Nächste Griechenland-Tranche: 60 Milliarden Euro gehen an die Banken

Das nächste Rettungspaket für Griechenland steht auf der Kippe. Auch für die Banken geht es um viel. Denn ein Großteil der nächsten Tranche wandert direkt in den Schuldendienst.

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Griechenland steht vor dem Abgrund. Erreicht es nicht die Zuteilung der nächsten Tranche, ist der Staat im März bankrott: 14,4 Milliarden Euro Schulden müssen die Griechen am 20. März refinanzieren. Analysten sind sich überwiegend einig, wenn das 130 Milliarden Euro Rettungspaket nicht kommt, wird Griechenland dies nicht schaffen. Die zweite Tranche wird auf rund 89 Milliarden Euro geschätzt, von denen allein 30 Milliarden Euro an private Kreditgeber und weitere 30 Milliarden in die Rekapitalisierung der griechischen Banken fließen sollen.

Bis zum nächsten EU-Gipfel am 30. Januar muss der Weg in Griechenland für wirtschaftspolitische und strukturelle Reformen frei sein. Aber auch der Schuldenschnitt ist unerlässlich. Seit Wochen laufen die Verhandlungen, ohne wirkliches Vorankommen. Die Schweizer UBS rechnet sogar eher mit einer erzwungenen Restrukturierung der griechischen Schulden als mit einem freiwilligen Haircut (mehr hier), was die Auszahlung von CDS-Verträgen auslösen würde. Der IWF zweifelt ebenfalls an der Effektivität dieses Instruments und hält einen größeren Schuldenschnitt für erforderlich.

Noch gar nicht bedacht haben die Retter indes die Rolle der Hedge Funds: Diese weigern sich nämlich kategorisch, beim Schuldenschnitt mitzumachen (mehr hier).

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Kommentare

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  1. Argus sagt:

    Ich hoffe, es gibt jemand, der die ganze Zeit ein Auge auf das nach GR überwiesene viele Geld gerichtet hat. Seit 2010 gab es alle 3 – 4 Monate eine Tranche Euro-Hilfen in Höhe von 8 – 15 Milliarden Euro, die in Athen versanken. Offenbar braucht GR seit 2 Jahren jeden Monat ca. 5 Milliarden. Erst gab es das Hilfspaket-I (bestehend 6 Tranchen), jetzt das Paket-II. Es heisst, dass bis Ende Juni schon wieder rund 30 Milliarden fliessen bzw. geflossen sein werden. GR hält doch aber die Vorbedingungen für das Spendengeld offensichtlich nicht ein, oder doch? Gleich nochmal neue Wahlen nach Wahlen (Samaras hat verdächtig schnell aufgeben) sind doch ein Trick. Die Kriterien gehen den neuen Parteien sowieso vollständig a.A. vorbei. Passt jemand auf das Geld auf? Es wäre ulkig, wenn bei der Deutschen Bundesbank bewaffnetes Wachpersonal mit ernster Miene und Colt an der Hüfte unsere wenigen verbliebenen Bundesmoneten behütete, die Griechen aber ganz ohne Rififi Millionen und Milliarden verschwindifizieren lassen können.

  2. August sagt:

    Die Träume aller FDJ-Sekretärinnen gehen nun endlich in Erfüllung.
    Der Staatsbankrott der bösen, bösen BRD.
    Und der dumme Wessi hat mal wieder nix gemerkt.