Interbanken-Markt kommt zum Erliegen

Die europäischen Banken misstrauen einander wie noch nie: Statt einander Geld zu leihen, deponierten sie über das Wochenende 463,6 Milliarden Euro bei der Europäischen Zentralbank.

Aktuell:
Hohe Nervosität bei den Banken: Geld nur noch an die EZB

In den vergangenen Tagen sind die Übernachteinlagen der Banken bei der EZB kontinuierlich gestiegen. Am Freitagabend erreichten sie mit 463,6 Milliarden Euro ein erneutes Rekordhoch. Eine Kreditklemme der Banken nimmt somit immer deutlichere Züge an. Statt ihr Geld zu investieren oder untereinander zu verleihen, deponieren sie es für lediglich 0,25 prozentige Zinsen bei der EZB. Zwar gingen die eintägigen Kredite der Banken bei der EZB von 1,9 Milliarden Euro auf 1,4 Milliarden Euro zurück, aber eine Entspannung bei der Liquidität der Banken ist dennoch nicht festzustellen.

Die erstmalige Ausgabe von 3-Jahres-Krediten der EZB hat offenbar keine Beruhigung gebracht. Ob die erneute Ausgabe von Krediten Ende Februar mehr dazu beitragen kann, ist unklar. Aber das in Aussicht stellen von unbegrenzten Krediten durch die EZB ist eher beunruhigend als vertrauenserweckend (zumal die Bankenrettung bereits begonnen hat – mehr hier). Die durch die Vergabe von 3-Jahres-Krediten durch die EZB erhofften Zinssenkungen auf dem Staatsanleihenmarkt, sind denn auch eher auf die Käufe von Anleihen durch die EZB auf dem Sekundärmarkt zurückzuführen (mehr hier).

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Kommentare

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  1. Downfall sagt:

    Sie sind Commerzbank-Kunde oder gar -Aktionär und/oder haben Humor? Dann sollten Sie dies lesen: http://bit.ly/PR-CoBa-FK

  2. Rudi sagt:

    lesen und lesen,, Buch–Befreit die Welt von der US-Notenbank!–Warum Die Federal Reserve abgeschafft werden muss (Ron Paul )
    2., Die Kreatur von Jekyll Island–Die US-Notenbank Federal Reserve -Das schrecklichste Ungeheuer das die internationale Hochfinanz je schuf.
    3., Entmachtung der Hochfinanz (Rainer Bischoff )
    4., Die Natürliche Wirtschaftsordnung (Silvio Gesell )
    Wie kann eine Private Bankenmafia die Weltpolitik erpressen , der Rat der 13

  3. Werner sagt:

    Das Spiel, bllige Liquidität zu „horten“ und zu „parken“ hört erst auf, wenn die EZB von den Geschäftsbanken saftige Gebühren dafür verlangt.

  4. maya2012 sagt:

    ….und die EZB kauft und kauft und kauft – lauter Schrott. Na ja, kann ja sein, dass man damit mal die Stube wärmen kann, sofern man einen Ofen oder Kamin hat, sonst wird`s ungemütlich kühl im trauten Heim.
    .
    Allerdings ist die Idee mit der Umrüstung der Bankautomaten auf Drucker gar nicht so übel, ist ja ohnehin alles nur bedrucktes Papier mit copyright.
    Auf echten Banknoten stand mal: “ Wer Banknoten nachmacht oder fälscht, oder nachgemachte oder gefälschte in Verkehr bringt, wird mit Zuchthaus bestraft:“ und dann folgte die Unterschrigft des jeweiligen Chefs der Notenbank.
    So war es bei der DM und auch bei der Mark der DDR, schaut mal auf einen € Schein.

    Übrigens, am Ende jeden ersten Monats im Jahr, müssen die Banken ihre gegenseitig geliehenen Summen ausgleichen, deshalb bunkern sie wohl alle schon bei der EZB. Na dann, „auf auf zum fröhlichen Jagen, auf in die grüne Heid“, wie es in einem deutschen Volkslied so schön heißt-

    galaktische Grüße Euch allen

    maya2012

  5. Knatterton sagt:

    Analysten gehen davon aus, dass die Kreditkosten der G-7-Länder um 40% steigen werden.
    Allein Italien wird 2012 einen Betrag von 336 Mrd. Euro an neuen Schulden überrollen müssen. Hinzu kommen 55 Mrd. an Zinszahlungen.
    Frankreich beehrt sich, 289 Mrd. neue Schulden aufzunehmen, während Deutschland „nur“ 224 Mrd. zur „Stabilisierung “ des Haushaltes pumpen muss.
    Wer ist denn nach den Pleiten von Griechenland, Portugal und Irland noch bereit, weitere Bonds zu kaufen?
    Die Frage von Comvid hat also durchaus ihre Berechtigung.
    Wenn die Banken mit ihrem Informationsvorsprung anderen Banken misstrauen, warum soll der Bürger den Bankstern sein Geld weiterhin zum Verzocken bereitstellen?
    Also Leute, wohlan – lasst uns den bankrun einläuten, umso eher ist der Euro platt.

  6. Adept sagt:

    Unicredit bricht gerade zusammen, seit Oktober 2009 von 23 Euro auf heute 2,30Euro abgesackt: 90% Minus.
    Das beschleunigt die Währungsflucht aus Italien.

    • schlaumeister sagt:

      Hoffentlich gehts jetzt endlich in die Endphase. Schluß mit endlosen
      Lügen, Beteuerungen und Manipulationen. Die gigantischen Verluste
      in astronomischer Billionenhöhe, müssen endlich einmal eingestanden
      und realisiert werden. Dann sind die Kaiser alle nackt und müssen
      fliehen. Vorher wird vielleicht noch ein Krieg angezettelt, der Iran mit
      Sanktionen belegt, damit dieser die Straße von Hormus sperrt. Dann
      müssen die USA eingreifen, der Ölpreis explodiert, Dann hat man ei-
      nen Sündenbock, wenn Weltfinanzen und Weltwirtschaft kollabieren.

  7. Comvid sagt:

    Wenn die Banken einander misstrauen warum traue ich dann meiner Bank noch und hab nicht schon längst alles Geld abgehoben?
    Ich muss weg ….

    • dicembre sagt:

      ja, die Frage stelle ich mir auch seid einiger Zeit. Wenn die Banken sich inzwischen extrem untereinander misstrauen, warum vertraut eigentlich
      der normale Sparer den Banken seine teuer erworbene Spareinlage noch an.
      Hierüber sollte mal eine gesellschaftliche Diskussion stattfinden und nicht darüber, ob unser Bundespräsident bleiben soll oder nicht. (alles nur
      Nebenkriegsschauplätze!)

    • MICK sagt:

      Das Mißtrauen kommt noch. Nur Geduld.

  8. Drudenfuß sagt:

    Bald ist es aus. Diesmal kommt kein Staat, und rettet die Banken, so wie 2008.

    • P.Vessel sagt:

      wetten ?

      • asdty uytre sagt:

        wie denn wenn wir zusaetzlich zu der Bankenkrise jetzt (2012) noch eine Staats-Schulden Krise haben? Halb Europa ist pleite…

        • P.Vessel sagt:

          das geld das fehlt wird einfach gedruckt … wo ist das problem ? inflation ? gibts doch eh keine, laut statistik. und wenn das drucken nicht mehr funktioniert weil die leute auf einmal aufwachen (natürlich immer erst dann wenn nichts mehr zu ändern ist) dann ziehen wir wieder in den krieg. ein schuldiger wird sich schon finden lassen. geschichte wiederholt sich …

        • Andreas Klespe sagt:

          sorry, ich, als ehemaliger banker (zwar 11 jahre aus diesem beruf draußen), würde eher formulieren: ganz europa ist pleite, ebenfalls amerika, china, japan usw.

          was seit längerem passiert, ist nur noch ein hinauszögern. bald wird es „bumm“ machen. das kann aber noch ein bischen dauern. es wird sich aber in dieser dekade entscheiden. schon vorbereitet?

  9. Personal_Deutsch sagt:

    Na dann wollen wir doch mal sehen, wie hoch die Wellen des bald folgenden Crash-Tsunamis sein werden. Hoffentlich haben die Bundessparschafe nen bissle Vorsorge getroffen, sonst könnte es eng werden, wenn keine bunten Zettel mehr aus dem Automaten kommen.

  10. Albert Albern sagt:

    Tja, der Individualismus setzt sich endlich durch!
    Die Kollektiv-Wirtschaft der Banken bestand doch vor allem in der Täuschung mit den Bilanzen…