Euro-Rettung durch die EZB: Portugal kündigt überraschend Auktion an

Portugal will außerplanmäßig kurzfristige Staatsanleihen emittieren. Vermutlich wollen die Portugiesen die Gunst der Stunde nutzen und über die unbegrenzten Kredite der EZB bessere Zinsen herausschlagen. Analysten halten diese Art der aktionistischen Finanzierung für bersorgniserregend.

Portugal will außerplanmäßig kurzfristige Staatsanleihen emittieren. Vermutlich wollen die Portugiesen die Gunst der Stunde nutzen und über die unbegrenzten Kredite der EZB bessere Zinsen herausschlagen. Analysten halten diese Art der aktionistischen Finanzierung für bersorgniserregend.

Portugal hat Blut geleckt. Die Situation am Staatsanleihenmarkt sah auf den ersten Blick in dieser Woche deutlich positiver aus, als noch Ende vergangenen Jahres. Italien und Spanien profitierten von dem 3-Jahres-Tender der EZB (mehr hier). Nun will auch Portugal die Gunst der Stunde nutzen.

Am Mittwoch kündigte Portugal überraschend an, am 18. Januar noch zusätzlich 11-monatige Geldmarktpapiere zu emittieren. „Das riecht, als wolle man auch hier auf den EZB-Zug aufspringen“, so eine Quelle der Deutschen Mittelstands Nachrichten.

An Portugals Reaktion auf die gefallenen Zinsen zeigt sich, dass der Geldbedarf in Ländern wie Portugal und Griechenland viel höher ist als das, was durch die Rettungspakete zur Verfügung gestellt wird. Sie brauchen dringend Geld, um ihre Schulden zu refinanzieren und nutzen vermehrt kurzfristige Anleihen. „Das ist besorgniserregend“, sagte Michael Leister von der DZ Bank den Deutschen Mittelstands Nachrichten. Diese kurzfristigen Anleihen genießen zwar eine größere Nachfrage, schieben aber das Schuldenproblem der jeweiligen Länder nur auf. Die kurze Laufzeit wird die Schuldnerländer sehr schnell vor das Problem der erneuten Refinanzierung stellen.

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  1. Livia sagt:

    Das ist doch genau das, was man schon beim Eintritt des „Club med“ in die Eurozone zu recht von Kritikern der Währungsunion zu hören bekam!!!
    Sobald „billiges“ Geld in Aussicht steht, greift man zu und macht Schulden „wie ein Major“ um einen Standart zu lebebn, den man sich nicht leisten kann! Wenn man noch teure Kredite durch billige ersetzen würde, könnte man das noch nachvollziehen – aber nein, es werden neue Schulden zu den alten gemacht!
    Braucht es noch einen weiteren Beweis, daß die Südländer nicht in den Euro gehören?

    Eine Fiskalunion würde doch genauso funktionieren, als wenn das etwas leichtlebige Dienstmädchen vollen Zugriff auf das Familienkonto hätte! Entweder muß man der Dame dann vorschreiben, was sie kaufen darf und was nicht – was sie zurecht als Bevormundung ablehnen würde – oder sie auf den Zugriff auf ihr Gehalt reduzieren; was im Falle der Nationen einer eigenen Währung entspräche.