Ungarn-Auktion bringt Horror-Zinsen

Trotz wieder aufgenommener Gespräche mit dem IWF wurde Ungarn heute bei der Auktion kurzfristiger Staatsanleihen im Wert von 183 Millionen Dollar abgestraft: Die höchsten Zinsen seit zweieinhalb Jahren.

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Bei dem heutigen Verkauf von Staatsanleihen im Wert von 183 Millionen Dollar musste Ungarn die höchsten Zinsen seit zweieinhalb Jahren Zahlen: Der Zinssatz stieg für die Anleihen mit einer Laufzeit von nur drei Monaten auf 7,98 Prozent.

Zuletzt kletterten stiegen auch die Zinsen für langfristige ungarische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren (9,96 Prozent) stark nach oben. Grund hierfür war die umstrittene Reform der ungarischen Zentralbank und die unter anderem deswegen ausgesetzten Gespräche mit dem IWF und der EU. Da Ungarn dringend finanzielle Unterstützung benötigt, wurden diese Unterbrechungen der Verhandlungen von den Investoren als beunruhigendes Zeichen gewertet (mehr hier). Ohne neue Geldmittel steht Ungarn vor einem Bankrott.

Mittlerweile hat der ungarische Chef-Verhandlungsvermittler Tamas Fellegi in Washington Verhandlungen mit dem IWF wieder aufgenommen. Am Donnerstag wird zudem ein Treffen mit der IWF-Chefin Christine Lagarde erwartet, so die ungarische Nachrichtenagentur MIT. Die immens hohen Zinssätze zeigen jedoch deutlich, dass die Investoren diesen kleinen Entwicklungen noch keinerlei Tribut zollen.

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Kommentare

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  1. Christoph sagt:

    … auf meinem ungarischen FestgeldKonto (2 Monate Laufzeit) bekomme ich 5,5%. Inflation soll bei ca. >5% sein. Immerhin noch eine reale Verzinsung.
    Eher interessant ist, dass Ungarn auf dem Weg in eine Rezension ist und die Zentralbank die Zinsen zwei mal erhöht hat.

    • joggler sagt:

      Nein, interessant ist, wie die Bankster dafür sorgen wollen, daß ein Pleitestaat der Union beitritt, welches schon vorher Zahlungsunfähig ist. Anders als bei Griechenland, ist dies nun wohl jederman bekannt…