wir zahlen sowieso die ganze Schoose, also, ist es doch egal welche Bank wann, warum pleite geht, ob GR, P, S, I, F, IRL seine Schulden bezahlt, es ist doch wurscht!

    Wichtig ist doch nur, dass wir Kleinbürger, die wir eh die esel der nationen sind, wenn wir schon geschlachtet werden, noch möglichts viele von denen mitnehmen, die meinen sie würden nicht geschlachtet, oder gar meinen, sie könnten usn schlachten. insofern ist mir auch vor einem krieg des imperiums gegen den iran nicht bange. die fetzen werden uns und dem imperium um die ohren fliegen und somit triffts uns alle, uns kleinvieh doch sowieso.

  2. hunsrückbäuerlein sagt:

    GR muß leider dran glauben um die Macht der Banken zu brechen.
    Macht kaputt was uns kaputt macht.

    Plündert dei Banken, räumt eure Konten ab, die BANKEN HABEn Geld genug, soviel, dass sie es beider EZB bunkern müssen über nacht.

    also, dann sollen sie uns unser geld wenigstens geben, gleich morgen.

  3. Haikubehindert sagt:

    Das Schuldencuttig geht einher mit dem Verzicht auf die CDS -Versicherung. Aus diesem Grund wird das niemals funktionieren. Historisch ist mir im Kapitalismus kein Fall bekannt wo Investoren kollektiv auf 50% verzichtet hätten, wenn sie nicht dazu gezwungen wurden. Das ist vollkommen unmöglich, denn der Markt kennt keine eigene moralische oder ethische Richtlinie -die muss ihm auferlegt werden. Genau dazu war die Politik nicht in der Lage und befindet sich seit 2008 in zunehmender ethischer Agonie. Die Politiker wollen einfach nicht zugeben dass der Wirtschaftsliberalismus nicht jener Träger von Freiheit und Wohlstand ist, der ihm angedichtet wird. Ohne soziale Marktwirtschaft welche den Investoren ethischen Kodex und Verantwortung aufzwingt ist der Kapitalimus ein gnadenloser Killer der Schwachen. Letztendlich killt er auch die Starken, aber das würde hier zu weit gehen um das auch noch auszuführen.

  4. Stefan Wehmeier sagt:

    Wie in „Der bevorstehende Crash“ beschrieben, ist die globale Liquiditätsfalle (Armageddon) unvermeidlich. Wie jetzt mit einiger Wahrscheinlichkeit gesagt werden kann, wird der konkrete Auslöser für diese größte anzunehmende Katastrophe der Weltkulturgeschichte der Staatsbankrott Griechenlands sein, wobei Schuldzuweisungen jeglicher Art fehl am Platz sind. Alle heute „Verantwortlichen“ befinden sich tief in religiöser Verblendung, sind sich ihrer Handlungen nicht im Geringsten bewusst und haben keinerlei Vorstellung, was konkret unternommen werden muss, um die Marktwirtschaft (Paradies) vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus (Erbsünde) zu befreien. Zur Verdeutlichung könnte man sagen, dass für die derzeitigen „Machthaber“ nicht einmal eine „verminderte Schuldfähigkeit“ im Sinne eines „Jungendstrafgesetzes“ in Frage kommt. Aus bewusster Sicht sind sie eher wie Kleinkinder zu behandeln, die sich einbilden, sie wüssten schon was:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011_09_01_archive.html

  5. Hans sagt:

    Die Commerzbank möchte auch, das deren GR CDS auch endlich ausgelöst werden.

    So ein Auslösen der CDS könnte ohne weiteres den Derivatemarkt wieder für einige Zeit zum erstarren bringen. Da traut keiner den anderen über den Weg, da alle wissen, jede Bank frisiert seine Bilanzen. Die Banken finanzieren und erwirtschaften ihre Erträge zum guten Teil vom Derivatemarkt. Das wird einigen Banken die Existenzgrundlagen entziehen.

  6. Erigo sagt:

    Natürlich ist niemand glücklich über diese Entwicklung. Es gibt keinen Gewinner mehr, nur Verlierer auf allen Seiten. Hoffe nur, dass die Erholung nach dem Kollaaps zügiger voran geht, damit die Jugend noch Perspektiven sieht..

  7. Rudolph Rene sagt:

    Verzwickte Lage (-: Das Kartenhaus/Schneeballsystem bricht in sich zusammen.