Goldman-Gehälter 2011: Im Durchschnitt 385.000 Dollar

Für die Banker von Goldman Sachs ist ein Jahresgehalt von 385.000 Dollar eine Enttäuschung. Im Jahr 2007 verdienten sie nämlich 661.000 Dollar pro Jahr. Die Finanzindustrie leidet unter den Folgen der Krise.

Niedrige Aktienwerte, weniger Handelserträge, neue Finanzmarktregulierungen und die Angst vor einem Einbruch der globalen Wirtschaft wird auch in den Geldbörsen der Wall Street Banker zu spürbar. Insider rechnen damit, dass etliche Goldman Sachs Angestellte mit Gehaltskürzungen von bis zu 50 teilweise bis zu 60 Prozent rechnen müssen – manch‘ einer könnte sogar um seine alljährlichen Boni gebracht werden. Bei Morgan Stanley wird mit einer Reduzierung von 30 bis 40 Prozent gerechnet.

Jedes Quartal legen die Banken einen bestimmten Prozentsatz der erwirtschafteten Gewinne für Zuschüsse zurück. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2011 erreichten die Lohn- und Prämienkosten von 34 Finanzinstituten dem Wall Street Journal zufolge 172 Milliarden Dollar. Experten gehen jedoch davon aus, dass letztlich viele Finanzinstitute ihre Boni scharf nach unten korrigieren werden. Würde im Jahr 2011 genauso vorgegangen werden wie noch 2010, würden sich die gesamten Lohn- und Prämienkosten auf 159 Milliarden Dollar verringern, so wie zuletzt 2008.

Zudem etablierten sich neue Zahlstrukturen: Das Basisgehalt wurde oftmals aufgestockt, wohingegen die Boni sanken. Vieles wird auch besonders im Hinblick auf Prämien mit Aktienanteilen an der Firma verrechnet. Ironischerweise ist der niedrige Aktienkurs vor vielen Bank der größte Grund für Optimismus im Bankengewerbe: Wenn der Kurs wieder steigt, können die Mitarbeiter auch wieder ordentliche Prämien verbuchen.

Die Größenordnungen sprechen dennoch für sich: So dürfte der durchschnittliche Lohn für Angestellte bei Goldman Sachs um 10,7 Prozent auf 385.000 Dollar für 2011 fallen. 2010 waren es 431.000 Dollar. Die Auszahlungen gingen in den vergangenen Jahren deutlich zurück: 2007 waren es noch 661.000 Dollar. Verglichen mit den Gehältern in anderen Branchen ist das noch immer sehr viel. In Anbetracht der Tatsache, dass zahlreiche Banken 2011 angekündigt haben, in erheblichem Umfang Stellen zu streichen (mehr hier), ist der Schmerz auch relativ zu sehen. Christian Wulff könnte sich nach einigen Jahren bei Goldman das ganze Dorf Burgwedel kaufen.

Es ist eben vor allem eine Frage der Perspektive: Denn die Stars von Wall Street müssen Abstriche in ihrem bisherigen Lebensstil machen. Etliche Banker mussten durch die geringeren Verdienste ihr zweites Haus verkaufen oder bei den Unternehmen, für die sie arbeiten, Kredite aufnehmen, um Rechnungen bezahlen zu können. Nichts desto trotz sind gerade die Löhne und Prämien noch immer ein großer Kostenfaktor für die Banken. 2011 flossen 36 Prozent der gesamten Erträge in Gehälter und Boni, so das Wall Street Journal – 2010 waren es 33 Prozent (die Summe der sagenhaften Gelder, die für die Gehälter in den vergangenen Jahren benötigt wurden – hier).

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Kommentare

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  1. General-Investigation sagt:

    Und da sag noch jemand das es sich nicht lohnt kriminell zu sein…

  2. Pantaleo sagt:

    Gibt es den ein Spendenkonto für die Bänker???Ich würde gern 10 SFr. spenden.

  3. Durchblicker sagt:

    Ist das nicht ein bisschen bescheiden? Ich würde ihnen etwas mehr gönnen.Wenn sie von ihrem Luftnummerngeld und nicht bar bezahlt werden, dann dürfen es auch etliche Milliarden $ sein.

  4. Unternehmer sagt:

    ich bin für ein Rettungsschirm für die Bänker… die armen!

  5. Georgmann sagt:

    Helft den armen Mitarbeitern,
    bin für Eröffnung eines Spendenkontos zu Gunsten der leidenden angestellten.

  6. mandelkern sagt:

    Ohne die grenzenlos aufgeblähte Giralgeldmenge gäbe es auch keine Finanzbranche, die sich mästen kann, in dem sie damit herumspekuliert.
    Das ganze real leistungslose Gesindel wäre bei einer Geldreform mit Umstieg zu Vollgeld nahezu beschäftigungslos.
    Da diese Branche angeblich die besten Köpfe anzieht, weil der Futtertrog so gut gefüllt ist, wären mit einem Schlag grosse geistige Ressourcen frei, die dazu beitragen könnten, die Probleme der Zeit forschend zu lösen.
    Länder wie Grossbritannien, die seit Thatcher glauben, man könne sich von virtuellem Geld ernähren, und Güter-Produktion sei etwas profanes für dumme Deutsche und Chinesen, hätten dann ein kleines Anpassungsproblem.

  7. schlaumeister sagt:

    Es wird Zeit, dass die Finanzbetrüger und Klickaffen, die per Mausklick Milliarden
    generieren, ohne dass irgendetwas geleistet oder produziert wird, endlich mal
    voll auf die Schnauze fallen und aus ihrem Paralleluniversum hinauskatapultiert
    werden.

  8. Schwarzsauer sagt:

    Dann muß den notleidenden Bänkern unausweichlich (ein paar Billionen für den Anfang) geholfen werden, und zwar sofort.
    Das peitscht Merkel, umgeben von Gefolgs“männern“, in der Kaffeepause zwischen 2 „Krisen““gipfeln“ durch.