Griechenland: Hedge Fonds verweigern Haircut

Spekulanten haben in den vergangen Monaten offenbar im großen Stil griechische Schrottanleihen gekauft. Nun fordern sie den IWF heraus: Sie wollen, dass die andern verzichten und sind im Falle einer Pleite über CDS abgesichert.

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Während sich der IWF bemüht, die Banken zu einer Übereinkunft für einen freiwilligen Schuldenschnitt bei den griechischen Staatsanleihen zu bewegen, haben Hedge Fonds nach Informationen von Reuters in den vergangenen Monaten eifrig Schrottpapiere gekauft, die am 20. März fällig werden. Sie haben still und leise eine derart starke Position aufgebaut, dass es ihnen gelingen könnte, die Griechenland-Rettung zu verhindern. Von den 206 Milliarden Euro, die an Schrottpapieren im Markt sind, sind etwa 25% im Besitz unbekannter Investoren. Beobachter schätzen, dass sich etwa die Hälfte davon in den Händen von Hedge Fonds befindet. Die Spekulanten sind in ihrer Haltung dadurch bestärkt worden, dass sie bisher dank der EU-Gelder ihre Zinsen stets pünktlich bezahlt bekamen.

Anders als die Banken kann die Politik die Spekulanten nicht zu einem freiwilligen Schuldenschnitt zwingen. Das Kalkül der Hedge Fonds ist einfach: Entweder Griechenland geht pleite, dann würden ihre Kreditausfallversicherungen (CDS) greifen. Oder aber es finden sich genug andere Investoren, die dem Haircut zustimmen – dann brauchen die Fonds überhaupt nicht zu verzichten. Insgesamt müssen die Investoren auf insgesamt 100 Milliarden Euro verzichten, um das im Oktober beschlossene Abkommen in Kraft treten zu lassen. Das Spiel der Hedge Fonds laufe darauf hinaus, dass Griechenland 80% der Schulden restrukturiert und den Rest ausbezahlt, sagte Gabriel Sterne von Exotix Securities. Die Position der Spekulanten sei: „Sie werden gezwungen sein, mich auszubezahlen.“

Die Taktik ist nicht ohne Risiko: Griechenland könne beispielsweise seine Gesetze ändern und die Spekulanten damit ins Abseits laufen lassen. Weil aber nicht klar sind, ob die Hedge Fonds ihre Papier unter britischem oder griechischen Recht gekauft haben, sind die Möglichkeiten für Athen begrenzt.

Darüber hinaus sieht es selbst im klassischen Bankenbereich eher düster aus: Der Internationale Bankenverband IIF rechnet mit der Zustimmung von 60% der Investoren – statt der ursprünglich erwarteten 90%. Diese geringe Beteiligung hat auch beim IWF selbst Zweifel aufkommen lassen, ob eine Restrukturierung der griechischen Schulden wirklich nachhaltig möglich ist (die Banken sind dennoch interessiert, denn immerhin würden sie 60 Milliarden Euro von der nächsten Tranche erhalten – mehr hier).

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Kommentare

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  1. Peter Pan sagt:

    GR hat seine Ressourcen im Wert von knapp 400 Mrd Euro praktisch als .. Als was wohl ? Verschenkt. An us.-Mining Konzerne . Es bleibt fürs Land so gut wie n i c h t s. Und was wird mir den Provisionen, wer sackt die ein ? Eine realitätverweigernde eu ist damit in erstbester Gesellschaft mit üblich dauernder Korruption. Und die deutschen sollen dafür Aufkommen… Mit der Begründung, wir Könnens doch schaffen. Ja, wir haben und schon längst (ab)geschafft. Bleibt nur ( zu hoffen. ??), uns diesem sauberen Stil anzupassen. Früher sagte man Pfui; heute ist das Höchstedel.

  2. Hennoch sagt:

    Was ist der Unterschied zwischen der Pest und der Cholara und was ist der Unterschied zwischen Hedge und Pleite? Fragt die armen Griechen,denn sie sind die Opfer der Oligarchen und wir sind die nächsten. Alles sauber eingefädelt, denn der Trick bei der Sache ist der daß die Opfer gegeneinander ausgespielt und wenn der Zeitpunkt gekommen ist, dann noch aufeinander gehetzt werden. Die eigentlichen Gewinner der Krise sind weit vom Schuß und reiben sich dabei die Hände. Doch wenn es eine Gerechtigkeit gibt, und die gibt es, dann erwischt es irgedwann auch diese Finanzhakennasen. Das Sterbehemd hat bekanntlich keine Taschen, auch dann nicht, wenn sie einen Teil ihres Reichtumes mit ins Grab nehmen, so wie die Pharaonen.
    Wie schön könnte es auf unserem Planeten sein, wenn es keine Finanzsatanisten gäbe. Es wäre für alle etwas da. Nehmen wir nur die Ausgaben für die Rüstung und die hässlichen Kriege, mit diesen Summen ließe sich mancher Hunger stillen und viele bescheidene Exiztenzen aufbauen.