Griechenland: Zahl der Selbstmorde um 22,5% gestiegen

Die Zahl der Selbstmorde ist in Griechenland in den vergangenen drei Jahren dramatisch gestiegen. Nicht enthalten in der Statistik: Der Tod jener Menschen, die nach Selbstmordversuchen wegen mangelnder ärztlicher Behandlung gestorben sind.

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Die Zeitung Kathimerini spricht vom „wohl grausamsten Kapitel in der Geschichte der Finanzkrise Griechenlands“: Die am Mittwoch von der Polizei bekannt gegebene Statistik zeigt, dass die Zahl der Selbstmorde in den Jahren von 2009 bis 2011 um 22,5% gestiegen ist. Insgesamt nahmen sich in dem Zeitraum 1,727 Personen das Leben. Jedes Jahr waren es mehr gewesen.

Auch die Zahl der Selbstmordversuchte ist angestiegen. Eleni Bekiari vom NGO Klimaka sagte der Zeitung: „Viele der Opfer haben nicht einmal medizinische Betreuung erhalten. Wir haben also keine exakte Zahl der Menschen, die versucht haben, sich das Leben zu nehmen.“ Bekiari sagte, es gäbe „ganz sicher einen Zusammenhang von Selbstmordrate und der wirtschaftlichen Krise“.

Vor der Krise hatte Griechenland mit 2,8 Personen von 100.000 die niedrigste Selbstmordrate in Europa.

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Kommentare

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  1. jens sagt:

    Das gleiche gilt auch fur Deutschland………….deswegen sind die Verantwortlichen vor ein
    Gericht zu stellen.

  2. Hans-Peter sagt:

    @flurdab

    Endlich mal eine vernüftige Stimme in all dem Wirrwarr.

    Nachrichten werden aufgenommen und einfach so konsumiert.Ohne eigene Recherche.Dies gilt VOR ALLEM für die Journaille!!!!Eine Quelle gibt es vor,alle anderen nehmen sie auf.Einfach so.

    Wie kann es sein das ich in den Bertelsmann-/Springer gesteuerten Medien(inkl. ARD und ZDF) nur Schreckensmeldungen aus dem Süden vernehme und NUR Jubelmeldungen aus Deutschland?
    Wir hören also seit 2 Jahren wie verbrecherisch die Griechen sind,wie heilig die Deutschen und wie es dementsprechend den Griechen „schlecht geht“ und uns „super“.
    Von „Völkerwanderungen“ aus dem Süden ist in den letzten Tagen die Rede..4000 Griechen und 2500 Spanier sind aus den „Pleite-Ländern“ nach Deutschland „geflüchtet“..

    Das es 200.000 Deutsche sind die jährlich aus unserem „Superland“-in dem inzwischen jeder Zweite Arbeitsnehmer entweder keinen oder einen Mini-/Teilzeit/oder Leiharbeiterjob inne hat-„auswandern“(oder doch „flüchten“?) wird da irgendwie vergessen.

    Die 600 Griechen „nehmen sich wegen der Krise das Leben“ und die 10.000 Deutsche die jedes Jahr in den Freitod gehen „scheiden aus der aktiven Teilnahme am Sauerstoffverbrauch der Erde aus ökologischen Gründen aus“.Oder wie?

    Sorry wegen meiner Bitternis.Ich weiß das so viel Zynismus bei einem so ernsten Thema nicht angebracht ist.Aber die deutsche Journaille wird mit dem was sie in den letzten Jahren „geleistet hat“ auf ewig leben müssen.Ich wünsche mir sogar das sie deswegen (all den Lügen,der Aufhetzung gegen Griechen und sonstige PIGS-Südländer und der nationalen Jubelpropaganda) auch zur Rechenschaft gezogen wird.Von uns Bundesbürger selber.Denn die Menschen im Süden Europas lesen ganz genau mit was wir üner sie schreiben.Was wird da für ein Schaden angerichtet?Anstatt vor dem zu warnen was UNS hier in Deutschland erwartet wird 60 Jahre nach Goebbels schon wieder einseitige Propaganda betrieben.

    Das darf einfach nicht sein.

  3. flurdab sagt:

    @ Hans- Peter,

    danke, Sie haben Recht.
    Man sollte nicht mit Zahlen hantieren. Jeder einzelne Tod verbietet dies eigentlich.

    Zu ihrer angeführten Statistik möchte ich anmerken das sie sehr grob ist.
    Leider wird nicht nach Alter, Familienstand oder Gelderwerb bzw. Vermögen aufgeschlüsselt. Hinzu kommt wohl auch eine große Dunkelziffer.

    Aber 10000 Tote pro Jahr deuten auf Probleme in der Gesellschaft hin, die man nicht als „Reibungsverlust“ titulieren sollte. Wie es hier in von anderen Kommentartor geschehen ist.

    Mfg

  4. Hans-Peter sagt:

    Bei solchen Themen sollte man nicht mit Zahlen hantieren aber wenn Ich so was schon wieder lese kommt Mir die Galle hoch.

    Habe Mir gerade die Zahlen angeschaut.In den Jahren 2009-2011 haben sich in Hellas 1727 Menschen das Leben genommen.Also 500-600 Menschen im Jahr.Mit der Krise ist die Zahl also um 20% angestiegen?

    Hellas hat knapp 10 Millionen Einwohner.

    Wenn es danach ginge wäre Deutschland in argen Schwierigkeiten:
    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/75844/umfrage/selbstmorde-in-deutschland-seit-2000/

    600 Selbstmorde in Hellas stehen 10000 Selbstmorde in Deutschland entgegen.Prozentual gesehen hat Deutschland also eine dreifache Selbstmord-Rate im Vergleich zu Hellas.

    • die EU Zukunft sagt:

      Auch in Norwegen ist die Selbstmordrate sehr hoch,
      aber im Bericht ist der Selbstmord Motiv- Faktor im Vordergrund.

  5. flurdab sagt:

    An einige meiner Mitkommentatoren:

    1727 Menschen haben sich das Leben genommen!

    Ich denke das dies die Nachricht ist, die Frage ob „Sozialismus“ oder „Kapitalismus“ ist anbetracht der Verzweifelung die die Menschen zu diesem Schritt drängte zynisch!

    „Der Arme trägt die Schuld für seine Armut selber, denn er ist zu faul, dies zu ändern“.
    Die alte Kapitalismus- Lüge, vom Tellerwäscher zum Millionär. Das hat funktioniert, sicher. Aber nur da wo ein Markt noch nicht aufgeteilt war, wo dieser neu entstandt. In einer globalisierten Welt können sich aber neue Märkte nicht entwickeln. Sie sind bereits besetzt, bzw. werden erst durch Kapital erschaffen. Jedes Jahr ein neues Mobil- Telefon, weil das Alte ist ja alt etc.
    Aber ich schweife ab.
    Wenn man einem Land die eh schwache Wirtschaft und das Sozialsystem durch hanebüchende „Sparauflagen“ zerschiest, dann bleibt da nichts.
    Wenn die betroffenden Menschen keinerlei Hoffnung mehr haben ihr Leben heute, und ihre Zukunft, durch ihre eigene Arbeit zu sichern, dann ist das ein Verbrechen.

    Es wird billigent in Kauf genommen das zur „Rettung“ der Banken Menschen sterben!

    Es ist ein Verbrechen!

  6. spion und spion sagt:

    Die Einigkeit war nur vordergründig. Das zeigt sich immer mehr.
    Der Kapitalismus treibt viele Blüten, der Sozialismus treibt viele Blüten, und jede glaubt Im Recht zu sein.
    Der größte Verlust ist der Reibungsverlust.

  7. Tom sagt:

    … eines ist mal ziemlich sicher, – von den politisch Verantwortlichen, die sich jahrelang an dem System bereicherten und so ihren Beitrag zur momentanen Situation beitrugen, hat sich mit Sicherheit, keiner suizidiert …

    … nur so eine Annahme …

  8. Андрей Коч sagt:

    …womit erneut bewiesen wäre: Kapitalismus tötet.

    • MICK sagt:

      Kommunismus aber auch.

    • Chris sagt:

      Wenn man ein sozialistisches System als Kapitalismus bezeichnet macht es das nicht zum Kapitalismus. Wenn man ein Schild an eine Kuh hängt auf dem steht „Pferd“, dann ist das immer noch eine Kuh!

      Ich kenne keine „Kapitalismustheorie“ bzw. liberale Wirtschaftstheorie, die besagt, daß ein Staat einen aufgeblähten und korrupten Staatsapparat besitzen muss. Oder gar abgeschlossene Arbeitsmärkte, Gesetze zum Schutz von einigen Branchen, staatliche Medienagenturen, staatliche Eisenbahngesellschaften usw. Das sind alles Merkmale von sozialistischen Systemen! Wer in einer solchen Situation nach mehr Sozialismus ruft, ist im Begriff den Bock zum Gärtner zu machen!