Orban knickt ein und macht Rückzieher bei Zentralbank-Gesetz

Money talks: In einem Brief an die EU-Kommission deutet der ungarische Außenminister an, das umstrittene Gesetz über die Nationalbank zu ändern. Der Grund ist einfach: Ohne das Geld der EU und des IWF kann Ungarn einen Crash nicht mehr vermeiden.

Der Alleingang Ungarns (mehr hier) in der Wirtschaftskrise könnte zu Ende sein. In einem heute veröffentlichten Brief des ungarischen Außenministers, Janos Martonyi, an die Europäische Kommission heißt es: „Wir sind bereit eine Änderung des Gesetzes vorzunehmen, wenn es nötig ist“.

Die EU und der Internationale Währungsfonds hatten die Verhandlungen über finanzielle Unterstützung für Ungarn eingestellt, nachdem die Regierung von Viktor Orban ein Gesetz verabschiedet hatte, das die Unabhängigkeit der Nationalbank massiv eingeschränkt hätte. Die Regierung hätte dadurch ungehindert die Währungspolitik steuern können.

Ungarn war zuletzt massiv unter Druck geraten, weil die Zinsen auf ungarische Staatsanleihen auf beinahe zehn Prozent gestiegen waren. Die angestrebte Menge an Kapital konnte nicht mehr aufgenommen werden (mehr hier).

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Kommentare

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  1. Karl Heinz sagt:

    DAS IST DER WITZ DER WOCHE – UND KEINER MERKT ES !

    Zitat:“…ein Gesetz verabschiedet hatte, das die Unabhängigkeit der Nationalbank massiv eingeschränkt hätte. Die Regierung hätte dadurch ungehindert die Währungspolitik steuern können.“

    Worin besteht wohl die geforderte „Unabhängigkeit“ der ungarischen Nationalbank?
    Doch wohl in der zugesicherten Abhängigkeit von EZB, FED, IWF und BIZ.

    Neusprech ist einfach das erfolgreichste Konzept der Massenbeeinflussung 😉

  2. Hans Kurz sagt:

    Niemand hat es wirklich verstanden .Wenn zb. Ungarn derzeit 7,8 Prozent Zinsen zahlt dann ist diese Zahlung ebenfalls negativ .Der Forint hat 30 Prozent abgewertet . Außerdem ist da noch gar nichts mit Crash .Das Geld vom IWF wird nur Stand By benötigt . Nichts wird sich an der ungarischen Politik ändern .Alle haben vergessen es ist die ungarische Nationalbank um die es da geht .Und Ungarn hat vergleichsweise geringere Schulden als die hochgelobten Eurostaaten, von den USA ganz zu schweigen .
    Außerdem hat Ungarn bis jetzt alle überstanden von den Türken ,über die Habsburger ,bis zum Warschauer Pakt .Diejenigen die über die kleinen Ungarn herziehen werden sich sicher noch wundern. Niemand in Europa kann sich ein Ungarn leisten das zahlungsunfähig ist .
    Grüße aus Pannonien

  3. Freistaat-Danzig sagt:

    Warum will eigentlich jeder „Regierungschef“ den €-Crash vermeiden ?

    Und was kommt nach dem Crash ?

    In D könnte ja evtl. die D-Mark wieder „auferstehen“ – und zu welchem Kurs, bitte ?

    2€ = 1neueDM ?
    Bei Preisen für Lebensmittel die dann wieder gleich bleiben ?

    Armes Deutschland !!!

    Das wäre dann ein RE-Faktor um ca. 75% binnen 10 Jahren !!!
    Gratulation, Ihr GoSauCO-Vasallen (Goldman-Sachs-und-Co-Vasallen)

    Und Sie wissen nicht was REHN-Faktor bedeuted?
    (Reale Enteignung (durch) Halunken (und) Nichtsnutze)

    Ich fürchte, auf Deutschlands Straßen wird´s dann sehr ruhig werden !!!

    WARUM ?

    Niemand wird Geld für Sprit haben, um „auf die Straße gehen zu können“

    (übersetzt für die, die nicht „zwischen den Zeilen lesen“ können: es wird nicht mehr „rentabel“ sein, mit dem Auto zur Protestdemo zu fahren, man wird den Sprit lieber für die Fahrt mit Familie ins Wochenende aufsparen !!!)

  4. wolfgang kantor sagt:

    Na endlich! Es war zu hoffen, daß Herr Orban noch einen gewissen Realitätssinn bewahrt hat. Sonst hätte er „seine“ Bevölkerung in Not und Elend gestürzt. Köszönöm!

  5. schlaumeister sagt:

    Kurz vor dem Zusammenbruch knicken sie ein, aber ob das noch was hilft?