Paris bestätigt: Frankreich verliert Triple A

Frankreich hat sein Triple A verloren. Der französische Finanzminister hält die Entscheidung für eine schlechte Nachricht, jedoch für keine Katastrophe. Nicolas Sarkozy passt die Entwicklung nicht in seinen Wahlkampf.

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Die Aktienmärkte reagierte heute den ganzen Tag über nervös auf Gerüchte, dass die US-Ratingagentur Standard&Poor’s am Freitag Abend die nächste Welle der Herabstufung für europäische Schuldenstaaten vornehmen könnte.

Am Abend bestätigte Standard&Poor’s: Gemeinsm mit Österreich verliert Frankreich sein Triple A und wird auf AA+ zurückgestuft. Damit verbleibt Deutschland als einziges Land mit einem Triple A als Finanzier des Euro-Rettungsschirms EFSF. Dies bedeutet, dass sich entweder auch das Rating für den EFSF schon bald verschlechtern könnte oder aber dass Deutschland mehr in den Fonds einzahlen muss. Der franzöisische Finanzminister François Baroin sagte, dies „sei eine schlechte Nachricht, aber keine Katastrophe“. Die Politik Frankreichs richte sich nicht nach Entscheidungen von Ratingagenturen.

Der Verlust des Triple A für Frankreich ist nicht nur eine Verletzung des Nationalstolzes der Franzosen, sondern bedeutet auch einen herben Rückschlag für Nicolas Sarkozy und seine Ambitionen für die nächste Präsidentenwahl.

Vor allem aber sehen die Franzosen den Verlust als Niederlage im Währungskrieg mit den USA. Der Leiter des Französischen Finanzmarktaufsicht AMF, Pierre Jouyet, hatte den Verlust des Triple A für Frankreich schon vor einiger Zeit als das finanzpolitische „Stalingrad“ für den Euro bezeichnet (mehr zu den bellizistischen Vergleichen der Franzosen – hier).

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Kommentare

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  1. EUro sagt:

    Das zweite Versailles sollte der ´grande nation´ komplett in Rechnung gestellt werden! :))

  2. HB4242 sagt:

    JaJa, so wird Europa systematisch fertig gemacht !!!

    Dank unserer „Freunde“ im Westen.

  3. Skydiver sagt:

    Natürlich muss es wie üblich einen Alleinschuldigen an der ganzen Misere geben. Wer könnte es wohl diesmal sein? Na?

    http://www.forbes.com/sites/afontevecchia/2012/01/13/sps-french-downgrade-blames-german-austerity-for-eurozone-crisis/?feed=rss_home

  4. sosheimat sagt:

    Österreichs Bonität soll auf „AA+“ zurückgestuft – Pleitewelle über Europa

    http://sosheimat.wordpress.com/2012/01/13/osterreichs-bonitat-soll-auf-aa-zuruckgestuft/

  5. Silbermichel sagt:

    Also wenn man hier mal so alle Kommentare ließt, sich vorstellt, dass das hier alles keine Politiker sind die hier schreiben, eigentlich alle dasselbe denken und wissen, dann müssen unsere Politmarionetten entweder keinen Blassen haben oder soviel Geld dafür bekommen um die Fresse zu halten um das ganze Schiff unter gehen zu lassen. Ich lese täglich soviel darüber was alles falsch läuft und anders laufen müsste und alle wissen oder vermuten wer die wahren Strippenzieher sind, kann man denn nicht einfach diesen Ihre Werkzeuge wegnehmen, kaputt machen so das dieser Irrsinn mal endet? Müssen wir erst die Schilder aus dem Keller holen mir der Aufschrift,,Wir sind das Volk,, und los ziehen? Ich denke es muss langsam mal das was alle denken und wissen umgesetzt werden in Taten. Weil sonst kann ich mich auch hinsetzten mit dem Wissen und ein Buch schreiben und am Ende gibt es niemanden mehr, der es überhaupt ließt.
    95% der Bevölkerung weiss ja noch nicht einmal was abgeht und haben das was ihr alle wisst. Die schlafen sogar ruhiger als wir. Die haben keine Edelmetalle und Essensvorräte im Keller weil, wer brauch sowas… der Aldi um die Ecke ist doch auch Samstags bis 20Uhr offen und die bedruckten Zettel liegen doch bei der Bank gut mit 2% Zinsen was nicht mal die Inflation abdeckt. Und wenn man denen mal was in diese Richtung erzählt dann denken die noch wir haben sie doch nicht mehr alle. Das werden aber die ersten sein die vielleicht mal an meiner Tür klopfen weil sie am Tag X mal nix zum essen haben. Hätte man mir vor 1 Jahr sowas erzählt hätte ich mir an den Kopf gefasst. Wen interessiert schon Politik. Dafür haben wir doch die hoffentlich richtigen gewählt oder…mhhh. Jeden tag hört man was von Krise, überall. Ich glaube das ist schon wie die tägliche Werbung, schalt mal um.. ich geh mal solange auf Toilette.Es ist zum Bestandteil unseres täglichen Wortschatzes geworden.Erschreckend sag ich da nur.
    Ich wünsch allen hier ein goldiges WE..

    • Industriekauffrau sagt:

      Danke MIchel, ich schließe mich an… Das Wort „Krise“ wird von den Qualitätsmedien tagtäglich hyperinflationär benutzt um die Bedeutung in den Köpfen der Menschen zu relativieren…

      „Krise? Haben wir das nicht schon seit 4 Jahren? Ist doch nicht schlimm! Geht doch alles wie gehabt seinen Gang, oder hast du in den letzten Jahren was davon gspürt!? Die Kriese haben die Banken, Staaten und die „Anderen“ aber nicht wir, die Otto-normal-Bürger!“

      Nur einige der Statements die ich oft zu hören bekomme… das Wort Krise hat seinen Schrecken in den Köpfen der Bevölkerung verloren und wird irgendwann spontan seine Maske fallen lassen und die Schafe zu Tode erschrecken!