Fast schon Panik: Ansturm auf deutsche Staatsanleihen

Investoren wollen offenbar nur noch eins: Ihr Kapital in Sicherheit bringen. Langfristige deutsche Bonds waren heute dreifach überzeichnet - trotz schlechter Zinsen.

Bundesanleihen im Wert von 4 Milliarden Euro bot die deutsche Finanzagentur heute am Anleihenmarkt an. Die Nachfrage nach den Papieren mit einer Laufzeit von fünf Jahren war 2,8 Prozent höher als das Angebot. So fiel auch hier der Zinssatz: zum ersten Mal unter die ein Prozent Marke: Die Zinsen sanken von 1,1 Prozent auf 0,9 Prozent. Die Finanzagentur selbst sieht darin keine Schwierigkeit. Dieser Prozentsatz „entspricht der im Markt selbst erwarteten fairen Bepreisung“, sagte sie gegenüber den Deutschen Mittelstands Nachrichten.

Allerdings wurden von den zuvor anvisierten 4 Milliarden Euro nur 3,3 Milliarden Euro erreicht. Der Finanzagentur zufolge ist dies jedoch nicht ungewöhnlich: „Die Zuteilung wird generell immer unterhalb des ausgeschriebenen Volumens“ gemacht. Durchschnittlich 20 Prozent der am Primärmarkt zu verkaufenden Bundesanleihen werden für den Eigenbestand zurückgehalten. Diese werden dann unter anderem zur „Zinskosteneinsparung“ am Sekundärmarkt veräußert. Damit kann aktiv am Markt teilgenommen werden.

Mehr zum Thema
Höchste Nervosität bei Banken: Rekordeinlagen bei der EZB
Angst bei den Bonds: Auch Großbritannien mit Negativ-Zinsen
Frankreich: Deutschland soll Arbeitskräfte aus EU-Ländern holen

Kommentare

Dieser Artikel hat 35 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. Toni-Ketzer sagt:

    Hirnie
    Wie Autor „Gast“ schon richtig hinterfragt, „wer kauft überhaupt Staatsanleihen?“
    Klare Antwort:
    Kein vernünftiger Mensch!

    Offenkundig gibt es irgendwelche dubiose Investoren welche ein brennemdes Interesse an ein harten EURO haben. Wer könnte das wohl sein?