China: Arbeiter drohen mit Massen-Selbstmord

Um gegen schlechte Arbeitsbedingungen und Ausbeutung zu protestieren, greifen immer mehr chinesische Fabrikarbeiter zu bizarren Aktionen: In den chinesischen Fabriken des Elektronikherstellers Foxconn drohten nun 300 Mitarbeiter mit Selbstmord.

Wie die Nachrichtenseite Want China Times berichtet, kam es Anfang Januar zu einem Massen-Protest im Foxconn Techology Park in Wuhan, der Hauptstadt der Hubei-Provinz. Nachdem eine Reihe von Fabrikarbeitern ihre versprochene Abfindung nicht erhalten hatte, drohten 300 Mitarbeiter damit, sich gemeinsam von Dach des Foxconn-Werks zu stürzen.

Dem Vorfall war eine erfolglose Forderung nach Lohnerhöhung vorausgegangen. Der Chef der Fabrik hatte eine Gehaltserhöhung verweigert und die Mitarbeiter vor die Wahl gestellt, entweder unter gleichen Bedingungen weiterzuarbeiten oder zu kündigen. Bei einer Kündigung hatte er jedoch eine Abfindung in Aussicht gestellt. Als diese viele in Anspruch nehmen wollten, wurde die Abfindung zurückgezogen. Daraufhin hätten sich rund 300 Mitarbeiter auf dem Dach versammelt. Der Massen-Selbstmord konnte durch Intervenieren des Bürgermeisters von Wuhan verhindert werden.

Neben Microsoft lässt auch der Computerkonzern Apple bei Foxconn produzieren – beide waren schon in der Vergangenheit bezüglich schlechter Arbeitsbedingungen in den Werken des Elektronik-Riesen in die Kritik geraten. So ist dies nicht der erste Zwischenfall in chinesischen Werken von Foxconn: Bereits 2010 hatten sich 14 Mitarbeiter des Konzerns das Leben genommen. Menschenrechtsorganisationen prangern immer wieder die schlechten Arbeitsbedingungen bei Foxconn an. Um die Unzufriedenheit ein Stück weit abzufangen, wurden 2010 deutliche Lohnerhöhungen vorgenommen. Zudem hat der Konzern Auffangnetze an den Fabrik-Gebäuden anbringen lassen.

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Kommentare

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  1. David de Bueger sagt:

    ich bin holländer

  2. baaba sagt:

    @ hunsrückbauer sagt:
    „Chinas Selbstmorde – das sind wir – das sind nicht die Konzerne!“

    Nun lassen wir mal langsam wieder die Kirche im Dorf,
    Dem kann ich überhaupt nicht zustimmen, denn Selbstmorde hat es in der Menschheitsgeschichte immer gegeben.
    In der Kleinstadt Halle z.B. mit 233000 Einwohnern haben im Jhr 2009 sage und schreibe 360 Menschen Selbstmord begangen,

    http://www.halleforum.de/Halle-Nachrichten/Mehr-Morde-und-Selbstmorde-in-SachsenAnhalt/28710

    In der im Westen verteufelten taiwanesischen Firma Foxconn, dort arbeiten weltweit in allen Fabriken ca. 700000 Menschen, gerade mal 14 Menschen.
    Wieviel junge Menschen bringen sich aus Liebeskummer um, wieviel ältere Menschen aus Verzweiflung, überall auf der Welt?
    Das lässt eher darauf schliessen, dass sich Foxconn in hervorragender Weise um seine Mitarbeiter kümmert.
    Insofern ist sehr klar, dass die deutschen Massenmedien auch zu diesem Thema eine stramme antichinesische Propaganda fahren.

    • Brainsworld sagt:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Foxconn

      Versetzen Sie sich mal in die Situation, das Sie für ein Unternehmen arbeiten welches die beliebtesten Elektrogeräte auf der Welt herstellt. Sie sehen diese Artikel täglich im Fernsehen. Und zwar für teuer Geld, 400-800 EUR sind da ganz normal in dem Segment. Dann sehen Sie wieder sich auf der Arbeit, mit einem dieser Geräte in der Hand. Abends sitzen sie dann bei einer halben Scheibe Brot und ein paar Körnern Reis vor einer Kerze, frieren und freuen sich tierisch auf den nächsten Arbeitstag wo es wieder darum geht eine überfütterte Gesellschaft und einen Nimmersattbetrieb gerecht zu werden.

      Is so ähnlich wie mit den Nato-Helfern die mit Ihren Nike Turnschuhen durch die Gegend rennen und sich ganz toll fühlen, ohne sich darüber Gedanken zu machen das sie da Kinderschlappen anhaben die aus Kinderhand in unmenschlichsten Umständen produziert wurden.

      • Klaus sagt:

        Diese Aussage ist sehr weit von der Realitaet entfernt und ich rate dem Schreiber doch mal sich mit dem Thema ernsthaft zu beschaeftigen, also mal nach China gehen, und dort die Gegebenheiten mit offenen Augen zu erleben.
        Ich bin naemlich seit 8 Jahren hier in China, nicht in der Elektronik Industrie, aber auch in einer aehnlichen Situation.
        Arbeiter sitzen nicht abends vor einer Kerze und essen ein paar Koerner Reis. Nike Schuhe werden nicht mit Kinderhand in unmenschlichen Umstaenden produziert. Mit Sicherheit sind die Bedingungen nicht so Perfekt wie in Deutschland, Europa oder Nord Amerika, aber sie bei weiten besser als von Brainsworld beschrieben.
        Ferner sind es die Verbraucher die immer alles billiger und besser haben moechten und deswegen die Marken und Herstellern unter extrem hohen Kostendruck verhandeln. Klar kann eine Firma auch seine Gewinnerwartung reduzieren, aber es sind dann nun wieder die Investoren die diesen hohen Gewinn und Wachstumdruck erzeugen.

        Also nochmal, beschaeftigen Sie sich mal mit der Realitaet und verbreiten Sie nicht Unwahrheiten.

        • Brainsworld sagt:

          Vielleicht beschäftigen sie sich mal mit den genannten Betrieb und gehen nicht von irgendwelchen Konzernen aus die sie dort kennen gelernt haben. Solche Konzerne gehen nicht ohne Grund in die Provinzen des Landes wo die größte Armut herrscht.

          Über Kinder die Nikeyschuhe produzieren gab es ettliche Nachrichten, Dokumentationen und so weiter, also erzählen sie doch bitte nicht das so etwas Märchengeschichten wären.

      • baaba sagt:

        Brainsworld schreibt:
        „Abends sitzen sie dann bei einer halben Scheibe Brot und ein paar Körnern Reis vor einer Kerze, frieren und……“
        Lieber Brainsworld, leider schlecht ausgedacht und ganz falsch, denn
        – in China wird prinzipiell kaum Brot gegessen
        – die Verpflegung bei Foxconn ist kostenlos, wie auch die
        Gesundheitsvorsorge und Krankenbehandlung in eigenen ambulanten
        Sanitätszentren und Krankenhäusern
        – die Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten in der Branche entsprechen
        europäischen Standards

        – Kinderarbeit ist in China bei härtesten Strafen strengstens verboten.

        Woher ich das weiss?
        Nach nunmehr 7 Jahren leben und arbeiten in China und unzähligen Firmenbesuchen und Bewertungen sollte ich das wohl wissen.
        Jeder andere, der in China mit gutem Willen und offenen Augen und Geist länger als 4 Wochen war, weiss, dass das „China Bild“ in den deutschen Massenmedien völlig falsch gezeichnet wird bis hin zur krassen Lüge. Wikipedia eingeschlossen.

        • Brainsworld sagt:

          Natürlich war das Beispiel mit dem Brot und der Kerze übertrieben, das sollte dabei helfen sich in jemanden hineinzuversetzen der nicht nach europäischem standard lebt. Was die Kinderarbeit angeht können Sie sich darüber gerne an verschiedenen Stellen informieren. Ich hab keine Ahnung ob das in China stattfindet, hab ich auch nicht behauptet.
          http://wrohr.eu/politik/6-politik-wirtschaft/70-nike-und-kinderarbeit.html

          Und ob sie jetzt besser über Foxconn informiert sind oder die verschiedenen Medien die darüber berichtet haben, kann ich Ihnen wahrlich nicht sagen, aber das können Sie mir ja vermutlich auch nicht 😉

          http://de.wikipedia.org/wiki/Foxconn

          • Brainsworld sagt:

            http://orientaldaily.on.cc/cnt/china_world/20100609/00178_001.html

            Vielleicht können Sie es ja lesen, da soll es angeblich stehen ^^

            Laut einer Deutschen Newsseite hat diese Zeitung (mit diesem Link) einen Artikel veröffentlichlicht, in dem Foxconn erwägt seine Werke in china zu schließen und abzuziehen, da man ja wegen der niedrigen Arbeiterkosten dort hingekommen wäre und jetzt durch die Lohnerhöhung den Sinn des ganzen verfehlt hätte.

            Falls Sie chinesisch können, können Sie uns über die Quelle und den Wahrheitsgehalt aufklären ^^

            Falls nicht, ist das mein Informationststatus zu dieser Firma, + ein paar weiterer Schlagzeilen die sich auf Wikipedia finden wie: „Im Juli 2010 mussten sich in einer indischen Foxconn-Fabrik 250 Arbeiter aufgrund mangelnden Schutzes vor Schadstoffen ins Krankenhaus begeben.“

            Ich hab auch gelesen das sich die Arbeitsbedingungen verbessert haben sollen, aber über den Weg trauen werde ich dieser Firma mit solchen Schlagzeilen nicht 😉

            Man hat ja auch noch solche Dinge in Erinnerung wie hier: http://www.wsws.org/de/2011/okt2011/noki-o04.shtml

            Weiß nicht ob Sie das mitbekommen haben in China 😉

  3. hunsrückbauer sagt:

    Chinas Selbstmorde – das sind wir – das sind nicht die Konzerne!

    die Konzerne, das sind unsere verlängerten Arme, unsere Keulen, unsere Panzer, unsere Ansprüche. Jedes Jahr ein Netbook, ein Notebook, ein Fön, ein haardrapierer, ein radiowecker, ein…kostet ja alles nur ein paar € und dern alte, ach, der wird verschenkt an die nichte, die ist zwar erst 5 aber die soll auch schon mal im www surfen lernen, amit sie weiß was sie bisher schon versäumt hat.

    essen, trinken, muß ja wohl sein, doch selbst da läßt sich dem kapitalismus schon ein schnäppchen schlagen. klamotten kaufen bis anschlag, billigst von xyz und sich dann über kinderarbeit aufregen ist scheinheilig, weniger wäre mehr und mehr muß nicht sein. tanken statt bei blau und grün die den golf versaut haben, geht auch bei noname und rot und gelb…

    es geht soviel, es geht sogar, das spiel zu beenden wir müssen nur alle unsere guthaben daheim bunkern statt sie einer anonymen institution anzuvertrauen, die sie u. U. auch noch verzockt. Holen wir uns unser Geld, dann heißt es Game over und die Chinesen müssen nicht sterben.

    • Stephan sagt:

      Ich habe unten schon einen Beitrag geschrieben aus Sicht des jetzigen Systems aber dieser Beitrag hier ist eigentlich der richtige, den man muss das System von der Wurzeln her anpacken.
      Und wenn die Chinesen dann alle keine Arbeit mehr haben, dann gehen sie eben wieder in die Landwirtschaft und führen ein einfaches Leben wie früher. Ist das so schlimm im Vergleich zu den nicht unmenschlichen aber doch nicht sehr menschengerechten Lebensbedingungen der modernen Industriegesellschaft?
      Das gilt nicht nur für China.

    • cashca sagt:

      hunsrückbauer
      Sehr gute Erkenntnis…..
      Zitat:
      die Konzerne, das sind unsere verlängerten Arme, unsere Keulen, unsere Panzer, unsere Ansprüche. Jedes Jahr ein Netbook, ein Notebook, ein Fön, ein haardrapierer, ein radiowecker, ein…kostet ja alles nur ein paar € und dern alte, ach, der wird verschenkt …..
      so ist es– unseren Konsum befriedigen — und alles billig, egal wer dabei krepiert.
      Weiter-zitat:–
      klamotten kaufen bis anschlag, billigst von xyz und sich dann über kinderarbeit aufregen ist scheinheilig, weniger wäre mehr und mehr muß nicht sein.—
      ——–
      Über diese Scheinheiligkeit kann man sich wirklich nur noch wundern.
      Jeder weiß, unter welchen Bedingungen diese Billigproduktion möglich ist.
      Aber, Hautsache wir haben Klamotten in Hülle und Füllle- jährlch neu nach neuester Mode versteht sich– dafür schuften und leiden Kinder, Menschen und Familien. Dafür leben wegen des Hungerlohnes Millionen in Armut und hausen im Elend.
      Aber wen interessiert das, solange wir dafür Hausrat-Möbel-Kleidung kaufen und „WEGWERFEN“ können wie die Blöden.Den Müll schicken wir ihnen dann auch wieder zurück.
      Dafür denken wir dann an Weihnachten an die ARMEN– spenden ein paar EURO- Damit sie sich ein Würstchen kaufen können.
      Der Westen wird eines Tages die Quittung bekommen und das zurecht.

      • Andreas sagt:

        Nicht der Kapitalismus hat diese Dinge geschaffen, nein er hat das Eland vorgefunden. Die armen und Hoffnungslosen Chinesen sind dann vom Land in die Farbiken gegangen und zwar freiwillig. Es ist wie im 19. Jahundert in England nicht der Kapitalismus hat das Elend der Arbeiter geschaffen sondern der Bevölkerungszuwachs und die nicht mehr ausreichenden Kapazitäten der Landwirtschaft. Dank des Kapitalismus konnten viele dem Eland entfliehen, aber eben nicht alle.