Das Geld sitzt locker: Deutsche Binnen-Nachfrage steigt 

Die Deutschen bringen ihre Ersparnisse in den Wirtschaftskreislauf. Die neue Statistik zeigt, dass Unsicherheit und Angst vor der Inflation zu verstärktem Konsum geführt haben.

Die deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2011 um drei Prozent gewachsen. Im Jahresverlauf übertraf das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt wieder das Vorkrisenniveau. Das Wirtschaftswachstum beschränkte sich allerdings großteils auf die erste Hälfte des Jahres. Das teilte das Statistische Bundesamt (Desatis) mit.

Hauptverantwortlich für das zweite Jahr mit gutem Wirtschaftswachstum in Folge ist die Binnennachfrage. Vor allem der private Konsum hat die Wachstumsrate von drei Prozent ermöglicht. Auch die Unternehmensinvestitionen trugen dazu bei. Sie wuchsen im vergangenen Jahr um 8,3 Prozent bei Ausrüstungen und um 5,3 Prozent bei Bauten.

Auch wenn der Export im Jahr 2011 um mehr als acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist, hatte aber den Angaben von Destatis einen geringeren Anteil am Wachstum des Bruttoinlandsproduktes als der Binnenmarkt.

Die starke Binnennachfrage dürfte vor allem durch Verunsicherung und unattraktive Zinsen verursacht sein. Die steigende Angst vor Inflation (mehr hier) und die Unsicherheit, wie sich die Schuldenkrise in der Eurozone entwickeln wird, bringen die Menschen dazu, ihr Geld lieber auszugeben als zu sparen. Bei den schlechten Zinsen lohnen sich auch für Unternehmen die wenigsten Anlageformen. Daher geben sie ihr Geld lieber für die Modernisierung und den Ausbau ihrer Unternehmen aus.

Der Einbruch des Wachstums im 4. Quartal 2011 könnte außerdem bereits ein Hinweis auf eine Rezession in diesem Jahr sein, sagte der Chefökonom von Markit, Chris Williamson, der Onlineausgabe der britischen Zeitung The Guardian.

Experten gehen davon aus, dass im Jahr 2012 die Exportwirtschaft für das Wirtschaftswachstum Deutschlands wieder wichtiger sein wird, weil die Binnennachfrage  wegen der anhaltenden Krise auch in Deutschland deutlich zurückgehen könnte. Dabei kommt der schwache Eurokurs Deutschland grundsätzlich zu gute.

Ob der Export aber diese möglichen Einbrüche ausgleichen kann, ist aber äußerst ungewiss: Denn die meisten Staaten Europas setzen im Kampf gegen die Schuldenkrise auf Sparprogramme, welche die Mittel für Import einschränken.

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Kommentare

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  1. Schwarzsauer sagt:

    Genau, es geht nur um eine Umschichtung von virtuellem Papier in Materie.

  2. Lockeres Geld? sagt:

    Unter dem Begriff „das Geld sitzt locker“ verstehe ich aber was anderes. Hier geht es den Bürgern darum, ihr Geld schnell noch für Werthaltiges anzulegen bevor es nichts mehr wert ist.

  3. hunsrückbauer sagt:

    wer hat denn diesen Artikel verfaßt?
    soviel Dummschwatz kann doch ein Mensch alleine garnicht kochen!

    3% Wachstum, 8,3% bei den Ausrüstungen, 5,3% bei den Bauten…wo bitte sind die Daten für den Binnenmarkt? Einzelhandelsumsätze? Lohnzuwächse?
    das ist doch billigste Propaganda!

    Für die Zukunft möge der Autor bitte hier recherchieren: querschuesse-punkt-de

    da werden sie geholfen

  4. Ingenieur sagt:

    Nenn sich auch Crack-Up-Boom 🙂

    • schlaumeister sagt:

      Der ist aber einmal zuende, wenn sie ihr Geld gar verheizt haben. Dann
      kommt erst der starke Einbruch.

      • Knatterton sagt:

        Dann haben die Menschen zumindest Sachwerte erworben.
        Die sparenden Schafe werden allesamt geschoren.
        Besser einen Einbruch mit erworbenen Sachwerten überstehen, als einen Crash mit bedruckten bunten Zetteln ausstehen, auf denen „Euro“ steht und mit denen ob der mangelnden Hygiene noch nicht einmal der Hintern abgeputzt werden kann.
        Jeder, der sein Geld weiterhin auf Konten parkt, wird sich beim Crash verdientermassen grün und blau ärgern, wiel er nicht frühzeitig sein Vermögen den Banken entrissen hat.
        Friedrich II.: Jedem nach seiner Facon!