Monti: „EU ist schönstes Projekt der Menschheit“

In Berlin gaben die Regierungschefs von Deutschland und Italien die nächsten Schritte gegen die Eurokrise vor: Zuerst Griechenland helfen, dann die Wirtschaft weiter stabilisieren.

Die wichtigste Aufgabe in der Eurozone sei es, das zweite Griechenlandpaket zu sichern, sagte Angela Merkel bei der Pressekonferenz mit dem italienischen Premierminister Mario Monti in Berlin. Erst wenn dieser Schritt erledigt sei, könne man sich um weitere Belebung der Wirtschaft in Europa kümmern.

Merkel sprach sich dafür aus, Geld aus dem EU-Budget, das noch bis 2013 gültig ist, für die Belebung der Wirtschaft einzusetzen. Wie dies genau ablaufen soll, sagte die Bundeskanzlerin nicht.

Um mehr Stabilität in Europa zu erreichen, forderte Monti eine bessere Realisierung des Binnenmarktes innerhalb der EU. Bei einem Treffen der Regierungschefs von Deutschland, Frankreich und Italien am 20. Januar in Rom, sollen Schritte dafür ausgearbeitet werden.

Nachdem Merkel und Monti 45 Minuten zu spät zur Pressekonferenz gekommen waren, betonte Merkel, sie seien nicht verspätet, weil sie sich etwa gestritten hätten, sondern weil es so viele Dinge zu besprechen gab.

Italien will nach der ersten Phase der Reformen zum Ausgleich seiner Staatsfinanzen wieder eine wichtigere Rolle in Europa spielen. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin, bemühte sich Monti darum, dass Italien wieder als vollwertiges Mitglied in der Eurozone wahrgenommen wird: „Italien ist nicht mehr ansteckend für Europa und kann gemeinsam mit Deutschland und Frankreich einen wichtigen Beitrag für Stabilität in Europa sorgen“, sagte Monti.

In einem Zeitungsinterview hatte Monti gesagt, die Italiener würden Anerkennung für die bisher getroffenen Maßnahmen erwarten. Diese Aussage relativierte er in der Pressekonferenz: „Die Italiener erwarten keinerlei Anerkennung. Sie hoffen, die Finanzmärkte reduzieren die Zinsen“, sagte er.

Die hohen Zinsen für Staatsanleihen seien angemessen gewesen, solange den Märkten das Vertrauen in die italienische Politik fehlte. Nun, wo sie sich aber anerkennend über die Sparmaßnahmen geäußert hätten, seinen die hohen Zinsen nicht mehr angemessen. Auf die Sparpakete sollen nun Konjunkturprogramme folgen, die wieder für Wirtschaftswachstum in Italien sorgen sollen.

Monti rechnet damit, dass es einige Zeit dauern wird, bis die Maßnahmen zu Wirtschaftswachstum führen werden. In dieser Zeit erwarte er von den Märkten Geduld.

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Kommentare

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  1. Rhyskant sagt:

    Natürlich sieht Herr Monti das so….als Bilderberger steht er ja für eine wie auch immer geartete nwo.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Mario_Monti

    Unter dem link findet sich dann einiges, in Bezug auf ihn Erklärendes.

    Nichts gegen ein zusammenwachsendes Europa…aber jeder Widerstand gegen Zwangsvereinigung a la Prokrustes.