EZB interveniert und kauft Papiere im Wert von 1,1 Milliarden Euro

Die Europäische Zentralbank hat erneut zu drastischeren Maßnahmen gegriffen, um den Staatsanleihenmarkt zu beruhigen. Vergangene Woche kaufte sie Staatsanleihen im Wert von 1,1 Milliarden Euro.

Am Montag teilte die Europäische Zentralbank mit, in der vergangenen Woche erneut Staatsanleihen am Sekundärmarkt gekauft zu haben. Anleihen im Wert von 1,1 Milliarden Euro kaufte die EZB. Das ist deutlich mehr, als noch vergangene Woche: Da umfassten die Käufe 462 Millionen Euro. Dadurch konnte erreicht werden, dass sich die Zinsen für spanische und italienische Staatsanleihen am Markt beruhigten (mehr hier).

In den Wochen zuvor lagen die Käufe der EZB teilweise ebenfalls im Milliardenbereich. Insgesamt hat die EZB nun seit Frühjahr 2010 Anleihekäufe im Umfang von 213 Milliarden Euro getätigt. Am Dienstag will die Notenbank wieder die Überschussliquidität, die sich aus den gesamten Anleihekäufen ergeben hat, einsammeln.

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Kommentare

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  1. kneipier sagt:

    Mit welchem Geld kaufte die EZB?

    Oder druckt sie genau die Summen, die sie an Staatsanleihen hereinbekommt, weil die Staatsanleihen ja „Sicherheiten“ sind?

    Das Ganze erinnert mich an die kameralistische Buchführung bei Kämmerern, die ihre Schulden als Guthaben verbuchen.

    Wer bremst dieses Gesindel aus?

    Notbremse!

  2. schlaumeister sagt:

    So werden die Außenstände der EZB immer gigantischer. Toll, daß wir als Steuer-
    zahler mit unserem Anteil an der EZB (27%) mithaften. Herr Draghi, machen Sie
    nur so weiter, irgendwann ist aber mal garantiert Schluß mit diesem Wahnsinn.
    Die EZB ist selbst de facto pleite und verkommt zur Bad Bank.

  3. Michele sagt:

    Mit ähnlichen Summen wurden doch erst kürzlich die angeblich notleidenden Banken von der EZB versorgt, und jetzt holt man das Geld wieder zurück. Was soll das? Ist das nur noch ein Geld hinundher-Geschiebe für Zinsen und Spesen.

    Was wird hier gespielt?…Es wäre dringend erforderlich, dass uns Frau Dr. Merkel aufklärt. Mit Wischi-Waschi Nachrichten und Absichtserklärungen ist es beileibe nicht mehr getan. Auch ich habe inzwischen die Nase gestrichen voll. Eine kompetente Staatsführung sieht anders aus.

    Meine Oma verliert täglich Geld von Ihrem ersparten Notgroschen für ihre Alterspflege. Das ist die traurige Realität.

    • Michele sagt:

      Am Dienstag will die Notenbank wieder die Überschussliquidität, die sich aus den gesamten Anleihekäufen ergeben hat, einsammeln.

      Dann sammelt mal schön: Sammelt bei denen, die sich an diesen Miliardenspielchen bereichert haben. Und nicht bei denen die das ganze Leben für einen Notgroschen geschuftet haben. Sonst trete ich euch in den Hintern 🙂

  4. der Bauer aus dem Hunsrück sagt:

    ach das sind doch pienatz, nicht mal 0,25% oder 2,5 Promill von dem was die EZB Nacht für Nacht von den Banken zum Aufpassen kriegt.

  5. khaproperty sagt:

    Auf diese Weise sammeln sich die Schrottanleihen der PIIGS und weiterer schwächelnder Nationen im Euro-Währungsverbund immer weiter in der EZB und damit bei deren Gewährsträgern, zuvorderst Deutschland, welches sich derart zur größten Bad-Bank für Europa entwickelt (vorerst, wer weiß, welche Kreise das global noch ziehen mag und was EZB dabei zu tun gedenkt).
    Hinzu kommt all das, was noch so an Müll und Kredit, Gewähr und Haftung von der Kanzlerin und der Opposition fremd vergeben wurde zu Lasten des deutschen Steuerzahlers. Auf dem unkontrollierbaren Spiel stehen aktuell bereits mehr Milliarden Euro als der Jahreshaushalt in Deutschland ausmachte, mehr als seine Volkswirtschaft erarbeiten kann ohne zu kollabieren. So hoch wurde global noch nie gezockt – in der bloß vagen Hoffnung, es ginge schon irgendwie gut.
    Da wird einem nicht nur schwindelig – da fällt das zuvor Genossene stante pede wieder aus dem Gesicht.