Spanien: Banken heben immer mehr Geld bei der EZB ab

Die spanischen Banken haben im Dezember deutlich mehr Kredite von der Europäischen Zentralbank abgerufen: Mit 132,4 Milliarden Euro wurde ungewöhnlich viel Geld benötigt. Ein Teil davon dürfte zum Kauf von Staatsanleihen verwendet worden sein.

Der wundersame Zinsenschwund bei spanischen Staatsanleihen (mehr hier) ist offenbar auch auf Käufe durch spanische Banken zurückzuführen. Die neuesten Daten der spanischen Zentralbank zeigen, dass sich die spanischen Banken im Dezember 132,4 Milliarden Euro von der EZB geliehen haben. Im November waren es nur 106,3 Milliarden Euro. Vergleichbare Zahlen gab es zuletzt im Juli 2010 mit 140 Milliarden Euro abgerufenen Krediten.

Damit folgt nun offenbar ein Teil der Banken der Draghi-Strategie (wie das heimliche Gelddrucken der EZB abläuft – mehr hier). Denn die EZB stellt seit geraumer Zeit unbefristet Liquidität zur Verfügung, um am Ende Staatsanleihen aus den Problem-Zonen auf dem Sekundärmarkt zurückzukaufen.

Die derzeit fast täglichen Rekorde der Übernachteinlagen bei der EZB sind zugleich ein deutlicher Indikator für den weitgehenden Zusammenbruch des Interbankensystems. Von Donnerstag auf Freitag stiegen die Einlagen bei der EZB mit 490 Milliarden Euro auf ein neues Hoch.

Die EZB versucht über diesen Weg, Zeit zu gewinnen, damit ein Griechenland-Pleite nicht zur Ansteckung der anderen Länder führt. Parallel zum Gelddrucken sollen Deutschland und Frankreich einen weiteren kleinen Obulus zu Griechenland-Rettung abliefern (mehr hier).

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Kommentare

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  1. Hennessy sagt:

    Bericht aus dem Irrenhaus:
    Die Banken begeben Anleihen ( die natürlich kein normaler Investor jemals zeichnen wird) ,
    welche vom Staat besichert sind. Mit dieser Sicherheit erhalten die gleichen Banken Geld von der EZB. Mit diesem Geld können die Banken ihren Staaten nun Staatsanleihen zeichnen.
    Das sind aus Luft erzeugte Staatsanleihen , für die nun ganz Europa bürgen darf.

    • schlaumeister sagt:

      mit anderen Worten: circulus vitiosus. Ein Irrenhaus ist eine vernunftbe-
      gabte Einrichtung dagegen, wie lange sollen wir da noch zuschauen?
      Natürlich wird alles getan, dass die Banken als Intermediär, daran noch
      verdienen, Provisionen abkassieren, risikolos Kasse machen. Ehrlicher
      wäre es, direkt Geld aus dem Hubschrauber abzuwerfen, wie Heliben,
      jeder steht dann bis zum Knie in fiat money und wird bei Strafandrohung
      dazu verpflichtet, zu konsumieren, hurra, wir haben dann Aufschwung,
      Wachstum und Wohlstand bis der ganze Rotz in Flammen aufgeht.
      Aber kurze Zeit, bis zu den nächsten Wahlen, müßte es klappen.

  2. Atreides sagt:

    Vor einer Woche etwa kündigte die spanische regierung an, den Banken 100 Mrd. Euro Bürgschaften gewährt zu haben, damit sie bei der EZB Geld bekommen können – und nun kaufen Sie mit Geld, für das der staat bürgt. Anleihen desselben Staates. Wie bitte geht das? Das machen die in der Eurozone schon seit einiger Zeit so, kaufen mit Geld, das sie nicht haben, Staatsanleihen von sich selbst und verkaufen diese hin und her. ??¿¿¿

  3. mandelkern sagt:

    Höchstwahrscheinlich wird der Gnadenstoss für den Euro von ausserhalb kommen, das System ist jetzt so instabil, dass es keine weiteren Verwerfungen verkraften kann.
    Als Schwarzes Schaf und Schuldiger am Kollaps des westlichen bzw. europäischen Finanzsystems bietet sich schon seit Monaten der Iran an.
    Dort wären dann sogar Reparationen in Form von Öl-Ressourcen zu holen.

    Hier eine Anaylse der seriöseren Art, auf cashkurs: „Kriegswolken“

    http://www.cashkurs.com/Detailansicht.80.0.html?&cHash=7d45bdcf5b&tx_t3blog_pi1%5BdaxBlogList%5D%5BshowUid%5D=11224

    Meine ganz persönliche Einschätzung dazu ist, ende Februar/anfang März wird die Lage eskalieren, mit weltweiten Folgen.

  4. armer Mann sagt:

    Spanien: Banken heben immer mehr Geld bei der EZB ab

    …………………………………………………………………

    Die Ronaldos und Messis in Spanien beziehen indirekt auch ihr Gehalt teilweise von den Banken. Spanische Klubs sind doch bis über die Ohren bei Banken verschuldet.

  5. Kettenhund sagt:

    Und wer bezahlt das alles? Richtig – die Bundesbank (also wir) über die negativen Salden des TARGET2-Systems. Da müssten schon so um die 650 MRD EUR offen sein, die die Bundesbank von den anderen Zentralbanken zu bekommen hat.

    Das sehen wir natürlich nie wieder.

    • schlaumeister sagt:

      Garantiert nicht, aber wir produzieren, hurra, können Wachstumszahlen
      und Arbeitslosenzahlen manipulieren, sind der Euro-Musterknabe,
      haften allein für die sog. Rettungen, alle beneiden uns und wir müssen
      den Gürtel immer enger schnallen. Mit 66 Jahren noch für Pleiteländer schuften, bei denen jeder schon längst in Rente ist, siehe auch Hackler-
      pension in Österreich!

  6. Ondoron sagt:

    Die Bazooka wirkt. Die Wunderwaffe. Der Volkssturm. Bald ist es vorbei. Oder das Sterben dauert lange. Damit alle etwas davon haben.