Monti und Sarkozy wollen Merkel zu Eurobonds drängen

Italien und Frankreich wollen Eurobonds und eine EZB als „echte Zentralbank“, die auch unbegrenzt Geld drucken kann. Zu diesem Zweck soll auch Angela Merkel in Rom entsprechend bearbeitet werden.

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Mario Monti und Nicolas Sarkozy wollen die Einführung von Eurobonds. Monti hatte dies bereits am Jahresende angekündigt (mehr hier). Nun wird er von seinem Wirtschaftsminister Corrado Passera bestärkt. Dieser sagte in Paris, die Art, wie die Krise bisher gemanagt worden sei, sei unbefriedigend: „Wir haben immer noch keine Gesamtlösung für die europäische Finanzkrise.“ Europa brauche eine „echte Zentralbank“, die den Märkten Stabilität und Liquidität geben könne.

Auch die Analysten der Schweizer UBS gehen davon aus, dass eine „gemeinsame Anleihen“ für die Euro-Zone geben werde. Dazu müsse es einen „big bang“ der Politiker Europas geben. Wenn dieser erfolgt sei, können Investoren wieder Staatsanleihen kaufen.

Der Big Bang wird für Ende Januar erhofft, wenn es den nächsten EU-Gipfel gibt. Schon davor wollen Monti und Sarkozy Angela Merkel in Rom bearbeiten, damit die deutsche Bundeskanzlerin endlich ihren Widerstand gegen Eurobonds und das umfangreiche Gelddrucken durch die EZB aufgebe. Sarkozy sagte, er bewundere den „Mut“ von Monti. Die Auffassungen Italiens und Frankreichs, wie die Euro-Krise zu lösen sei, sei „vollkommen deckungsgleich“.

Mit der neuen Rolle des Goldman-Beraters Mario Monti wird die Lage für Angela Merkel schwierig: Beobachter erwarten, dass sie in Rom in die Defensive geraten könnte. Denn für die Südachse in Europa, zu der auch Frankreich zu zählen ist, ist klar: Die Eurokrise kann nur durch gemeinsame Staatsanleihen und eine aktive Rolle der EZB gelöst werden.

Mehr zum Thema:
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Kommentare

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  1. Wachstumswahn sagt:

    Ich könnte mir folgendes vorstellen:

    Eurobonds ja – aber begrenzt zur Refinanzierung der Altschulden der Länder der Eurozone.
    Denn : Die Altschulden sind ja nun einmal vorhanden, und die derzeit Regierenden haben diese selbst meist gar nicht zu verantworten.
    Manche nennen es „Billiges Geld für die Südländer“, aber wenn Sie vor Ort wären, egal ob als einfacher Bürger oder als Gewerbetreibender – es bedarf keiner großen Vorstellungskraft, welch „tolle“ Stimmung sich da unter den Menschen breit macht und welche wirtschaftlichen Aussichten dort bestehen.

    Und welchen Anteil hat der „kleine Mann“ an den bisher aufgelaufenen Staatsschulden persönlich. Wurde er irgendwann einmal gefragt?

    Wer unser Geldsystem durchschaut hat, nämlich, dass Geld NUR durch Verschuldung in Umlauf kommt, (es sei denn, Sie betreiben eine Geldfälscherwerkstatt), der hat längst kapiert, dass Schulden die Grundlage dafür waren, dass anderenorts große Geldvermögen entstehen konnten. Und die Besitzer dieser großen Geldvermögen zeigen jetzt mit erhobenem Zeigefinger auf die angeblich „faulen“ Griechen …
    So wird das nichts!

    Die bisherigen Schulden entstanden durch Kreditvergabe, oder etwa nicht?
    Und wer hat die Kredite vergeben? Der Weihnachtsmann?
    Wer hat die Bonität geprüft? Der Nikolaus?
    Immer mit dem Finger auf die Schuldner zeigen, wenn das leistungslose Zinseinkommen der Geldverleiher mal systembedingt ins Stocken geraten ist, das ist mir ehrlich gesagt zu einfach.

    Und deshalb bin ich für begrenzte Eurobonds. Solange wir Zinssozialismus für die Banken tolerieren (Refinanzierung zu 1 % Leitzins) unabhängig von deren Bonität, nicht wahr, Herr Brüderle, solange sollten wir auch die Refinanzierung von Altschulden der Staaten – der Staat, das sind wir – zu 1 % Leitzins nicht verteufeln.
    Klar, es kommt immer auf den Blickwinkel an. Aus Sicht eines Spekulanten verständlicherweise eine Unverschämtheit, aus Sicht eines Bürgers eine Notwendigkeit.

    • Michele sagt:

      Haben Sie unsere (Volks-) Banken schon mal gezählt? Sie leben derzeit vom Negativzins der Kleinsparer, zum anderen von den hohen Zinsen der Kreditnehmer, d.h. von Schuldnern. Die Banken haben durch Hebelung den Schuldenstand gefördert, der Gegenpart ist darauf hereingefallen. Schulden werden mit neuen Schulden intensiviert.

      Die Hebelung trägt reiche Früchte, bis es eben knallt…

  2. HUGIN sagt:

    EURO AM ENDE
    Die EU ist eine unregierbare Schuldnergwemeinschaft geworden. Die „Rettungsschirme“ sollen auf 2 Billionen € aufgestockt werden. Dieser Betrag kann in Scheinen und Münzen nicht mehr dargestellt werden und flimmert nur noch über die Bildschirme der Banken. Die Meisten wissen nicht, dass dies eine 2 mit 12 (!) Nullen ist. Zum besseren Verständnis nimmt man einen EURO mit 1mm an, das ergibt 1,000.000 Km-die fünffache Entfernung Erde-Mond !!! Nun wird jedem klar, dass diese Summe inclusive der Zinsen nie mehr zu bezahlen ist. Nur eine umfassende Geldentwertung (Währungsreform) kann diese Summen ausgleichen. Man kann nur hoffen, dass sich der EURO auflöst, bevor wir total entmündigt, ausgplündert und enteignet werden.

  3. Grauber sagt:

    Sarkozy “ Ohne Euro löst sich Europa in Luft auf “

    Grauber: “ Ohne Euro lösen sich Sarkozy, Merkel und Goldmans in Luft auf „

  4. Willi sagt:

    klar ist das eine super Sache – wir führen Eurobonds ein und das Spiel kann weiter gehen wie bisher, weil die Südländer dann wieder „billigeres Geld“ bekommen! Das
    ist für die vielleicht die Lösung, aber für Deutschland nicht. Doch das unsere Ersparnisse dann weginflationiert werden interessiert ja keinen.

    • Michel sagt:

      Die Ersparnisse auf den Volksbanken werden seit langem gewaltig geplündert (Leitzins- und systembedingt)

  5. Inbrevi sagt:

    Zu –>anadomini / klimperkasten und alle uninformierten Interessierte:

    Noch nie was von http://www.zivilekoalition.de gehört?

    Das sind die wohl jetzt schon mehr als 300 000 Bundesbürger, die mit ihren
    Protest- E-mails gegen „E uropas
    S elbst
    M ord und den EFSM bei den Abgeordneten des Bundestages für Verwirrung und bei FdJ -Agitatoren und rollendem und kriechendem Anhang fast Panik auslösten.
    Erinnert sich niemand mehr an das Geschrei über die mutigen „Abweichler“ im Vorfeld der Bundestagsabstimmung

    • Steuerzahler sagt:

      Es schadet auch nicht, der Zivilen Koalition einige Euros zu spenden. Wenn man es online tut, kann man sich die Spendenquittung gleich ausdrucken.
      Wenn jeder nur 50 Euro spendet, hilft das mit Sicherheit der ZK weiter.

    • annadomini sagt:

      Danke für den Link – nein, noch nie gehört.

    • Personal_Deutsch sagt:

      Kann man schon machen, aber seid mal ehrlich, die Volkslügner wird das nicht jucken. Da hilft nur auf die Straße, sonst nichts.

  6. Inbrevi sagt:

    Zu Knatterton –// übelwerden allein reicht nicht -kotzen vor die richtige Tür nimmt den Druck aus dem Bauch!!