Portugal schlittert immer tiefer in die Rezession

Wegen drastischer Haushaltskürzungen und erhöhter Steuern wird Portugal die Defizit-Prognose für 2012 deutlich verfehlen. Die geplante Rückkehr an die Kapitalmärkte 2013 wackelt.

Die portugiesische Wirtschaft wird 2012 deutlich mehr schrumpfen als bisher angenommen. In ihrem Wirtschaftsbericht spricht die Zentralbank Portugals von einem voraussichtlichen Rückgang des BIP um 3,1 Prozent – im Herbst sprach die Bank noch von einem Fall um 2,2 Prozent. Zudem werde die portugiesische Wirtschaft 2013 lediglich um 0,3 Prozent wachsen, aber auch nur, wenn ein Kapitalbilanzüberschuss erzielt werden kann. Das Land befindet sich in einer tiefen Rezession.

Um die Forderungen für das Rettungspaket im Umfang von 78 Milliarden Euro zu erfüllen, kürzte Premierminister Pedro Passos Coelho die öffentlichen Ausgaben und erhöhte die Steuern. Diese Maßnahmen und der zurückgehende Konsum der Verbraucher sind ausschlaggebend für die miserable Situation der portugiesischen Wirtschaft, so die Zentralbank. Die portugiesische Wirtschaft ist durch die Sparmaßnahmen stark angeschlagen. Dennoch hält der portugiesische Premier daran fest, das Haushaltsdefizit von 9,8 im Jahr 2010 auf drei Prozent im nächsten Jahr zu senken.

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Kommentare

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  1. hunsrückbauer sagt:

    mit der vergemeinschaftung der schulden gibts eine masse neues spielgeld für die zocker. irgendwann ist das aber auch alle und dann gehts auch dem teutschen michel und seiner micheline an den kragen. GR, P, S sind nur die ouvertüren, der 1., 2., 3., Satz der Symphony kommt aber auch noch, schließlich wird ja schon gespielt.

  2. louis-portugal sagt:

    Ich wohne hier und ich sehe, was passiert.
    Es ist viel schlimmer als die meisten denken und sagen.

    • Willi Wucher sagt:

      Hallo Louis wo wohnen Sie genau? können sie mir ihre E.Mailadresse geben ? zum Austausch als Portugalexperte.

      • klimperkasten sagt:

        @louis-portugal
        Hallo Louis, es würde mich sehr interessieren, von Ihnen zu hören, wie die portugiesischen Bürger die Situation empfinden.

  3. malocher: sagt:

    Portugal sollte einen Brief an Schäuble schicken, der weiß
    wie man die Schuldenbremse ausbremsen (umgehen) kann.

  4. Silbermichel sagt:

    wenn das so weiter geht werden wir den allen irgendwan auch noch folgen. Vielleicht doch nochmal fix zum EM Freund fahren und nachtanken ;)Fiatmoney lässt grüssen…

  5. Uri125 sagt:

    „Diese neuen und alten Schulden sollen dann diejenigen abtragen, die am wenigsten für die Entstehung verantwortlich sind, die kleinen Leute, Steuerzahler und arbeitende Bevölkerung. Dazu werden diese noch mehr geknebelt.

    Schöne, lieberalisierte und globalisierte (Finanz-) Welt.“

    Genau das ist der Punkt, das kaputtsparen und verarmen breiter Bevölkerungsschichten wird das Problem nicht lösen. Sondern verschärft nur die Situation. Die restrektive Politik der EZB und IWF lässt die Lander in einem Armenchaos versinken und blutet diese aus. Die einzige Möglichkeit , das Lügengebilde Euro zu canceln. Raus und weg mit Schaden. Schlimmer kanns eh nicht kommen. Insoweit ist dem Bürger mehr gedient.

  6. usc sagt:

    der schluss mit dem ganzen theater:
    alle beteiligten banken tragen die folgen ihres handels aus den auswüchsen der letzten
    jahre, indem SIE 0%erhalten, also alle schulden streichen!
    1. folge? jahre ohne gewinne und/oder dividenden, es gabe jahrelang genug!
    2. notwendigkeit? jegliche art von ABSCHREIBUNGEN werden DICHT gemacht, sonst
    2. doch wieder der STAAT, damit überwiegend der sogenannte „KLEINE MAN(N)!“
    3.FOLGE? endlich wird dann die KAPITALINDUSTRIE eieder zu einem BANKGEWERBE…
    3.Notwendigkeit? WELTBADBANK, Banken fangen mit ihren alten mänteln,wie gesagt 3.OHNE gewinnausschüttungen an. entsprechendes kapital und liquidität bereit zu 3.halten dürfte -bestimmt- kein problem sein/werden.
    4. dabei SOLLTE man auch bestimmte banken VERSTAATLICHEN!
    4.FOLGE ENDE der meisten „HEUSCHRECKEN“!
    man muss nur WOLLEN!

    • Werner sagt:

      Und was haben Portugals Schulden mit den Banken zu tun ?
      Die Banken haben nicht Portugals Schulden gemacht.

  7. dparvus sagt:

    Wen wundert´s?

    Mit Finanzhilfen – die sowieso die Banken erhalten, nicht Bürger oder mittelständische Unternehmen – erhält Portugal bzw. die involvierten Banken ja auch gleich die Schulden in gleicher Höhe, so funktioniert Fiatgeld. Gedeckt durch Schulden, schon mal gehört?

    Diese neuen und alten Schulden sollen dann diejenigen abtragen, die am wenigsten für die Entstehung verantwortlich sind, die kleinen Leute, Steuerzahler und arbeitende Bevölkerung. Dazu werden diese noch mehr geknebelt.

    Schöne, lieberalisierte und globalisierte (Finanz-) Welt.

    • werner sagt:

      „…sollen dann diejenigen abtragen, die am wenigsten für die Entstehung verantwortlich sind, die kleinen Leute, Steuerzahler und arbeitende Bevölkerung.“

      Ich wußte nicht, daß Portugal eine Diktatur ist! immerhin wurden die schuldenmachenden mal mehr mal weniger sozialistischen Regierungen ja nicht bloß gewählt (man kann sich einmal verwählen, dann aber aufhängen, neu wählen) sondern immer wieder bei Wahlen bestätigt!
      Die Wähler bekommen nur das, was sie haben wollten. Denjenigen, die gar nicht wählen (in Portugal zuletzt 42%) ist es ohnedies egal, wer sie regiert.
      Und was wollten die Portugiesen bis heute? Man hat jüngst Sozialisten durch Sozialdemokraten ersetzt, also will das Volk weiterhin Sozialismus.
      Wie man weiß, funktioniert der nur solange, als es fremdes Geld zu verbraten gibt. In jedem sozialistischen System folgen Pleite und Elend.
      Spätestens nach dem Krepieren der Sowjetunion und der wunderbaren DDR und ähnlicher Missgeburten sollte das auch der Dümmste verstanden haben. Zumindest seit damals gibt es keine Entschuldigung mehr von wegen „nicht gewußt“, „nicht absehbar“.
      In einer Demokratie bekommt man immer nur das, was die Mehrheit sich wünscht.
      Jetzt heißt es eben: ZAHLEN

    • Werner sagt:

      „…Diese neuen und alten Schulden sollen dann diejenigen abtragen, die am wenigsten für die Entstehung verantwortlich sind, die kleinen Leute…“

      Ist das so ?
      WER hat denn die schuldenmachenden Politiker gewählt ?
      Wer hat ihnen das Mandat zum Schuldenmachen gegeben ?

      Richtig, die kleinen Leute.
      In ihrer Gier auch vom Staat Hilfen und/oder Sozialleistungen zu bekommen.
      Die „bösen“ Politiker haben nur das getan was das liebe Volk, per Wahlentscheidung, von ihnen wollte !

    • schlaumeister sagt:

      Da sieht man, dass das ganze System nicht mehr funktioniert, aber
      welcher Politiker will das schon wissen, deshalb gehts Schritt um
      Schritt weiter abwärts.