Österreich: Auktion ein Wechselbad der Gefühle

Bei der heutigen Auktion von Staatsanleihen ist Österreich noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen: Die Zinsen für längerfristige Anleihen fielen, die für Anleihen mit einer Laufzeit bis 2016 zogen an.

Aktuell:
Interbanken-Markt kommt zum Erliegen

Österreichs heutige Auktion von Staatsanleihen im Wert von 1,2 Milliarden Euro war erfolgreich. Einerseits fielen die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen von 3,528 Prozent auf 3,322 Prozent. Andererseits waren die Zinssätze für die Staatsanleihen, die bereits 2016 auslaufen, von 1,960 Prozent auf 2,213 Prozent gestiegen.

Mit Spannung war die heutige Auktion von österreichischen Staatsanleihen erwartet worden. Das große Engagement der österreichischen Banken in Ungarn ist der Grund. Ungarn gelingt es derzeit nicht, finanzielle Unterstützung vom IWF und der EU zu erhalten. Ein Hauptgrund hierfür ist die umstrittene Reform der ungarischen Zentralbank, die die Unabhängigkeit dieser gefährdet. Zuletzt musste Ungarn deshalb immens hohe Zinsen zahlen (mehr hier).

Die gestiegenen Zinsen für österreichische Anleihen mit kürzerer Laufzeit sind auf die derzeitige Ungewissheit über die Auswirkungen der ungarischen Turbulenzen auf die Banken in Österreich zurückzuführen. Die Zuversicht für die 10-Jahres-Anleihen ist deutlich höher gewesen.

Unterdessen hat auch Griechenland Staatsanleihen im Wert von 1,625 Milliarden Euro verkauft. Die Zinsen für die sechsmonatigen Anleihen betrugen heute 4,9 Prozent im Vergleich zu den 4,95 Prozent bei einer ähnlichen Auktion Mitte Dezember. Hier hat vermutlich die EZB am Sekundärmarkt entsprechend wieder Anleihen gekauft – vergangene Woche kaufte sie Anleihen im Wert von 1,1 Milliarden Euro (mehr hier). Inwieweit sie auch an der österreichischen Auktion beteiligt war, ist nicht klar. Aufgrund der Brisanz der Auktion wäre es jedoch denkbar.

Mehr zum Thema:
Deutsche Staatsanleihen: Erstmals Negativzinsen
Interbanken-Markt kommt zum Erliegen
Monti und Sarkozy wollen Merkel zu Eurobonds drängen

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.